Wenn McLaren an einem neuen Hypercar feilt, dann geht es neben aller Leistung, aller Aero und aller Optik vor allem um eines: um Gewicht! Oder sagen wir besser: um die Vermeidung desselbigen. Das galt schon zu seligen F1-Zeiten, das galt zu P1-Zeiten; und glauben Sie uns: Das gilt zu W1-Zeiten nun fast noch mehr denn je.
Allen voran für den neu entwickelten Biturbo-V8 (MHP-8), der nicht nur auf 928 PS und 900 Newtonmeter erstarkt, sondern im Vergleich zu seinem ebenfalls vier Liter großen Vorgänger (M840T) auch noch zehn Kilogramm verliert. Und diese zehn Kilogramm wurden dem Aggregat wirklich im Detail ausgetrieben.
Der V8 sollte so flach wie möglich bauen; aus dem Grund wurden seine Turbos außen angeflanscht.
Bild: McLaren
Angefangen bei der verringerten Bohrung (leichtere Kolben, kürzerer Block) über hohl ausgeführte Einlassventile und Nockenwellen bis hin zur ultrakompakten Ansaugung nebst Luftfilter, die dem Aggregat direkt auftoupiert wurde. Mehrgewicht wurde nur dort geduldet, wo es für die Performance absolut unabdingbar war. An den größeren Twin-Scroll-Turbos etwa oder der erweiterten Steifigkeit – schließlich dreht der neue V8 bis 9200 Touren statt der bisher maximalen 8500.
Motorbauart
V8-Biturbo + E-Motor 
V8-Biturbo + E-Motor 
Hubraum 
3799 cm3 
3988 cm3 
Bohrung x Hub 
93,0 x 69,9 mm 
92,0 x 75,0 mm 
Leistung Verbrenner kW (PS) 
542 (737) 
683 (928) 
Drehmoment Verbrenner Nm b. 1/min 
720/4000 
900/4000-7000 
Leistung E-Motor kW (PS) 
132 (179) 
255 (347) 
Drehmoment E-Motor Nm 
260 
440 
Systemleistung kW (PS) 
674 (916) 
938 (1275) 
Systemdrehmoment Nm 
900 
1340 
Energieinhalt Hochvoltbatterie 
4,7 kWh 
1,4 kWh 
Getriebe 
7-Gang-Doppelkupplung 
8-Gang-Doppelkupplung 
Antriebsart 
Hinterrad 
Hinterrad 
0-100 km/h 
2,8 s 
k. A. 
0-200 km/h 
6,8 s 
5,8 s 
0-300 km/h 
16,5 s 
12,7 s 
Höchstgeschwindigkeit 
350 km/h (abgeregelt) 
350 km/h (abgeregelt) 
Bis zu 24.000 U/min sind es an der E-Maschine (PSM), die direkt ans neu entwickelte Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe andockt. Sie wissen schon: kurze Wege, wenig Kabel, weniger Gewicht. Motor und Leistungselektronik sitzen in einem Gehäuse, kommen zusammen auf gerade einmal 20 Kilogramm. Trotzdem liefert das kompakte Hochleistungsmodul bis zu 347 PS und 440 Newtonmeter – oder 23 PS/kg, wenn man es spezifisch rechnet.
Mit 1,38 kWh ist der Speicher alles andere als groß; dafür aber ein wahrer Meister der schnellen Ent- wie Aufladung.
Bild: McLaren
Die Batterie selbst fällt im Vergleich zum McLaren P1 deutlich kleiner aus. Statt der früheren 4,7 stehen nun gerade einmal 1,4 kWh zur Verfügung. Und das, obwohl der Anteil der E-Power deutlich ansteigt. Damit der Saft angesichts des kleinen Speichers nicht ständig leerläuft, wurde der gesamte Triebstrang des W1 auf maximal mögliche Energierückgewinnung getrimmt. Salopp gesagt wird der Speicher quasi immer geladen, sobald man nicht gerade Volllast gibt. Und diese Phasen fern von Flat-Out dürften angesichts der astronomischen Peak-Leistung definitiv dominieren.
Das neu entwickelte Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe besitzt keinen mechanischen Rückwärtsgang mehr; diese Funktion übernimmt fortan der E-Motor.
Bild: McLaren
Schließlich paktieren hier immerhin 1275 PS und 1340 Newtonmeter, deren Vortrieb sich weiterhin nur auf der Hinterachse entlädt. Weshalb? Zum einen, weil es die Traktion – mitunter dank gangabhängiger Ladedruckregelung – hergeben soll. Zum anderen aber auch, weil eine Allrad-Konfiguration schlicht und ergreifend zu viel gewogen hätte – irgendwie klar, oder?