Haaaatschi! Auch erkältet? Kein Wunder: Mal warm, mal kalt – richtig angezogen ist man in dieser Jahreszeit eigentlich nie. Und ruck, zuck ist die Erkältung im Anmarsch. Doch statt Husten oder Schnupfen zu Hause gründlich zu kurieren, schlucken wir Tabletten oder nehmen einen kräftigen Schluck aus der Hustensaftpulle. So präpariert, geht's ab ans Steuer. Getreu dem Motto: Ein Husten haut uns noch lange nicht um. Vielleicht aber die Arznei. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat warnt: Jeder vierte Unfall auf unseren Straßen passiert nach der Einnahme von Medizin. So manches freiverkäufliche Hustenmittel setzt den Fahrer außer Gefecht. Besonders gefährlich: Hustenblocker oder -stiller (siehe Tabelle). Sie blocken nicht nur den Husten ab, sondern auch die Sinne. Und Codein, ein beliebter Wirkstoff gegen Reizhusten, senkt die Fähigkeit der Augen, sich an wechselnde Lichtverhältnisse anzupassen. Gefährlich in der Dämmerung oder bei Blendung durch entgegenkommende Autos.
Viele Mittel – wie etwa Melissengeist – enthalten außerdem Alkohol. Wie dieser kann Medizin den Führerschein kosten (§ 316 StGB): "Entweder weil sie berauschend wirkt oder die körperlichen Fähigkeiten einschränkt", so AUTO BILD-Rechtsexperte Rolf-Peter Rocke. Auch die Ausrede, man habe den Beipackzettel nicht gelesen, hilft da nicht (§ 315 c StGB). Für Kranke gilt also: Vor Fahrtantritt den Beipackzettel der eingenommenen Arznei genau lesen. Noch besser: Hände weg vom Steuer und ab ins Bett!