Lange Zeit kannten die Verkaufszahlen von Campingfahrzeugen nur eine Richtung: nach oben. Die Corona-Pandemie befeuerte den Trend zum Reisemobil zusätzlich, mit der Nachfrage zogen auch die Preise an. So wurden für einen ordentlich ausgestatteten Kastenwagen auf Fiat-Ducato-Basis, der vor Corona 45.000 bis 50.000 Euro kostete, plötzlich rund 15.000 Euro mehr aufgerufen. Hersteller und Händler verdienten prächtig, denn die Kunden gingen die Preisentwicklung mit.
Inzwischen scheint sich das Blatt zu wenden: Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im Jahresverlauf 3,7 Prozent weniger Wohnmobile neu zugelassen als 2024 – Womo-Liebe abgekühlt!

Viele Wohnmobil-Händler haben volle Höfe

Viele Händler haben derweil die Höfe voll mit Vorjahresmodellen und müssen diese nun mit Rabatt verkaufen. Diverse Betriebe, darunter einige große, fielen den zu hohen Erwartungen an den Wohnmobilboom bereits zum Opfer und mussten Insolvenz anmelden. Von einer Krise will die Campingbranche indes nichts wissen, all dies sei eine "gesunde Bereinigung".
Reisemobil
Die Anzahl an Erstzulassungen von Reisemobilen hat abgenommen.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Vermutlich die richtige Einschätzung: Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) zählte im letzten Jahr rund 55 Millionen Gästeübernachtungen auf Campingplätzen und 19 Millionen Übernachtungen außerhalb von Campingplätzen. So viele wie nie zuvor.