Mercedes-AMG GT R/E 63 AMG: Vergleich
Was kostet die AMG-Welt?

Ein gebrauchter E 63 AMG trifft auf den neuen GT R. Klar, zwischen diesen beiden liegen Welten und rund 140.000 Euro. Und dennoch vergleicht AUTO BILD SPORTSCARS die Unvergleichlichen.
Bild: Andreas Lindlahr
- Georg Kacher
Portimao, schon wieder. Für Bleifüßler ist die Rennstrecke am Westzipfel des europäischen Kontinents mindestens so suchtgefährdend wie die Spielbank in Bad Wiessee für Baccara-Jane und Roulette-Johnny. Deswegen lässt die Industrie hier gern ihre Besten testen, bis es qualmt. Nach BMW und McLaren bittet diesmal Mercedes-AMG zum Kurventanz an die Algarve. Im Mittelpunkt steht der neue GT R, frisch gekürt mit Nordschleifen-Bestzeit und passend lackiert in Grüne-Hölle-Matt. Nur auf uns wartet aber in der letzten Garage vor der Boxengasse ein weiterer AMG, ein V8 der fast vergessenen Art. Der 2006er-E 63 der Baureihe W 211 sieht zehn Jahre später fast so unschuldig aus wie ein versehentlich silber lackiertes Taxi. Das Bodykit gab's damals auch für den Diesel, die großen Räder finden sich in jedem Tuningkatalog, allein die vier Endrohre lassen keinen Zweifel daran, dass hier historisch korrektes automobiltechnisches Testosteron ins Spiel kommt.
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Auf der Rennstrecke hat der GT R ganz klar die Nase vorn. Der E 63 AMG ist hier überfordert, er fühlt sich auf der Autobahn am wohlsten.
Bild: Andreas Lindlahr
Der E 63 ist im Sprint nicht so viel langsamer als der GT R

Trotz mehr Gewicht und 71 PS weniger ist die Limo zumindest geradeaus nur einen Wimpernschlag langsamer als der GT R.
Bild: Andreas Lindlahr
Innen ist der E 63 AMG absolut oldschool

Der betuliche Innenraum des E 63 AMG: braves Cockpit, überholte Bedienung und biederer Materialmix – sexy geht anders.
Bild: Christian Bittmann
Fazit
Schon wieder ein Vergleich ohne Sieger. Auch deshalb, weil sich die Zielgruppen allenfalls mal beim Bäcker begegnen. Der E 63 AMG ist authentisch und undercover, wahlweise Brüllwerk oder Tarnkappen-Limousine, je nach Zustand ein Freibrief fürs Paradies oder der erste Schritt in die Privatinsolvenz. Der GT R kann natürlich fast alles noch besser, ist sauschnell und fordernd, aggressiv und laut, extrovertiert und breit wie eine Actros-Zugmaschine. Ein tolles Auto für die Sonntagmorgenhatz, freies Fahren auf der Rennstrecke und die Parade der Eitelkeiten vor dem Drei-Sterne-Restaurant.
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