Bei diesem Klang werden Kinder doch fürs Leben vom Autovirus infiziert – so formuliert es Redakteurskollege Manuel Iglisch, der genüsslich dem gewitterähnlichen Brodeln vom Logenplatz in der zweiten Sitzreihe lauscht. Erwachsene zieht der Mercedes E 63 AMG gleichfalls in seinen Bann, nicht nur mittels fülligem Donnergrollen. Wer einmal im prall gefüllten Drehmomentreservoir gebadet hat, schwärmt fortan vom üppigen Schub. Grundsätzlich ist das nichts Neues. Bereits vor dem Facelift stemmte das Performance Package 800 Newtonmeter gen Antriebsachse. Wohlgemerkt: Achse, Singular.
Mercedes E 63 AMG S T-Modell
Rot lackierte Bremssättel sind dem S-Modell vorbehalten, das ab Werk auf 19-Zöllern steht.
Bild: Toni Bader
Selbst mit optionaler Lamellensperre gerüstet, wurde sie bei gezeiteter Hatz auf der Rennstrecke von den Bärenkräften überrumpelt. Es blieben zwei Möglichkeiten: Möglichst sanft aus der Kurve herausbeschleunigen oder im Drift die kommende Gerade in Angriff nehmen. Beides kostet Zeit. Also fassten die AMG-Ingenieure den Entschluss, Allrad zu implementieren. Technisch  baut dieser auf der aus schwächeren E-Klassen bekannten 4Matic auf, ergänzt um einen AMG-spezifischen Träger für das Planetenrad. Zudem fließen zwei Drittel der Power Richtung Hinterachse, bei den zivileren Brüdern sind es 55 Prozent.
Mercedes E 63 AMG S T-Modell
585 PS machen das S-Modell zur stärksten AMG-E- Klasse aller Zeiten. Sie fährt so überlegen, wie sie klingt.
Bild: Ronald Sassen
Aufgrund der kompakten Bauweise soll das Traktionsplus moderate siebzig Kilogramm Tribut fordern. Auf der Waage sind es sogar weniger als fünfzig. Grund: Der aktuelle Testwagen verzichtet im Gegensatz zu früheren Exemplaren auf gewichtssteigernde Extras wie das optionale Glasdach oder den 14 Liter größeren Kraftstofftank. Bei uns rollt das S-Modell an den Start. Dieses übertrumpft das erstarkte Basismodell sowie die bisherige Performance-Package-Version um jeweils 28 PS und bekommt zusätzlich zum serienmäßigen Allradantrieb eine Hinterachssperre sowie spezielle Achslager und –anbindungen spendiert. Wie sich das T-Modell im Test schlägt, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten gibt es als pdf-Download im Heftarchiv.

Fazit

von

Frank Wiesmann
Allrad merzt die entscheidende Schwachstelle des E 63 AMG aus. Fahrleistungen wie Rundenzeit profitieren immens – und machen ihn zum Power-Kombi schlechthin. Platzangebot, Kraftentfaltung, Komfort und Sound begeistern unverändert.