Mercedes E 500 W 124: Gebrauchtwagen
Mercedes E 500 mit seltenen AMG-Aero-III-Felgen

Dieser Mercedes E 500 lockt nicht nur mit einer edlen Farbkombination, sondern auch mit den begehrten AMG-Aero-III-Felgen. Das soll der W 124 kosten!
Bild: Iglhaut GmbH
Mehr geht nicht! Der Mercedes 500 E der Baureihe W 124 ist bis heute ein Mahnmal deutscher Automobilbaukunst. Die in Zusammenarbeit mit Porsche gebaute Powerlimousine besticht durch eine hervorragende Langzeitqualität – gepaart mit einer dezent sportlichen Optik und richtig Leistung. Kein Wunder, dass das einstige Topmodell schon lange kein Geheimtipp mehr ist. Gute Exemplare werden immer teurer!
Ein besonders interessantes Exemplar wird aktuell vom Mercedes-Spezialisten "Iglhaut GmbH" aus Marktbreit in der Nähe von Würzburg angeboten. Gleich vorweg: Fans von Originalität dürften mit diesem 500er nicht glücklich werden. Wer einen komplett serienmäßigen W 124 sucht, sollte weiterschauen. Die durchgeführten Modifikationen erscheinen aber zeitgenössisch korrekt und sind zudem durchaus passend.
500 E oder E 500?
Der W 124 ist Baujahr 1993 (Erstzulassung Mai 1994), was bedeutet, dass es sich hierbei um einen E 500, also ein späteres Modell handelt. Wir erinnern uns: 1990 kam das Topmodell als 500 E auf den Markt. Der M 119 E 50 genannte 5,0-Liter-V8 mit 32 Ventilen leistete 326 PS und 480 Nm, die via Viergang-Automatik an die Hinterräder abgegeben wurden.

Heutzutage würde der dezent modifizierte E 500 unter dem Label "OEM+" durchgehen. Felgen und Endschalldämpfer sind zumindest zeitgenössisch korrekt.
Bild: Iglhaut GmbH
Ab Ende 1992 wurde die Leistung um sechs auf 320 PS gedrosselt, und im Zuge der zweiten Modellpflege wurde der 500 E in E 500 umbenannt. Heutzutage wird in Zusammenhang mit dem 500 E immer wieder erwähnt, dass die Limousine bei Porsche in Zuffenhausen montiert wurde, was den einfachen Grund hatte, dass das Auto mit den ausgestellten Kotflügeln nicht durch die Fertigungsstraße von Mercedes passte.
Erstausgeliefert nach Frankreich
Ob 500 E oder E 500 ist am Ende eine Frage des Geschmacks. Die frühen Modelle sind noch einen Hauch dezenter, was auf das hier gezeigte Exemplar aber sowieso nicht zutrifft. Zuerst die vermeintlich negativen Punkte: Erstausgeliefert wurde der 124er nach Frankreich, ist also kein deutsches Auto. Zudem wurde er im April 2025 großflächig nachlackiert. Zwei Punkte, die dem einen oder anderen sauer aufstoßen, aber durchaus zu verkraften sind.

Der beige Innenraum wirkt überaus gepflegt. Die Laufleistung von knapp 177.000 Kilometer sieht man dem 500er auf dem Bild nicht an.
Bild: Iglhaut GmbH
Ob "Malachitgrün" die Originalfarbe ist, geht aus dem Inserat nicht eindeutig hervor, ist aber wahrscheinlich. In Kombination mit der beigen Lederausstattung ergibt sich eine überaus edle Farbkombination. Nicht mehr original ist das Lenkrad, dessen Pralltopf offenbar nachträglich mit beigem Leder bezogen wurde. Zu erkennen ist außerdem ein Brabus-Schriftzug, der ebenso wenig wie die Logos in den Kopfstützen original erscheint.

Nicht mehr ganz original: Ob der beige Pralltopf tatsächlich von Brabus stammt, ist ungewiss.
Bild: Iglhaut GmbH
Knapp 177.000 Kilometer
Positiv hervorzuheben ist der überaus gepflegt wirkende Gesamtzustand des Innenraums. Beschädigungen oder Gebrauchsspuren sind praktisch nicht zu erkennen – keine Selbstverständlichkeit angesichts der Laufleistung von 176.558 Kilometern, aber einmal mehr ein Beweis für die damalige Langzeitqualität von Mercedes. Zudem besitzt der Fünfhunderter eine gute Ausstattung, zu deren Highlight elektrisch einstellbare Vordersitze mit Memory, Klimaautomatik, elektrisches Schiebedach, wärmedämmendes Glas und mehr gehören.
Das optische Highlight sind fraglos die originalen, dreiteiligen AMG-Aero-III-Felgen in 17 Zoll. Räder, die mittlerweile nur noch schwer zu bekommen sind und ein kleines Vermögen kosten können – für einen originalen Satz werden schnell 7000 Euro und mehr fällig. Auch dieser Look ist letztendlich Geschmackssache, denn natürlich sieht der E 500 mit den AMG-Felgen deutlich sportlicher aus als mit den originalen Achtloch-Felgen. Augenscheinlich sind die originalen Felgen aber im Kaufpreis inkludiert, sodass der künftige Besitzer selbst entscheiden kann, welche Felgen besser passen.
Das soll der E 500 kosten
Dass sowohl die Räder als auch der doppelflutige Remus-Endschalldämpfer unter zeitgenössischem Tuning durchgehen, wird durch die bereits erfolgte H-Zulassung unterstrichen. Mit drei Vorbesitzern und knapp 177.000 Kilometern auf dem Tacho soll der dezent modifizierte E 500 aktuell 57.990 Euro kosten.
Wie bereits eingangs erwähnt, sind die Preise für 500 E/E 500 in den letzten Jahren stetig gestiegen. Gepflegte Autos mit nachvollziehbarer Historie kosten mittlerweile zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Für Top-Exemplare werden auch 80.000 Euro und mehr aufgerufen. Für die seltenen E 60 AMG legen Sammler teilweise sogar bis zu 200.000 Euro auf den Tisch.
Ein kurzer Check zeigt, dass aktuell ein zweiter 500er in der Farbkombi "Malachitgrün" mit beiger Lederausstattung angeboten wird. Hierbei handelt es sich um einen frühen 500 E (Baujahr 1991) aus erster deutscher Hand mit gut 100.000 Kilometern. Kostenpunkt: 96.500 Euro – und somit knapp 40.000 Euro teurer als das hier angebotene Exemplar. Mehr geht also doch!
Fazit
Für den einen oder anderen mögen die dreiteiligen AMG-Aero-III-Felgen den klassischen Look des 500er zerstören, aber in meinen Augen passen die Räder wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Allgemein gefällt mir die Kombination aus "Malachitgrün", beigem Leder und den AMG-Felgen extrem gut. Ich würde den Fünfhunderter genauso fahren!
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