Experten bezweifeln, ob die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe auch zu günstigeren Spritpreisen führen wird. In einem Interview mit AUTO BILD äußert sich Holger Haedrich, Leiter der Studie "Benzinpreismeldestelle 2013" skeptisch: "Profitieren werden nur die rund zehn Prozent der Autofahrer, die schon bislang immer nach dem niedrigsten Preis in der Umgebung gesucht haben. Insgesamt ist es aber viel wahrscheinlicher, dass die Spritpreise steigen werden." Die Meldepflicht für Kraftstoffpreise startet am 31. August 2013 und soll Autofahrer über aktuelle Spritpreise in der Umgebung informieren. Mehr Transparenz für Autofahrer bedeutet aber auch schnelleren Durchblick der Tankstellenbetreiber. Zwar werde es dann weniger heftige Preisänderungen geben, so Haedrich, "man wird sich aber auf einem höheren Preisniveau treffen, um die möglichen Margen am besten auszuschöpfen".
Holger Haedrich Leiter der Studie Benzinpreismeldestelle 2013 memo Service GmbH Berlin
"Man wird sich auf einem höheren Preisniveau treffen", erwartet Experte Holger Haedrich von den Tankstellenbetreibern.
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Bislang dauerte es oft mehrere Stunden, bis Tankstellen auf Preissenkung der Konkurrenz reagieren konnten. Mit der Meldepflicht und der damit verbundenen Transparenz ist es allerdings dann vorbei. Tankstellen können künftig quasi in Echtzeit Preisänderungen umliegender Wettbewerber nachziehen – der Preisvorteil für den Autofahrer ist dahin. Haedrich sieht in Benzinspar-Apps nur einen geringen Vorteil: "Sie nützen vor allem in fremden Regionen, eine Tankstelle zu finden." Rund 90 Prozent der Autofahrer treffen ihre Tankauswahl nicht aus Preisgründen, sondern orientieren sich an der geplanten Route, dem Shopangebot der Tankstellen oder handeln aus Markentreue.