Mazda2: Gebrauchtwagen-Test
Gute Gebrauchtoption? Mazda2 im Check

Bereits 2015 vorgestellt, zeigt der Mazda2 gebraucht, was in ihm steckt. Der japanische Kleinwagen geht technisch und optisch eigene Wege, ernste Probleme sind ihm fremd.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Ohne Stress mobil zu sein, ist seit Jahrzehnten eine Spezialität der Japaner. Der Mazda2 wahrt diese Tradition des gut gemachten Kleinwagens und will in seiner dritten Generation (DJ1) bereits seit 2015 als charmant designte Alternative zu VW Polo, Ford Fiesta und Opel Corsa punkten. Bei seinem Debüt setzte Mazda nicht auf das weitverbreitete radikale Downsizing mit Turboaufladung, sondern auf traditionelle Werte wie hoch verdichtete Saugmotoren, relativ geringes Gewicht und klassische Wandlerautomaten. Das wirkt in der kleinen Klasse ungewöhnlich konservativ, kann sich bei der Haltbarkeit langfristig aber rechnen.
Materialqualität und Haptik klar über dem Durchschnitt
Das ist er: Mit 4,07 Meter Länge bleibt der Mazda2 eindeutig im traditionellen B-Segment. Optisch setzt er auf Markenzugehörigkeit. Sein feines Kodo-Design zeigt, dass es auch im Kleinformat erstaunlich gut funktioniert. Eine fein modellierte Motorhaube, schmal geschnittene Scheinwerfer nebst voluminöser Grillmaske und eine nach hinten ansteigende Seitenlinie sind markante Designelemente, die auch nach gut zehn Modelljahren und zwei Facelifts noch immer ansehnlich sind. Spätestens in höheren Ausstattungslinien sowie mit LED-Licht und 16-Zoll-Rädern wirkt das Konzept wertig und erwachsen.

Bis Ende 2024 wurde der Mazda2 der Generation DJ1 neu angeboten. Inzwischen gibt es einen Hybrid-Nachfolger, der ein Klon des Toyota Yaris ist.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Technisch basiert der 2er auf Mazdas hauseigener Skyactiv-Architektur mit Leichtbau, hochfesten Stählen und einer für diese Klasse beachtlichen Steifigkeit des Rohbaus. Das Fahrwerk ist dagegen betont konservativ und wartungsarm konstruiert. Vorn arbeitet eine MacPherson-Achse und hinten eine Verbundlenkerachse.
Überraschender ist der Innenraum: Das Cockpit ist fahrerorientiert, mit mittig aufgesetztem Zentraldisplay (ohne Touch!) sowie Drehdrück-Controller auf dem Mitteltunnel und klassischer Klimasteuerung. Materialqualität und Haptik liegen klar über dem Klassendurchschnitt, auch bei der Verarbeitung haben sich die Japaner merklich Mühe gegeben, sodass gewöhnlich kaum etwas klappert oder unerwartet knistert. Weich geschäumte Oberflächen dominieren den oberen Bereich, sauber rastende Schalter erinnern an deutlich teurere Premium-Produkte. Erste Alterungserscheinungen muss man bei unserem wenig gefahrenen Testwagen nach knapp einer halben Dekade tatsächlich mit der Lupe suchen.
Technische Daten
Skyactiv-G 75 | Skyactiv-G 90 Aut. | Skyactiv-G 115 | |
|---|---|---|---|
Motor | Vierzylinder/vorn quer | Vierzylinder/vorn quer | Vierzylinder/vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1496 cm³ | 1496 cm³ | 1496 cm³ |
Leistung | 55 kW (75 PS) bei 6000/min | 66 kW (90 PS) bei 6000/min | 85 kW (115 PS) bei 6000/min |
Drehmoment | 143 Nm bei 3500/min | 151 Nm bei 4000/min | 151 Nm bei 3500/min |
Höchstgeschwindigkeit | 171 km/h | 177 km/h | 200 km/h |
0–100 km/h | 11,3 s | 12,1 s | 9,1 s |
Tank/Kraftstoff | 44 l/Super | 44 l/Super | 44 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang man./Vorderrad | Sechsstufenautomatik/Vorderrad | Sechsgang man./Vorderrad |
Länge/Breite/Höhe | 4065/1695/1515 mm | 4065/1695/1515 mm | 4065/1695/1515 mm |
Kofferraumvolumen | 280-950 l | 280-950 l | 280-950 l |
Leergewicht/Zuladung | 1096/436 kg | 1112/437 kg | 1117/423 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 900/550 kg | 900/550 kg | 900/550 kg |
Mit dem Platzangebot kann man vorn selbst bei 1,90 Meter Körpergröße noch recht gut leben, hinten ist der Zuschnitt klassentypisch deutlich knapper. Der Kofferraum fasst bei aufgestellter Fondbanklehne lediglich 280 Liter. Bei umgeklappter Rückbank sind es immerhin 950 Liter, was auch sperrigere Güter gut transportierbar macht.
Die Komfort- und Sicherheitsausstattung ist beachtlich
Das hat er: Prime-Line, Centre-Line, Exclusive-Line und Sports-Line ordnen grob die Ausstattungsvarianten, dazu gab es über die Modelljahre immer wieder interessant konfigurierte Sondermodelle wie Kizoku, Homura, Edition 100 und 100th Anniversary. Bereits ab der mittleren Ausstattungslinie bietet der Mazda2 eine für das Segment beachtliche Komfort- und Sicherheitsausstattung, wobei er ab dem 2020er Facelift spürbar zulegte. Erwähnenswert sind Head-up-Display mit Kunststoffscheibe, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Spurhaltewarner, Totwinkelassistent und LED-Scheinwerfer. Voll ausgestattet gibt es Goodies wie Matrix-LED-Licht mit 20 Segmenten, Klimaautomatik, Sitzheizung, Navigation und schlüssellosen Zugang.

Geschmackvoll eingerichtet, beweist der Mazda2, dass auch in der kleinen Klasse Qualität und Charme möglich sind.
Bild: Christoph Börries
Das MZD-Connect-Infotainment mit 7-Zoll-Bildschirm ist in die Jahre gekommen, funktioniert über einen Controller zwischen den Sitzen aber recht intuitiv. Wichtig bei den frühen Baujahren ist es, den Softwarestand zu überprüfen. Updates durch den Mazda-Partner verbessern häufig die Stabilität und die Smartphone-Anbindung.
Karosserieseitig zeigt sich der Mazda2 weitgehend robust und mit sauberen Spaltmaßen. Substanzielle Rostgefahr ist im Gegensatz zu älteren Modellreihen kein Thema, dennoch lohnt der Blick auf Blechkanten und Unterboden bei ausgiebigem Wintereinsatz. Innen überzeugt die Verarbeitung mit wenig Knarzgeräuschen und hoher Oberflächenstandfestigkeit, selbst bei höheren Laufleistungen.
Das Handling ist stets brav
So fährt er: Seiner Hausphilosophie bleibt Mazda auch in der Kleinwagenklasse treu. Kein Abgasturbolader, sondern hoch verdichtete Skyactiv-G-Saugmotoren mit einer geringen inneren Reibung (und ebenso geringem Drehmoment) werkeln erfreulich zuverlässig unter der Haube. Und ab dem ersten Facelift in 2020 gibt es eine Mildhybrid-Variante mit Bremsenergie-Rückgewinnung, Riemenstarter-Generator und Pufferkondensator als kurzfristigem Speicher.

Im AUTO BILD TÜV-Report wurde der 2er gerade Klassensieger.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Angeboten wurden die Antriebe als 1,5-Liter-Vierzylinder mit 75, 90 oder 115 PS, die Abgasnorm Euro 6 ist Mindeststandard. Der 75-PS-Basismotor taugt gerade eben als Mittel zum Alltagszweck, wirkt jedoch spätestens bei voller Beladung aufgrund des mäßigen Drehmoments schnell angestrengt. Harmonischer fährt sich die 90-PS-Version. Sie ist zwar ebenfalls kein Kraftprotz, aber spürbar elastischer auf der Autobahn. Der 115-PS-Motor ist die fahraktivste Wahl, hängt recht gut am Gas und dreht willig aus, passt am besten zum moderaten Fahrzeuggewicht.
Beim lang übersetzten Handschalter gefallen die kurzen Schaltwege und die präzise Führung. Optional gab es die in unserem Testwagen verbaute Sechsstufen-Wandlerautomatik. Sie schaltet weich, reagiert aber deutlich gemächlicher als die meisten modernen Doppelkuppler. Dafür gilt sie als langlebig und robust.
Fahrdynamisch überrascht der Mazda2 positiv. Seine Lenkung arbeitet direkt und mit ordentlicher Rückmeldung, das Fahrwerk ist straff, ohne unkomfortabel oder polterig zu wirken. Gerade bei Fahrten auf Landstraßen wirkt der 2er leichter und agiler als viele seiner Mitbewerber. Der Verzicht auf eine Aufladung weckt gleichzeitig die Lust an der Drehzahl, ohne dafür an der Zapfsäule übermäßig bluten zu müssen. Verbrauchswerte zwischen fünf und sechs Litern sind realistisch. Die Motoren gelten als standfest konstruiert, sofern die Wartungsintervalle eingehalten wurden.
Stärken
- Charaktervoller Kleinwagen
- Hohe Zuverlässigkeit
- Schönes Interieur
Schwächen
- Stramme Gebrauchtpreise
- Fondabteil relativ eng
- Eher moderate Dynamik
Die Anzahl der typischen Problemzonen ist überschaubar
Das macht Ärger: Mazda spendiert lange Neuwagengarantien. Drei Jahre oder 100.000 Kilometer waren lange Standard; ab Erstzulassung im April 2022 gibt es sechs Jahre oder 150.000 Kilometer. Für den Lack garantiert Mazda drei Jahre, auf den Durchrostungsschutz gibt es solide zwölf Jahre. Auffällige Serienprobleme sind sehr selten, der Mazda2 ist offenkundig eine ziemlich robuste Konstruktion. Gelegentlich bemängeln Besitzer verschlissene Kupplungen bei höheren Laufleistungen und die eher empfindlichen Lackoberflächen.
Die Batterien sind nicht sonderlich haltbar, was auch am häufigen Kurzstreckeneinsatz liegt. Bei intensivem Winterbetrieb sind gerade bei älteren Exemplaren erste Rostnester am Unterboden und an den Achsen möglich. Beim Kraftfahrt-Bundesamt sind sechs Rückrufe hinterlegt.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 5,5 l S/100 km |
|---|---|
CO2 (WLTP) | 133 g/km |
Inspektion | 250-450 Euro |
Haftpflicht (18)* | 621 Euro |
Teilkasko (21)* | 803 Euro |
Vollkasko (18)* | 1306 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6d) | 81 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 391 Euro |
|---|---|
Anlasser | 519 Euro |
Wasserpumpe | 461 Euro |
Zahnriemen | entf., Steuerkette |
Nachschalldämpfer | 597 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 890 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 552 Euro |
Infotainmentbildschirm | 1625 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 185/60 R 16 H) | 400 Euro |
Service-Links

































