Fünfstufig lässt sich der Klang der in den Auspuff integrierten Lautsprecher variieren – steuerbar per Tempomattaste. Wir sind im Testbetrieb natürlich ausschließlich in der höchsten Stufe gefahren, hatten so eine ganz schön laute Zeit – und wundern uns noch immer, wie gut die Fake-Lösung echten Motorsound imitiert. Nur Kenner hören den Unterschied heraus.
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Beim Drehmoment legt Lightweight ordentlich was drauf

BMW Lightweight X4 35d
705 statt 630 Nm: Der Drehmomentzuwachs ist enorm, und das mekrt man beim Beschleunigen deutlich.
Bild: Tobias Kempe
 Längsdynamik: Der Tuner sattelt mehr in Sachen Drehmoment als Leistung drauf: Mit 333 PS verfügt sein Fahrzeug über lediglich 20 Mehr-PS zur Serie, fährt aber 705 anstelle von 630 Newtonmetern auf. Die sind offensichtlich vollzählig angetreten, allzeit willig und agieren erfreulich homogen. 2015 kürten wir den X4 35d von AC Schnitzer zum Beschleunigungs-König in der Diesel-SUV-Klasse. Dessen famose 4,7 Sekunden bis 100 km/h unterbietet der per Elektronikeingriff optimierte Lightweight X4 knapp – und schnappt sich mit gemessenen 4,6 Sekunden die Krone. Damit zieht er sogar einem ausgewachsenen X6 M50d mit 381 PS davon – der braucht 5,2 Sekunden. Auch im Kapitel Höchstgeschwindigkeit pirscht sich der entriegelte X4 an die Spitze: Seine 256 stehen 242 km/h des AC Schnitzer X4 gegenüber. Auf die vom Tuner angegebenen 270 km/h fehlt trotzdem noch ein gutes Stück.

Die Massigkeit des SUVs macht der Tuner fast vergessen

BMW Lightweight X4 35d
Querdynamiker: Dank Sportfahrwerk und 21-Zöller geht es im Lighweight-X4 auch ordentlich ums Eck.
Bild: Tobias Kempe
 Querdynamik Mit 21-Zöllern und Sportfahrwerk schrumpft der Komfort. Dafür schraubt Lightweight an der Agilität: Mit minimaler Seitenneigung kurvt der X4 wie ein 3er, die Michelin-Pneus bieten formidablen Grip, erstaunlich spät tritt sachtes Untersteuern auf. Nur die verhältnismäßig teigige Lenkung erinnert daran, dass man in einem massigen SUV sitzt. Emotion: So ein X4 ist nicht gerade pure Leidenschaft. Um heiße Liebe zu entfachen, braucht es viel Herzblut. Das investiert Lightweight gern: Mit Folierung, Carbon-Anbauten und schwarzen Hartge-Rädern verwandelt der Veredler den ab Werk eher putzigen BMW in einen hinreißend finsteren Gesellen. Der kernige Klang passt bestens zum markanten Auftritt. Auch im Inneren setzt der Tuner mit sparsam eingesetzten Alcantara-Elementen gekonnt Akzente.Alltag Perfekt – sämtliches Tuningzubehör ist entweder eintragungsfrei oder kann per Teilegutachten problemlos in den Fahrzeugpapieren vermerkt werden. Die Leistungssteigerung geht mit einer Extra-Garantie einher. Die greift, wenn BMW im Schadensfall eine Regulierung aufgrund der zusätzlichen PS verweigern sollte. Preis/Leistung Lightweight ruft keine günstigen, aber durchweg vertretbare Preise auf. Auch die 9,8 Liter Verbrauch sind okay – obwohl sich das Auto von AC Schnitzer mit 9,1 Litern etwas genügsamer gab.

Fazit

von

Ben Arnold
Lightweight unterzieht den X4 einem harten Fitnessprogramm: Das Diesel-SUV präsentiert sich stimmig, stämmig und blitzschnell im Antritt. Der heftige Schub ist nur ein Pluspunkt von vielen – ordentliche Höchstgeschwindigkeit (niedriger als angegeben) und properes Fahrverhalten gefallen ebenfalls.