Was Brabus kann, können wir schon lange – die Motivation der AMG-Truppe, einen G mit V12 zu bauen, lässt sich leicht nachvollziehen. Immerhin hat Bodo Buschmann eine beachtliche Erfolgsgeschichte vorzuweisen: Sein seit 1994 gebauter G V12 hat sich bis dato rund 100-mal verkauft. Jetzt will AMG ein Stück vom Kuchen – und drängt mit Dumpingpreisen in die Nische: 264.180 Euro sind im Vergleich zu den 398.000 für den aktuellen Brabus G V12 (800 PS stark!) fast ein Klacks. Und sollten in den für den G wichtigsten Märkten Russland, China und Arabien begeistert angenommen werden. Das zwölfzylindrige Monster hebt sich äußerlich nur in Nuancen vom "kleineren" G 63 AMG ab.
Mercedes G 65 AMG
Lange war die Zukunft des faszinierenden V12-Biturbo ungewiss. Jetzt erlebt das Aggregat eine Renaissance.
Bild: Sven Krieger
Im Innenraum kennzeichnen Luxusdetails wie rautenförmig gestepptes Leder das Topmodell. Der Motor steht über den Dingen: Mit gleichermaßen voluminösem wie zurückhaltendem Klang demonstriert der Zwölfender, dass er nicht posen, sondern explodieren will. Natürlich nur im übertragenen Sinne: Wuchtet die in ihren Grundzügen seit 2002 so gebaute Maschine, die endlich mit einem zeitgemäßen Siebenstufengetriebe verheiratet wurde, die 2,5 Tonnen Lebendgewicht des G doch mit unbeschreibbarer Macht auf 100 km/h. 5,3 Sekunden dauert dieser Vorgang. Die Abregelung erfolgt bei 230 km/h.Weitere Details zu dem Kraftprotz gibt es in der Bildergalerie.

Mit dem G 65 baut AMG einen komplett sinnfreien Lust-Laster, der sämtliche Spritspar- und Downsizing-Trends konsequent ignoriert. Allein dafür muss man den übermächtigen V12-Dinosaurier mögen.