LMC Tourer Lift: Dauertest-Report nach 10.800 km
Der LMC Tourer Lift überzeugt im Familientest

Bild: Tim Dahlgaard
Das Beziehen eines Test-Wohnmobils ist selten ein Garant für gute Laune. Doch die lästige Pflicht vor der Reise wurde im LMC Tourer Lift schnell zur Genuss-Übung.
Beim Verstauen von Fahrrädern, Grill, Surfboards und Sandspielzeug fällt der wohlwollende Blick auf die große Heckgarage mit den beladefreundlichen Türen. Noch einladender empfängt uns das Wohnabteil: Jede Menge smart platzierte Staufächer und solide Schränke, eine für Familien mit bis zu zwei Kindern durchdachte Raumaufteilung und der große, 135 Liter fassende Kühlschrank wappnen auch für längere Trips.

Der praktische Heckträger nimmt drei Fahrräder huckepack.
Bild: Tim Dahlgaard
Wir haben für drei Wochen gepackt, aber die Schränke nicht an ihr Fassungsvermögen bringen können. Die Zuladung hingegen schon: 410 Kilogramm sind kein Ruhmesblatt, vor allem nicht angesichts des üppigen Stauraumangebots, das somit zum Überladen verlockt.
Fahrzeugdaten | LMC Tourer Lift H 664 G |
|---|---|
Motorisierung | 2.0 EcoBlue 170 |
Leistung | 125 kW (170 PS) bei 3500/min |
Hubraum | 1995 ccm |
Drehmoment | 405 Nm bei 1750/min |
Höchstgeschwindigkeit | 140 km/h |
Getriebe/Antrieb | Sechsstufenautomatik/Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 70 l Diesel + 24 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 7060/2320/2830 mm |
Masse fahrbereit/Zuladung | 3090/410 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 1400/750 kg |
Grundpreis/Testwagenpreis | 83.500/90.495 Euro |
Keine Enttäuschung sind dagegen die vorzüglichen Betten. Das vordere Hubbett erwies sich als vollkommen ausreichende Schlummerhöhle für zwei Kinder (sechs und acht Jahre). Ein Erwachsener kommt hier allerdings auch gut unter. Glücklich schätzen darf sich hingegen, wer im großzügigen Heckbett sein Schlafplätzchen einrichten darf. Das mehr als zwei Meter lange Bett konkurriert in Komfort und Dimension mit dem heimischen Schlafgemach.

Nette Nachbarn dürfen auch gerne mit der Wäscheleine anbandeln.
Bild: Tim Dahlgaard
Flauschig wie die eher weichen Matratzen ist auch das Fahrwerk des LMC abgestimmt. Bedenken hinsichtlich der Fahrsicherheit haben sich nicht bewahrheitet. Dass die mehr als sieben Meter lange Fuhre in brenzligen Situationen satt und sicher liegt, haben wir bereits auf abgesperrter Strecke erleben dürfen. Die 1,98 Meter breite Spur der Hinterachse ließ lediglich bei starkem Seitenwind leichte Unruhe aufkommen.
Der 170 PS starke Turbodiesel sorgte in Kombination mit der Sechsstufen-Wandlerautomatik für souveränen Vortrieb. Erst ab Tempo 130 wird es zäh beim Durchzug. Dann steigen Lärmniveau sowie Verbrauch ohnehin über die Maßen stark an. Im Schnitt haben wir beim Durchreisen von Holland, Belgien, Frankreich und England 10,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer verbraucht – ein guter Wert, bei dem dann auch der relativ kleine 70-Liter-Tank für akzeptable Reichweiten sorgt.

Große Heckgarage mit ausreichend Stehhöhe bis 1,20 Meter.
Bild: Tim Dahlgaard
Zu den wenigen Störfaktoren gehört die Standheizung. Einerseits toll, dass das System nicht am Gasvorrat knabbert, andererseits vernehmen feine Nasen den leichten Diesel-Duft. Trübe Laune kam allerdings erst beim Auszug auf: Wir hätten gerne noch drei weitere Wochen im LMC gewohnt.
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