"Warum wir das Armaturenbrett neu gestaltet haben? Weil wir es können." Den zweiten Satz hört man bei Mansory regelmäßig. Er zeugt von gesundem Selbstbewusstsein. Und drückt die Philosophie eines Unternehmens perfekt aus, das sich lieber auf Spaß- statt auf Sinnsuche begibt. Auf Nachfrage gibt es noch ein paar Informationen mehr: "Mit derlei Maßnahmen demonstrieren wir, dass bei unseren Umbauten kein Stein auf dem anderen bleibt, und wir in der Lage sind, auch die komplexesten und abwegigsten Kundenwünsche zu realisieren." Der Mansory Gronos Sahara Edition eignet sich als diesbezüglicher Kompetenzbeweis vorzüglich – das Auto quillt vor verrückten Ideen geradezu über.Mansory schöpft wie gehabt aus dem Vollen: Alle relevanten Karosserieteile sind durch neu designte Bauteile aus Kohlefaser ersetzt. Die backt sich der Veredler im hauseigenen Autoklav selbst – spezielle Ideen erfordern spezielles Equipment. Die veränderte Front fällt auf Anhieb ins Auge: Sie wirkt sinnlicher und runder – nicht mehr so streng abgehackt-geometrisch wie beim Serienmodell.

Ein Licht in der Wüste

Ein weiterer Blickfang sind die neu gestalteten Scheinwerfer. Kreisförmig um den Hauptscheinwerfer gruppieren sich sieben LED-Leuchten. Zudem verfügt das Gehäuse über sechs waagerecht angeordnete Licht-Tentakel, die wahlweise in Weiß oder Grün leuchten. Noch gleißenderes Strahlen sondert das auf dem Dach montierte wattstarke Quartett ab. Auf dessen Einsatz sollte man abseits unbewohnter Wüsten aber verzichten: Es vermag entgegenkommende Verkehrsteilnehmer derartig zu paralysieren, dass sie abrupt abbremsen und sich analog zum wie festgenagelt auf der Landstraße stehenden Reh zum gefährlichen Hindernis entwickeln.

Fazit

von

Ben Arnold
Dieser Kracher kann nur vom Enfant terrible der Branche kommen: Der Gronos Sahara Edition treibt das typische Mansory-Gefühl auf die Spitze – gibt sich viel zu grell, viel zu laut, viel zu stark, viel zu durstig und viel zu teuer. Aus einer derartigen Ansammlung guter Eigenschaften resultiert zwangsläufig ein Gefährt, das Autoverrückte lieben müssen. Und das mit lausbübischer Freude die Lust am Überfluss und an komplett abgedrehter Rundum-Veredelung zelebriert.

Von

Ben Arnold