Das Beziehen eines Test-Wohnmobils ist selten ein Garant für gute Laune. Doch die lästige Pflicht vor der Reise wurde im LMC Tourer Lift schnell zur Genuss-Übung.
Beim Verstauen von Fahrrädern, Grill, Surfboards und Sandspielzeug fällt der wohlwollende Blick auf die große Heckgarage mit den beladefreundlichen Türen. Noch einladender empfängt uns das Wohnabteil: Jede Menge smart platzierte Staufächer und solide Schränke, eine für Familien mit bis zu zwei Kindern durchdachte Raumaufteilung und der große, 135 Liter fassende Kühlschrank wappnen auch für längere Trips.
LMC Tourer Lift
Der praktische Heckträger nimmt drei Fahrräder huckepack.
Bild: Tim Dahlgaard
Wir haben für drei Wochen gepackt, aber die Schränke nicht an ihr Fassungsvermögen bringen können. Die Zuladung hingegen schon: 410 Kilogramm sind kein Ruhmesblatt, vor allem nicht angesichts des üppigen Stauraumangebots, das somit zum Überladen verlockt.
Motorisierung 
2.0 EcoBlue 170 
Leistung 
125 kW (170 PS) bei 3500/min 
Hubraum 
1995 ccm
Drehmoment 
405 Nm bei 1750/min 
Höchstgeschwindigkeit 
140 km/h 
Getriebe/Antrieb 
Sechsstufenautomatik/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 
70 l Diesel + 24 l AdBlue
Länge/Breite/Höhe 
7060/2320/2830 mm 
Masse fahrbereit/Zuladung 
3090/410 kg 
Anhängelast (gebremst/ungebremst)
1400/750 kg 
Grundpreis/Testwagenpreis 
83.500/90.495 Euro
Keine Enttäuschung sind dagegen die vorzüglichen Betten. Das vordere Hubbett erwies sich als vollkommen ausreichende Schlummerhöhle für zwei Kinder (sechs und acht Jahre). Ein Erwachsener kommt hier allerdings auch gut unter. Glücklich schätzen darf sich hingegen, wer im großzügigen Heckbett sein Schlafplätzchen einrichten darf. Das mehr als zwei Meter lange Bett konkurriert in Komfort und Dimension mit dem heimischen Schlafgemach.
LMC Tourer Lift
Nette Nachbarn dürfen auch gerne mit der Wäscheleine anbandeln.
Bild: Tim Dahlgaard
Flauschig wie die eher weichen Matratzen ist auch das Fahrwerk des LMC abgestimmt. Bedenken hinsichtlich der Fahrsicherheit haben sich nicht bewahrheitet. Dass die mehr als sieben Meter lange Fuhre in brenzligen Situationen satt und sicher liegt, haben wir bereits auf abgesperrter Strecke erleben dürfen. Die 1,98 Meter breite Spur der Hinterachse ließ lediglich bei starkem Seitenwind leichte Unruhe aufkommen.
Der 170 PS starke Turbodiesel sorgte in Kombination mit der Sechsstufen-Wandlerautomatik für souveränen Vortrieb. Erst ab Tempo 130 wird es zäh beim Durchzug. Dann steigen Lärmniveau sowie Verbrauch ohnehin über die Maßen stark an. Im Schnitt haben wir beim Durchreisen von Holland, Belgien, Frankreich und England 10,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer verbraucht – ein guter Wert, bei dem dann auch der relativ kleine 70-Liter-Tank für akzeptable Reichweiten sorgt.
LMC Tourer Lift
Große Heckgarage mit ausreichend Stehhöhe bis 1,20 Meter.
Bild: Tim Dahlgaard
Zu den wenigen Störfaktoren gehört die Standheizung. Einerseits toll, dass das System nicht am Gasvorrat knabbert, andererseits vernehmen feine Nasen den leichten Diesel-Duft. Trübe Laune kam allerdings erst beim Auszug auf: Wir hätten gerne noch drei weitere Wochen im LMC gewohnt.