Ende Juli präsentierten Studenten der TU Eindhoven den sportlichen Zwei­sitzer ZEM. Seine Außenhaut druckten sie aus recycelbaren Kunststoffen. Innen arbeitet eine weitere Besonderheit: Ein spezieller Filter soll Kohlendioxidemissionen, die während der Produktion entstehen, wieder wettmachen. Pro 20.000 Kilome­ter macht das zwei Kilogramm CO₂. Der Filter, der jetzt patentiert werden soll, muss allerdings nach 320 Kilome­tern geleert werden. Die Studen­ten stellen sich dafür spezielle Entsorgungspunkte an den Ladestationen vor.
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Studenten gelten als arbeitsscheu und haben die Köpfe voller Flausen – nur eins können sie wirklich: Bier trinken. Die Realität sieht anders aus, jedenfalls an der Technischen Universität in Eindhoven (Niederlande). Dort betreiben nämlich Studierende den Verein "TU Ecomotive.
ZEM TU Ecomotive
"ZEM" steht für Zero Emmission Mobility, also für Mobilität ohne Abgase. Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h.
Seit zehn Jahren entwickeln die Studenten in Eigenleistung umweltfreundliche Fahrzeuge. Mittlerweile sind so sieben Autos entstanden. Beim aktuellen ZEM stehen die Recyclingfähigkeit der eingesetzten Materialien im Fokus sowie der CO₂-Ausstoß während der Produktion.

Selbstbewusst und mutig gegenüber den Konventionen

Nach eigener Aussage wollen die Studenten nicht nur zeigen, wie umweltfreundliche Auto-Produktion aussehen kann, sondern auch die großen Autokonzerne herausfordern. Denn was die gut 30 Fast-Ingenieure können, das sollte die Autoindustrie schon lange beherrschen, so die Sicht von TU Ecomotive.
ZEM TU Ecomotive
20,7 kWh fasst die Batterie, 22 Kilowatt leistet der Motor. Eine Ladung reicht für 100 bis 120 Kilometer.

Selbstbewusst und mutig gegenüber den Konventionen – typisch studentisch eben. Tatsächlich verfängt der Ansatz. Etwa 50.000 Euro ist der ZEM wert. Möglich machen das Sponsoring und Sachspenden aus der Industrie. Unter den Partnern finden sich auch Größen wie Hella oder Chip-Produzent Neways.
ZEM TU Ecomotive
Beim ZEM bestimmt die Emmissionsreduktion, nicht die Performance. Unter den Hella-Leuchten steckt die Filteranlage.

Elf Monate haben die Studierenden von der Idee bis zum fertigen Wagen gebraucht. Teammanagerin Louise de Laat sagte AUTO BILD, die Arbeit an ZEM habe sie genossen. Nur mit einem Team aus unterschiedlichen Charakteren, hochambitioniert und kreativ, sei das möglich gewesen, so die Studentin. Ob die innovative CO₂-Speicher-Technik in Serie gehen wird, wisse de Laat nicht, aber hoffe darauf.

Fazit

von

AUTO BILD
Tolle Idee und eine wahnsinnige Leistung. Wenn eine paar Studenten ein fast CO2-neutrales Auto innerhalb von einem Jahr bauen können, dann schafft das auch VW. Die müssen es nur wollen. Vielleicht legt auch BMW vor. Immerhin sieht der ZEM dem ersten Z4 recht ähnlich.

Von

Michael Gebhardt
Jakob Gierth