Malibu T 450 RB-LE comfort im Test
Eleganz auf Achse: Der Malibu T 450 überzeugt in der Premiumklasse

Bild: Tom Salt
In der gehobenen Mittelklasse gilt die Marke Malibu als sichere Bank, wenn hohe Qualität und durchdachte Grundrisse gefordert sind. Die feine Adresse von Carthago hat sich längst als Alternative etabliert, wenn die Erwartungen des Publikums hoch sind.
Mit dem 2024 vorgestellten teilintegrierten 450 RB-LE zeigt der Hersteller, wie man heute in der gefragten Sieben-Meter-Klasse eine wirklich großzügige Ausstattung mit einem keinesfalls in Unhandlichkeit überbordenden Grundriss kombiniert. Und Kenner identifizierten am Kürzel RB das verbaute Raumbad, am LE das Längsbett.
Den T 450 gibt es entweder als "Lightweight" bis 3,5 Tonnen oder in der von uns gefahrenen "Comfort"-Variante als stattlichen 4,2 Tonner.

Die Summe der feinen Details sorgt für ein wohnliches Ambiente.
Bild: Tom Salt
Passend zum noblen Anspruch baut unser Testwagen auf dem Mercedes Sprinter mit Tiefrahmenchassis, was ein Novum für Malibu ist. Bislang setzte man auf den Sevel-Transporter als Basis in diesem Format. Doch der Stern als kostspieliges Basisfahrzeug ist in der Liga ab 100.000 Euro besonders gefragt. Er gilt als komfortabel und robust, garantiert souveräne Fahreindrücke und bietet mit seiner MBUX-Option ein komplex vernetztes Infotainment und eine ganze Armada möglicher Assistenzsysteme. Wie schlägt sich der frische Teilintegrierte als Gesamtpaket im Urlaubsalltag?
Das ist der Malibu T 450 RB-LE
Mit einer Außenlänge von 7,16 Metern, 2,34 Meter Breite und 2,95 Meter Höhe bleibt der Malibu relativ kompakt, will aber dennoch sehr komfortabel sein. Seine vollisolierte GFK-Karosserie ist nicht nur elegant gezeichnet, sondern macht den Teilintegrierten für Urlaubstouren in allen vier Jahreszeiten tauglich, seine aufwendige Konstruktion mit doppeltem Boden bietet viel Stauraum für Gepäck, Wassertanks und die komplexe Bordtechnik finden ebenso genügend Platz.
Der Grundriss des 450 RB-LE wirkt einladend. Direkt nach dem Eintreten in den Wohnaufbau stellt sich nicht zuletzt durch die lichte Innenhöhe von 1,98 Metern spontan ein Mini-Liner-Raumgefühl ein. Dieser Malibu ist ein bewusster Kontrastentwurf zu manch rollender Bettenburg für Großfamilien. Seine Entwickler haben ihn ganz bewusst als möglichst behagliche Lösung für ausgedehnte Urlaubstouren von zwei Personen erdacht. Wertigkeit ist Trumpf!

Der Bettbereich im Fahrzeugheck ist ausgesprochen großzügig.
Bild: Tom Salt
Optimal in den Bug passt die großzügig geschnittene L-Sitzgruppe, die notfalls auch als Gästebett für wenige Nächte taugt. Sie wird ergänzt mit einem seitlichen Einzelsitz und einem Tisch vor dem Fahrerhaus sowie drehbaren Captain-Chairs-Sitzen. Dieses Grundrissdetail unterstreicht den großzügigen Charakter, Creme- und Hellbraun-Töne bemühen sich zusammen mit dezenten Chromeinlagen erfolgreich um Behaglichkeit. Haptisch angenehm sind die 420 Euro teuren Stepppolster "Paris".
Die Küchenzeile ist mittig ins Fahrzeug konstruiert. Sie ist leicht angewinkelt und verfügt trotz zusätzlicher Regale über relativ wenig Arbeitsfläche. Dafür gibt es eine Dreiflammenkochzone aus Gussstahl, ein praktisches Rundspülbecken und eine gegenüber verbaute, großzügige Kühlkombination mit 138 Liter Volumen. Schubladen mit soliden Auszügen und dekorativen, aber leicht scharfkantigen Druck-Tastern sind Standard, modische LED-Ambiente-Akzente sorgen am Abend und in der Nacht für eine edle Lounge-Atmosphäre.
Fahrzeugdaten | Malibu T 450 RB-LE comfort 4.2 t |
|---|---|
Motorisierung | Vierzylinder/vorn längs |
Leistung | 125 kW (170 PS) bei 3800/min |
Hubraum | 1950 ccm |
Drehmoment | 400 Nm bei 1500/min |
Höchstgeschwindigkeit | 135 km/h |
Getriebe/Antrieb | Neunstufenaut./Hinterrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 92 l/Diesel |
Länge/Breite/Höhe | 7160/2340/2917 mm |
Radstand/Bereifung | 3900 mm/225/75 R 16 CP |
Masse fahrbereit/Zuladung ca. | 2917/1283 kg |
Anhängelast (gebremst/ ungebremst) | 2000/750 kg |
Grundpreis/Testwagenpreis | 99.950 Euro / 133.940 Euro |
Das Raumbad ist zweigeteilt: Aufwendig verspiegelt und beleuchtet, wirkt die beifahrerseitige Funktionszone mit Eckwaschbecken und Thetford-Toilette großzügiger, als sie tatsächlich ist. Die vollwertige Dusche gegenüber stünde manchem Mikro-Apartment gut. Ein stabiles Doppeltürensystem sorgt je nach Nutzungssituation für die jeweils gewünschte Privatsphäre im Bad und im Fahrzeugheck, wo ein längs verbautes Kingsize-Doppelbett als nobles Nachtlager fungiert.
Entscheidende Details, um dauerhaft Ordnung an Bord halten zu können, sind die zahlreichen Staufächer und die Heckgarage. Letztere bietet eine durchgehende Staufläche und eignet sich optimal für sperriges und leicht feuchtes Gepäck. Für die letzte Meile taugt sie jedoch wenig: Für zwei marktgängige E-Bikes ist die Garagenbauform etwas eng.
Nicht zu unterschätzen sind die sonstigen Ausstattungsparameter. Für wohlige Temperaturen an Bord ist eine Truma-Combi-6-Umluftheizung untergebracht, wodurch das Fahrzeug selbst im Winter voll einsatzbereit bleibt.

Reisen erster Klasse im aufgerüsteten Sprinter-Fahrerhaus dank MBUX-Infotainment und kluger Ergonomie.
Bild: Tom Salt
Preistreibend sind weitere Extras: Wem die serienmäßige 80-Ah-Aufbaubatterie zu knapp erscheint, der kann in eine identische Zweitbatterie (540 Euro) oder in eine 150-Ah-Lithiumbatterie mit Touchcontroller (2410 Euro) investieren. Drei zusätzliche 230-Volt-Steckdosen und zwei USB-Ladebuchsen kosten 490 Euro. Ebenfalls aufpreispflichtig sind Details wie die in die Zentralverriegelung integrierte Aufbautür (350 Euro) und das opulente Dachfenster "Skyview" über dem Fahrerhaus (1380 Euro).
So fährt der Malibu
Seine Mercedes-Sprinter-Basis mit Tiefrahmen verleiht dem beladen je nach Zulassung maximal 4,2 oder 4,5 Tonnen schweren 450 RB-LE ein spürbares Komfort-Upgrade. Das geschmeidige Neunstufen-Wandlerautomatikgetriebe und das adaptive Fahrwerk sorgen für verblüffend souveräne Fahreigenschaften. Die modernen optionalen Assistenzsysteme – darunter Spurhalte- und Notbremsassistent – erhöhen die Sicherheit. Und machen den Malibu zu einem charmanten und zugleich verblüffend effizienten Kilometerfresser. Motorisch ist der Teilintegrierte mit dem 170 PS starken Vierzylinder-Common-Rail-Turbodiesel auch in hügeligen Regionen noch gut motorisiert.

Auf Langstrecken fühlt sich der sicher abgestimmte und erstaunlich effiziente Malibu besonders wohl.
Bild: Tom Salt
Unser Praxisverbrauch pendelte sich auf unseren Testfahrten je nach Fahrweise zwischen neun und zwölf Litern auf 100 Kilometer ein. Was ein respektabler Wert in dieser Fahrzeugklasse ist. Um diesen Malibu in Gänze und mit allen möglichen Goodies zu genießen, braucht es jedoch vor allem ein solides Budget. Denn erst mit komfortablen Mehrausstattungen (33.990 Euro im Testwagen) offenbart dieser Malibu sein gesamtes Potenzial.
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