Mercedes 600 SE (W 140): Gebrauchtwagenmarkt
Mercedes S-Klasse: V12 und 408 PS für unter 10k?

Bild: Lucky Mobile/AutoScout24
Wer an eine Mercedes S-Klasse denkt, denkt an Luxus und große Motoren. Und keine Generation hat diese Mischung so auf den Punkt gebracht, wie der W 140. Die S-Klasse der 90er-Jahre, gebaut von 1991 bis 1998 und der direkte Nachfolger des noch deutlich zurückhaltenderen W 126.
Doch mehr geht bekanntlich ja immer und so gibt es auch in der höchsten Klasse von Mercedes noch interne Steigerungen. Denn die Motorenpalette fängt beim 300 SE 2.8, beziehungsweise ab 1993 beim S 280, mit einem 2,8-Liter-Sechszylindermotor und 193 PS noch beschaulich an. 1992 kam außerdem ein aufgeladener 150 PS starker Dieselmotor hinzu. Etwas eindrücklicher wird es dann mit zwei Zylindern mehr. Hier geht es 1991 mit dem 400 SE (286 PS) und dem 500 SE (326 PS) los, 1993 folgte die Umbenennung zu S 420 (279 PS) und S 500 (320 PS).
Der 600 SE war der Stärkste seiner Zeit
Die Macht bleibt aber natürlich der Zwölfzylinder. Wer auf dem Mercedesheck die "600" sieht, weiß sofort, was unter der Haube schlummert. 1991 bis 1993 erzeugte der V12 mit sechs Liter Hubraum 408 PS und ein maximales Drehmoment von 580 Nm, ab 1993 war der S 600 (bis dato 600 SE) mit 394 PS und einem maximalen Drehmoment von 394 PS unterwegs. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 250 km/h angegeben, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h soll in den Modellen bis 1993 in 6,0 Sekunden möglich sein, danach 0,6 Sekunden langsamer. Auch ein Sechszehnzylinder war für den W 140 angedacht, wurde jedoch nie umgesetzt und so bleibt der Zwölfender das stärkste Pferd im Stall.
Und der Neupreis für ein solches Zwölfzylinderschiff? Der lag bei ungefähr 200.000 DM. Umso eindrücklicher, dass einige Exemplare des W 140 heute für unter 10.000 Euro zu kaufen sind!
Schnäppchen oder Schnappfalle?
So wie dieser 600 SE von 1992. Also ein Modell aus der Zeit, bevor Mercedes die Typen-Nomenklatur im Sommer ´93 völlig neu überdachte und anschließend die "Klassen" einführte. (E-Klasse, C-Klasse usw.) Doch die S-Klasse war davon nicht vollends betroffen, denn diese Bezeichnung gab es bereits seit dem W 116 (1972-1980). Das Oberklassenmodell war also Vorreiter und Vorbild für die neue Benennung.
Ausstattung und Luxus ohne Ende
Und nicht nur das: Der 600er war auch das erste serienmäßig produzierte Auto von Mercedes, das mit einem V12 vorfuhr. Ein wahres Stück automobiler Geschichte also und das für nur 9990 Euro? Das wirkt auf den ersten und auch zweiten Blick sicherlich verlockend. Denn neben der außergewöhnlichen Motorisierung, bringt der Benz eine umfangreiche Ausstattung mit. Unter anderem elektrisch verstellbare Sitze vorne und hinten, eine Volllederausstattung in schwarz, elektrische Fensterheber, eine Klimaautomatik, eine beheizbare Heckscheibe und Ausstiegsleuchten an den Türen (rundum). Mehr geht dann nur noch bei der Langversion, dem SEL.

Komfort und Luxus der 90er-Jahre! Weiches Leder, eine elektrische Sitzverstellung und ein Automatikgetriebe.
Bild: Lucky Mobile/AutoScout24
Der Benzinverbrauch ist enorm
Außerdem fährt dieses Exemplar mit H-Zulassung, zumindest Teile der Unterhaltskosten, müssen einem also keine Bauchschmerzen bereiten. Anders wird es vielleicht, wenn mal wieder die Reservelampe des Benzintanks leuchtet. Denn Durchschnittsverbräuche von bis zu 20 Liter auf 100 Kilometer zu erreichen, ist mit dem 600 SE keine Herausforderung.
Das ist der größte Haken an diesem Deal
Doch auch der Tachostand ist mit 171.000 Kilometern nicht der größte Makel. Denn was wirkliche Folgen haben könnte: Der Mercedes wurde komplett nachlackiert – wegen eines Unfalls. Genauere Informationen gibt es aber nicht, das Scheckheft wurde ebenfalls nicht gepflegt. Dafür ist die HU jedoch neu!
Interessenten muss jedoch klar sein, dass ein solcher Kauf viele Risiken birgt und so jeder für sich selbst entscheiden muss: Schnäppchen oder Schnappfalle?
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