Den Status einer Ikone hat der MX-5 spätestens mit der zwischen 2005 und 2015 gebauten dritten Generation erreicht. Dem Kult liegt ein simples Rezept zugrunde, das seine Wirkung bis heute nicht verloren hat: reinsetzen, mit einer Hand das Dach aufreißen und puren Roadster-Fahrspaß genießen – so einfach, so schnell, so gut! Mazda bot den Typ NC erstmals auch als Roadster-Coupé an. Dann besteht das Dach aus wetterfestem Kunststoff und lässt sich vollelektrisch hinter den Vordersitzen zusammen falten. Die harte Schale bringt allerdings nicht nur Vorteile. Locker zu verschmerzen sind die zusätzlichen rund 30 Kilo, die der Zweisitzer dann auf die Waage bringt. Doch leider neigt das Hardtop zum Klappern. Die Werkstatt versucht der unangenehmen Geräuschkulisse mit eingeklebten Filzstreifen ein Ende zu bereiten. Der Erfolg dieser Maßnahme hält sich leider allzu oft in Grenzen, wie Besitzer genervt berichten.

Kein Kauf ohne sorgfältigen Bühnen-Check

Mazda MX-5
Vierzylinder mit wartungsfreier Kette. Probleme macht zuweilen der Ölverbrauch.
Unser Testwagen besitzt hingegen das konventionelle Stoffdach und wurde erstmals 2011 zugelassen. Also nach der Modellpflege im Jahr 2008, die sich optisch an dem größeren Kühlergrill und den überarbeiteten Scheinwerfern erkennen lässt. Unter der Haube arbeitet der 1,8-Liter-Motor mit 126 PS. Mehr Leistung, das bestätigt die Testfahrt auf den umliegenden Landstraßen, braucht es für den 1,1 Tonnen leichten Puristen auch nicht. Allerdings ist vor dem Kauf Vorsicht geboten: Mit übertriebener Rostvorsorge fällt der MX-5 nicht auf. Zum Glück betrifft das nicht alle Exemplare, ein sorgfältiger Bühnen-Check ist daher Pflicht. Und auch wenn die 160 PS starke, aber deutlich seltenere Alternative mit 2,0 Liter Hubraum spürbar mehr Spurtvermögen besitzt: Beide Triebwerke eint, dass sie viel Drehzahl benötigen, damit sich nachhaltiger Schub einstellt. Das Verwalten der fünf Gänge mit dem knackig-kurzen Schalthebel, der optimal zur Hand liegt, ist die reine Freude. Sollten sich die Gänge allerdings nicht so leicht über die kurzen Schaltwege einlegen lassen, sorgt ein Getriebeölwechsel oft für deutliche Besserung.
Überblick: Alles zum Mazda MX-5

Harte Federn stressen das Fahrwerk

Raum für Verbesserungen bietet auch das Fahrwerk der Generation NC. An die sehr präzise und direkte Lenkung des aktuellen MX-5 reicht die Technik nicht heran. Und so finden sich auf dem Zubehörmarkt veränderte Federn, Dämpfer und Stabilisatoren, die das Kurvenverhalten des offenen Japaners optimieren sollen. So ein härteres Setup wirkt sich aber negativ auf die übrigen Fahrwerkskomponenten aus. Über die Jahre kann sogar die Karosserie des MX-5 weich werden. Klare Empfehlung: einen MX-5 nur im Originalzustand kaufen! Alles andere wäre für die Ikone sowieso unwürdig.

Fazit

Damit der MX-5 der Generation NC auch nach der Anschaffung ein bezahlbarer Spaß bleibt, empfiehlt es sich, beim Kauf einen Experten zu Rate zu ziehen. Insbesondere die Rostsituation muss richtig eingeschätzt werden. Urteil: drei von fünf Punkten.