Mercedes erlöst sich am Nürburgring
Engel gewinnt in der Grünen Hölle

Das 24h-Rennen am Nürburgring liefert ein chaotisches GT3-Spektakel mit bitterem Ende für den Formel-1-Weltmeister und einem jubelnden Maro Engel.
Bild: 24h Media
Nach zehn Jahren Durststrecke gewinnt Mercedes die 24h Nürburgring, allerdings nicht mit dem lange dominierenden Verstappen-AMG.
Während der Winward-Mercedes rund um Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin den Sieg nach Hause bringt, wird Max Verstappen bei seinem spektakulären Nürburgring-Debüt zum tragischen Helden des Rennens.
Verstappen fällt mit Technik-Defekt zurück
Nach turbulenter Anfangsphase übernehmen die beiden Winward-Mercedes am Samstagabend die Kontrolle über das Rennen. Besonders Verstappen beeindruckt bei seinem ersten 24h-Start mit brutalen Nachtstints, spektakulären Überholmanövern und kompromisslosem Tempo.

Der Winward-Mercedes kämpft sich von Startplatz 25 nach vorne und holt den Gesamtsieg bei den 24h Nürburgring.
Bild: 24h Media
Zwischenzeitlich schnappt sich der Niederländer sogar die Führung von Maro Engel. Der Verstappen-Mercedes scheint mit den Teamkollegen Lucas Auer, Daniel Juncadella und Jules Gounon auf dem Weg zum Sieg.
Doch rund drei Stunden vor Schluss der Schock: Mit Daniel Juncadella am Steuer streikt plötzlich der Antrieb des Mercedes-AMG GT3. Ein Defekt zerstört die Sieg-Hoffnungen des Formel-1-Weltmeisters.
Statt des Siegerpokals gibt es am Ende nur Rang 38.
Winward rettet Mercedes den Sieg
Das Schwesterauto mit Engel, Stolz, Schiller und Martin bringt den Sieg dagegen souverän ins Ziel. Besonders bemerkenswert: Der Mercedes war nach einem Qualifying-Unfall nur von Platz 25 gestartet.

Max Verstappen beeindruckt bei seinem 24-Stunden-Nürburgring-Debüt mit starken Nachtstints, fällt nach Defekt aber weit zurück.
Bild: Philip Platzer/Red Bull Contentpool
Dank perfekter Strategie bei den wechselnden Wetterbedingungen arbeitet sich die #80 jedoch Stück für Stück nach vorne. Wiederholte Regenschauer und schwierige Bedingungen bei einstelligen Temperaturen machen das Rennen zusätzlich extrem anspruchsvoll.
In der Schlussphase verwaltet Engel den großen Vorsprung souverän bis ins Ziel. „Zehn Jahre nach meinem letzten Sieg hier wieder zu gewinnen, macht mich extrem stolz“, sagt er. Über ein extrem hart geführtes Duell mit Verstappen in der Nacht kann der Deutsche mittlerweile lachen: „Da sind wir ein bisschen Rallye gefahren auf der Nordschleife. Unser Team ist dann ein wenig nervös geworden und ich habe mich erst einmal wieder in meinem Sitz zurückgelehnt und Max von hinten beobachtet."
Lamborghini kämpft sich sensationell zurück
Für Spannung sorgt zudem der Kampf um die Ränge zwei uns drei. Der Abt-Lamborghini rund um Mirko Bortolotti und Luca Engstler liefert nach katastrophalem Rennbeginn eine spektakuläre Aufholjagd.

Der Abt-Lamborghini startet nach frühem Kontakt eine spektakuläre Aufholjagd bis auf Rang zwei.
Bild: 24h Media
Nach einem Kontakt mit dem Verstappen-Mercedes und Daniel Juncadella am Steuer in Runde eins fällt der Lamborghini zunächst weit zurück. Zwischenzeitlich liegt das Auto sogar nur auf Rang 45.
Doch die Abt-Mannschaft kämpft sich sensationell zurück bis auf Platz zwei. Eine harte Zeitstrafe wegen einer Code-60-Überschreitung bringt den Podestplatz allerdings noch einmal in Gefahr.
Im einsetzenden Nieselregen verteidigt Bortolotti Rang zwei schließlich hauchdünn gegen den Walkenhorst-Aston-Martin.
Crash-Serie schockt die Nordschleife
Parallel wird das Rennen von zahlreichen heftigen Unfällen überschattet. Besonders bitter trifft es den beliebten Manthey-„Grello“. Kevin Estre verliert im Brünnchen auf einer Ölspur die Kontrolle über den Porsche. Der Einschlag zerstört das Auto irreparabel.
Auch der HRT-Ford Mustang von David Schumacher und Arjun Maini kracht wenig später an fast derselben Stelle heftig in die Leitplanke.
Dazu kommen schwere Unfälle des Kondo-Ferrari, des Falken-Porsche sowie mehrere Ausfälle prominenter GT3-Teams in der Nacht.
BMW mit starkem Touring-Auftritt

Überraschung am Ring Der BMW M3 Touring fährt sensationell auf Gesamtrang fünf.
Bild: BMW
Am Ende bleibt ein Nürburgring-Rennen voller Wetterchaos, Crashs und Dramen – und mit einem neuen Zuschauerrekord: 352.000 Fans pilgerten zum Ring.
24 Stunden Nürburgring: Endergebnis GT3
Position | Fahrzeug | Fahrer | Rückstand |
|---|---|---|---|
1 | #80 Winward-Mercedes | Engel/Stolz/Schiller/Martin | Runden 156 |
2 | #84 Abt-Lamborghini | Bortolotti/Engstler/Niederhauser | 46.311 |
3 | #34 Walkenhorst-Aston-Martin | Krognes/Drudi/Thiim/Fernandez Laser | +2:28.750 |
4 | #99 ROWE-BMW | Harper/Hesse/S. van der Linde/ D. Vanthoor | +2:46.074 |
5 | #81 BMW M3 Touring 24h | Klingmann/de Wilde/de Phillippi/Verhagen | + 4:43.814 |
6 | #24 Lionspeed-Porsche | Heinrich/L. Vanthoor/Feller | +1 Runde |
7 | #54 Dinamic-Porsche | Buus/Christensen/Sturm/Hartog | +1 Runde |
8 | #67 HRT-Ford | Olsen/Mies/Vervisch/Stippler | +1 Runde |
9 | #77 Schubert-BMW | Wittmann/Eng/Weerts/Frijns | +2 Runden |
10 | #48 Black-Falcon-Porsche | Arrow/Assernheimer/T. Müller/Pereira | +2 Runden |
11 | #18 Lionspeed-Porsche | Tilley/Hill/Kolb/Hofer | +3 Runden |
12 | #123 Mühlner-Porsche | Rump/Bünnagel/Brundle | +4 Runden |
13 | #30 Hankook-Porsche | Kim/Bruins/Cho/Seefried | +5 Runden |
14 | #4 Car Collection-Porsche | Goroyan/Kivtka/Berthon/Fontana | +6 Runden |
15 | #86 High-Class-Porsche | Li/Fjordbach/Ye/King | +6 Runden |
16 | #69 Dörr-McLaren | Glock/Scheider/Dörr/Kirchhöfer | +7 Runden |
17 | #32 Toyo-Tires-Mercedes | Nakayama/Gülden/Sandtler | +8 Runden |
20 | #5 Black-Falcon-Porsche | Kaya/Kiefer/Piana/Stursberg | +10 Runden |
23 | #71 JUTA-Audi | Blank/Kaffer/Großmann/Jöns | +13 Runden |
37 | #3 Winward-Mercedes | Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella | +21 Runden |
99 | #40 Koopman-BMW | Posavac/Funke/Strycek/Carmona Chavez | +33 Runden |
101 | #11 Schnitzelalm-Mercedes | Heyer/Fittje/Härtling/Dralle | +33 Runden |
106 | #36 Saugmotoren-BMW | Reeh/Lachenmayer/Walkenhorst/Scherer | +33 Runden |
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