Mercedes C-Klasse Cabrio (A 205): Gebrauchtwagen-Test
Diese C-Klasse leisten sich Genießer!
Auf der Sonnenseite des Lebens fährt seit 2016 das Mercedes C-Klasse Cabriolet (A 205). Passen die hohen Gebrauchtpreise zur Fahrzeugqualität? Ein Test!
Um exklusiv in die Sommermonate zu starten und dabei stets gut angezogen zu sein, hätten wir einen Tipp für Sie. Ein viersitziges Cabriolet mit Hinterradantrieb genießt bei automobilen Connaisseuren hohes Ansehen und ist inzwischen – leider – eine Seltenheit. Zum Glück pflegte Mercedes mit dem C-Klasse-Cabriolet der Baureihe 205 die große Markentradition des offenen Wagens von März 2016 bis 2023 weiter. Wenn auch zu ambitionierten Neupreisen, was die Suche nach einem guten und bezahlbaren Gebrauchten zur Herausforderung macht.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Mercedes C-Klasse Cabrio: nichts an Eleganz eingebüßt
Das ist er: Formal mag das C-Klasse-Cabriolet ein Abkömmling der Mittelklasse sein. Dennoch wirkt der knapp 4,70 Meter lange C 200 ungemein exklusiv und hat auch knapp acht Jahre nach seinem Stapellauf nichts an Eleganz eingebüßt. Ihre gestreckte Form mit langen Türen und einem feinen elektrohydraulischen Stoffverdeck macht die offene C-Klasse zu einem der prestigeträchtigsten Fahrzeuge in ihrem Segment.
Wo spürt man den besonderen Marken-Anspruch? Vermutlich an den aufwendigen Details. Vom klassischen Gurtbringer über die Nackenheizung Airscarf bis hin zu den exklusiven AMG-Paketen. Schwankend ist das Verarbeitungsniveau. Einige A-205-Cabriolets knarren und zirpen bereits mit fünfstelligen Laufleistungen vernehmlich, andere punkten mit stoischer Ruhe.
Heckpartie mit perfekt integriertem Verdeckkasten. AMG-Line zur Betonung der sportlichen Note.
Bild: Christoph Börries
Das hat er: Als klassisches Luxusmobil konnte man die offene C-Klasse dank einer ellenlangen Aufpreisliste hemmungslos aufwerten. Während anderswo Einheitskonfigurationen den Produktionsaufwand reduzierten, gab es bei beim C-Klasse-Cabriolet reichlich Individualisierungsoptionen. Besonders gern genommen wurden die auch bei unserem Testwagen verbauten AMG-Line-Pakete.
Interessenten können anhand der Anzahl der Blindknöpfe etwas über den Erstbesitzer lernen: Viele unbelegte Tasten sind ein Indiz für Sparsamkeit bei der Neuwagenbestellung. Beim Thema Individualisierung war Mercedes großzügig. Kunden konnten die ohnehin ambitionierten Neupreise extrem nach oben treiben. Unser Testwagen verfügt über Laserlicht und Artico-Kunstledersitzbezüge.
Technische Daten
Technische Daten
C 200
C 300
C 400 4Matic
Motor
Vierzylinder/vorn längs
Vierzylinder/vorn längs
Sechszylinder/vorn längs
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
4 pro Zylinder/2
4 pro Zylinder/2
Hubraum
1497 cm³
1991 cm³
2996 cm³
Leistung
145 kW (197 PS) bei 5800/min
200 kW (272 PS) bei 5800/min
245 kW (333 PS) bei 5250/min
Drehmoment
280 Nm bei 3000/min
370 Nm bei 1800/min
480 Nm bei 1600/min
Höchstgeschwindigkeit
239 km/h
250 km/h
250 km/h
0-100 km/h
7,9 s
6,2 s
5,2 s
Tank/Kraftstoff
50 l/Super
66 l/Super
66 l/Super
Getriebe/Antrieb
Neungang-Automatik/Hinterrad
Neungang-Automatik/Hinterrad
Neungang-Automatik/Allrad
L/B/H
4686/1810/1409 mm
4686/1810/1409 mm
4686/1810/1409 mm
Kofferraumvolumen
285-335 l
285-360 l
285-360 l
Leergewicht/Zuladung
1730/465 kg
1735/465 kg
1860/465 kg
Es gab aber auch sonnenreflektierendes Echtleder, eine Vielzahl unterschiedlicher Alufelgendesigns (bis 20 Zoll) sowie besonders edle Designo-Interieurpakete. Die Zierelemente im Innenraum tragen traditionelle Edelholzdesigns, Klavierlackoptik oder wahlweise für die sportliche Note alternativ auch Carboneinlagen. Das besser dämmende Akustikverdeck war je nach Farbton bereits ab moderaten 290 Euro Aufpreis zu haben und wurde entsprechend häufig geordert. Ebenfalls empfehlenswert ist das automatische Aircap-System: ein wirksames Windschott, zur Reduzierung von Verwirbelungen auf allen Sitzplätzen.
Die elegante Seitenlinie profitiert vom langen Radstand. Das C-Klasse-Cabriolet ist ein echter Viersitzer.
Bild: Christoph Börries
Breite Motorenpalette und Allrad als Option
So fährt er: Durch eine breite Benzin- und Dieselmotorenpalette sowie die Wahlmöglichkeit zwischen traditionellem Hinterradantrieb und 4Matic-Allrad trifft das C-Klasse-Cabriolet nahezu jede Antriebsvorliebe. Die robusten Turbo-Vierzylinder sind akustisch keine Offenbarung, reichen dynamisch aber eigentlich bereits voll aus. Sehr souverän und bullig ist der C 400 mit sechs Zylindern und 333 PS.
Kosten
Kosten
Testverbrauch
8,1 l S/100 km
CO2 gemäß WLTP-Zyklus
138-149 g/km
Inspektion
400-800 Euro
Haftpflicht (16)*
449 Euro
Teilkasko (24)*
648 Euro
Vollkasko (23)*
1045 Euro
Ersatzteilpreise
Ersatzteilpreise
Verdeckbezug
3064 Euro
Startergenerator
1945 Euro
Wasserpumpe
900 Euro
Zahnriemen
enttf., Steuerkette
Nachschalldämpfer
720 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert
1493 Euro
Bremsscheiben und -klötze v.
775 Euro
Infotainmentbildschirm
1029 Euro
4 Sommerreifen (Dimension 245/40 R18 97Y XL)
700 Euro
In allen Leistungs- und Kostenbelangen abgehoben sind die bis zu 280 km/h schnellen C-63-Modelle mit V8-Biturbo. Sie machen aus dem C-Klasse Cabriolet einen muskulösen GT für Kenner, der leider nicht immer von seriösen Vorbesitzern bewegt wurde. Empfehlenswert sind die gut gemachten Fahrassistenten, die gerne in Paketen (Assistenz, Advanced Assistenz und High End Assistenz) gebündelt geordert wurden. Die sportliche Note gewinnt durch die Optionen Sportfahrwerk und Dynamic-Body-Control-Fahrwerk.
Edel eingerichteter Fahrerplatz, noch mit klassischen Schaltern und analogen Rundinstrumenten.
Bild: Christoph Börries
Das macht Ärger: Mercedes bot ab Werk zwei Jahre Neuwagengarantie (mit Verlängerungsoption auf fünf Jahre) sowie 30 Jahre Durchrostungsschutzgarantie, wenn alle Wartungsintervalle lückenlos eingehalten wurden. Polternde Vorderachsen sind eine Folge verschlissener Lager oder Dämpfer und treten meist erst jenseits der 100.000-Kilometer-Marke auf.
Gefällt uns
Vier vollwertige Sitzplätze
Aufwendige Verdeckkonstruktion
Motorenpalette sehr groß
Gefällt uns nicht
Viele Ausstattungsdetails nur gegen Aufpreis
AMG-Topmodelle sehr kostspielig in der Unterhaltung
Verdeckzustand pflegeabhängig
Beim Verdeck berichten Eigner von Scheuerschäden an den Zugseilen des Innenhimmels. Mercedes zeigt sich teilweise kulant. Bei nicht korrekt justiertem Verdeck schließt der Verdeckkasten nicht sauber. Zahlreiche beim Kraftfahrt-Bundesamt hinterlegte Baureihenrückrufe.
Als solides Cabriolet mit tollen Allround-Qualitäten kann die C-Klasse überzeugen. Für Luxusdetails und hohen Antriebskomfort wird man jedoch kräftig zur Kasse gebeten.
Gebrauchtes Mercedes C-Klasse-Cabrio im Test
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Auf der Sonnenseite des Lebens fährt seit 2016 das Mercedes C-Klasse-Cabriolet (A 205). Passen die hohen Gebrauchtpreise zur Fahrzeugqualität?
Formal mag das C-Klasse-Cabriolet ein Abkömmling der Mittelklasse sein. Dennoch wirkt der knapp 4,70 Meter lange C 200 ungemein exklusiv und hat auch acht Jahre nach seinem Stapellauf nichts an Eleganz eingebüßt.
Als klassisches Luxusmobil konnte man die offene C-Klasse dank einer ellenlangen Aufpreisliste hemmungslos aufwerten. Während anderswo Einheitskonfigurationen den Produktionsaufwand reduzierten, gab es bei beim C-Klasse-Cabriolet reichlich Individualisierungsoptionen.
Durch eine breite Benzin- und Dieselmotorenpalette sowie die Wahlmöglichkeit zwischen traditionellem Hinterradantrieb und 4-Matic-Allrad trifft das C-Klasse-Cabriolet nahezu jede Antriebsvorliebe. In allen Leistungs- und Kostenbelangen abgehoben sind die bis zu 280 km/h schnellen C-63-Modelle mit V8-Biturbo.
Mercedes bot ab Werk zwei Jahre Neuwagengarantie (mit Verlängerungsoption auf fünf Jahre) sowie 30 Jahre Durchrostungsschutzgarantie, wenn alle Wartungsintervalle lückenlos eingehalten wurden.
Vom Budget des Neuwagenbestellers hängen die Möglichkeiten des Infotainmentsystem ab. Ein Navigationssystem mit Echtzeitverkehrsinformationen für das 10,25 Zoll große 16:9-Display kostete ebenso Aufpreis wie das empfehlenswerte 360-Grad-Kamerasystem.
Zu den potenziellen Schwachstellen gehören die Achskörper: Bei Fahrzeugen mit hohen Laufleistungen sind bereits in jüngeren Jahren akute Rostschäden möglich.
Fazit: Als solides Cabriolet mit tollen Allround-Qualitäten kann die C-Klasse überzeugen. Für Luxusdetails und hohen Antriebskomfort wird man jedoch kräftig zur Kasse gebeten.