McLaren stellt nicht einfach nur eine offene Variante ihres bekannten Plug-in-Hybridmodells Artura vor – die Briten nutzen die Gelegenheit und verpassen dem Sportler ein kleines Facelift.

20 PS mehr kitzelt McLaren aus dem Biturbo-V6

Die plakativste Neuerung: 20 PS mehr auf nun glatte 700 im System aus Dreiliter-V6-Verbrenner und E-Maschine an der Hinterachse. Und das Schöne: Eigentümer des bisherigen Modells können sich die Mehrleistung über eine Neukalibrierung beim McLaren-Händler kostenlos nachrüsten lassen.
McLaren Artura Spider
20 PS Mehrleistung im System und ein emotio­naleres Sounddesign machen den Artura noch reizvoller.
Bild: Hersteller
Denn McLaren hat nichts an der Hardware selbst geändert, sondern die Leistung über Änderungen am elektronischen Mapping generiert. Der Aluminium-V6 mit Trockensumpfschmierung hat seine beiden Turbolader im "heißen V", also mittig zwischen den Zylinderbänken platziert. Das soll das Ansprechverhalten verbessern und sorgt zusammen mit dem 120-Grad-Bankwinkel für ein extrem kompaktes Packaging.

Der V6 baut nicht nur kürzer, er ist auch leichter als der V8

Er baut nicht nur deutlich kürzer als ein V8, mit nur 160 Kilogramm wiegt er auch noch 50 kg weniger als dieser. Der E-Motor ist in der Getriebeglocke untergebracht, leistet 95 PS und 225 Nm. Er wird von einem Batteriepaket aus fünf Lithium-Ionen-Modulen gespeist, das mit einer nutzbaren Energiekapazität von 7,4 kWh für 33 Kilometer rein elektrisches Fahren gut ist.
McLaren Artura Spider
Die Entlüftungsöffnungen für das "heiße V" – also die Turbos inmitten der Zylinder – wurden nach hinten verlegt.
Bild: Hersteller
Den Sound des Biests hat McLaren mit einer überarbeiteten Auspuffanlage optimiert, die mit einem neu abgestimmten Resonator und nach oben konisch zulaufenden Endrohren für einen noch emotionaleren Klang sorgt. Optional ist sogar eine Sportabgasanlage erhältlich, die noch mal einen draufsetzt.

In nur elf Sekunden öffnet das Hardtop

Highlight ist aber natürlich das versenkbare Hardtop, das sich in nur 11 Sekunden bei Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h elektrisch öffnen lässt und viel Frischluft in den Artura bringt. Das Retractable Hard Top und sein Mechanismus erhöhen das Gesamtgewicht des Artura um nur 62 Kilo auf nun 1560 (DIN).
McLaren Artura Spider
Die neue Generation des Infotainmentsystems wertet den Innenraum auf.
Bild: Hersteller
Dadurch unterscheiden sich die Beschleunigungswerte des Spider auch kaum vom Coupé: 0-100 km/h in 3,0 Sekunden; 0-200 km/h in 8,4 Sekunden; 0-300 km/h in 21,6 Sekunden; die Höchstgeschwindigkeit gibt McLaren mit 330 km/h an. Großen Anteil daran hat das Launch-Control-System, das über eine neue Funktion namens "Spinning Wheel Pull-Away" verfügt. Landläufig würde man wohl "Burnout-Modus" sagen.

Die Doppelkupplung schaltet nun noch schneller

Fahrwerksseitig wurden die Dämpferventile überarbeitet. Sie bieten nun ein besseres Ansprechverhalten. Auch der Achtgang-Doppelkuppler wurde optimiert, die Schaltgeschwindigkeit um 25 Prozent erhöht und die Gänge enger übersetzt. Zudem haben die Entwickler den Wechsel zwischen den Fahrmodi (Electric, Comfort, Sport und Track) harmonischer gestaltet.
McLaren Artura Spider
Die Carbon-Keramik-Bremsanlage ist serienmäßig. Die Scheiben messen 390 mm vorn und 380 an der Hinterachse.
Bild: Hersteller
Auch beim Spider hat McLaren die charakteristischen Scherentüren beibehalten. An der Motorabdeckung und dessen Entlüftung musste jedoch massiv Hand angelegt werden. Die beiden "Höcker" auf der Abdeckung sind angenehm filigran geraten und enthalten die Überrollstruktur des Spider.

Dach und Abdeckung bestehen aus Kohlefaser

Zwischen den Streben befindet sich eine beheizbare Heckscheibe, die sich auf Knopfdruck hebt oder senkt. Die Entlüftungsöffnungen für den Antriebsstrang mussten wegen des Verdeckkastens weiter nach hinten verlegt und neu angeordnet werden. Das Hardtop selbst besteht, wie auch die Heckabdeckung, aus einer leichten Kohlefaserverbundstruktur. Den Deckel kann der Kunde optional in glänzendem Sicht-Carbon ordern.
McLaren Artura Spider
Die dünnen Sitzschalen sehen nur martialisch aus. Schon im Coupé saß es sich erstaunlich kommod.
Bild: Hersteller
Preise kommuniziert McLaren aktuell nur für den britischen Markt. Hier geht es bei 221.500 Pfund los. Orientieren wir uns am aktuellen Modell, so rechnen wir hierzulande mit ca. 260.000 Euro. Coupé und Spider können ab sofort bestellt werden und werden ab Mitte 2024 ausgeliefert.
Ein Hybridsportler für Sonnenanbeter – da können wir uns durchaus begeistern. Zumal der V6 schon im Coupé zu den wohlklingendsten Triebwerken seiner Zunft gehört. Ohne Dach wird's zum Donnerwetter.