Moderne Autos werden immer sicherer. Ausgeklügelte Assistenzsysteme sollen Unfälle verhindern, stabile Karosseriestrukturen und zahlreiche Airbags die Insassen bei einem Zusammenstoß schützen.
Doch was passiert, wenn es trotz aller Sicherheitsvorkehrungen kracht und Menschen verletzt werden? Dann kommt es vor allem darauf an, dass Verletzte möglichst schnell und gezielt versorgt werden können. Genau hier setzt Mercedes-Benz mit einer neuen Technologie an.

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Mercedes-Autos sollen mit Rettungskräften kommunizieren

Das neue System heißt Mercedes-Benz Rescue Intelligence. Die Idee dahinter: Nach einem schweren Unfall übermittelt das Fahrzeug wichtige Informationen direkt an die Rettungskräfte. Und zwar schon, während diese noch auf dem Weg zum Unfallort sind.
Feuerwehr und Rettungsdienst könnten dadurch schon auf der Anfahrt erfahren, wie viele Personen im Fahrzeug sitzen, welche Airbags ausgelöst haben und ob die Insassen angeschnallt waren.
Mercedes-Benz Rescue Intelligence
Nach dem Unfall wird den Rettungskräften automatisch übermittelt, wie viele Personen im Auto sitzen, ob Gurte angelegt waren oder welche Airbags ausgelöst wurden.
Bild: Mercedes-Benz AG
Besonders interessant ist das System für Elektroautos. Denn Rescue Intelligence kann abhängig von der technischen Verfügbarkeit auch Informationen zur Temperatur der Hochvoltbatterie und zum Zustand des Hochvoltsystems bereitstellen. Diese Daten können für die Einsatzkräfte entscheidend sein. Sie helfen dabei, mögliche Gefahren frühzeitig einzuschätzen und die passenden Rettungsmittel auszuwählen. Wertvolle Zeit, die bei schweren Verletzungen über Leben und Tod entscheiden kann.

Spektakulärer Crashtest mit zwei Mercedes CLA

Vorgestellt wurde die neue Technologie im Rahmen eines außergewöhnlichen Crashtests. Mercedes ließ zwei Exemplare des neuen CLA mit jeweils 56 km/h miteinander kollidieren. Ein CLA Shooting Brake mit elektrifiziertem Verbrennungsmotor krachte dabei in die Fahrerseite eines vollelektrischen CLA.
Beide Fahrzeuge wogen jeweils mehr als zwei Tonnen. Besonders der seitlich getroffene Elektro-CLA musste einiges einstecken, denn bei einem Seitenaufprall steht deutlich weniger Raum zur Verfügung, um die Aufprallenergie abzubauen. Das Ergebnis: Die Fahrgastzellen beider Autos blieben stabil. Die Belastungswerte aller acht eingesetzten Crashtest-Dummies lagen nach Angaben des Herstellers unterhalb der relevanten biomechanischen Grenzwerte. Auch die Hochvoltbatterie des Elektro-CLA blieb unbeschädigt.
Mercedes Crash Test
Mit exakt 56 km/h kracht ein Hybrid-CLA in sein elektrisches Pendant, die Batterie des Stromers blieb dabei unversehrt.
Bild: Mercedes-Benz AG
Mercedes demonstrierte bei diesem Versuch erstmals auch das neue Rescue-Intelligence-System. Damit soll künftig nicht nur der Schutz während eines Unfalls verbessert werden, sondern auch die anschließende Rettung.

Einführung ab 2027 geplant

Bis das System im Alltag zum Einsatz kommt, wird es allerdings noch etwas dauern. Ab 2027 soll Rescue Intelligence schrittweise in die Serienmodelle einziehen. Welche Modelle zuerst ausgestattet werden, wie die Datenübertragung läuft und welche Technik die Leitstellen dafür benötigen, verrät Mercedes bislang nicht.
Die grundsätzliche Idee ist jedoch vielversprechend. Wenn Rettungskräfte bereits vor dem Eintreffen wissen, was sie am Unfallort erwartet, können sie schneller und gezielter handeln. Damit könnte Rescue Intelligence zu einem wichtigen Baustein der Fahrzeugsicherheit werden – besonders dann, wenn der eigentliche Unfall längst passiert ist.