Mit Würde altern, wer wünscht sich das nicht. Dem Mercedes G-Modell ist es gelungen. Den kantigen Charme der späten Siebziger trägt er seit fast 23 Jahren stolz wie einen Orden, rollt zuverlässig über Stock und Stein, dient Boots- und Pferdebesitzern als Zugnummer. Und bleibt völlig unbeeindruckt von Modeströmungen. Doch Kanten allein machen noch keinen Dauerbrenner. Ein G bringt mehr Talente mit. Er steht für Mercedes-Tugenden, die viele heute am guten Stern vermissen. Er scheint noch aus dem Vollen gefräßt zu sein. Und schon deshalb gilt die Regel: Einen billigen G gibt es nicht. Bestenfalls einen preiswerten – und auch den nur selten. Wer doch mal ein Schnäppchen macht, dem kann der G teuer zu stehen kommen. Vorsicht vor allem bei Autos aus Armeebeständen, der Gemeinde oder vom Förster. Hier war der G in der Regel ein Alltags-Werkzeug, das wenig Liebe bekam.
Mercedes-Benz G-Klasse 230 GE | Kurz | Gelände
11.900 €
Mercedes-Benz G-Klasse 230 GE | Kurz | Gelände
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Mercedes-Benz G 300 GD H Zulassung Seilwinde
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Mercedes-Benz G 300D LKW-Zulassung AHK
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Mercedes-Benz 280 GE kurz Steyr Puch
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Mercedes-Benz G 230
10.000 km
90 KW (122 PS)
01/1980
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―
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18.500 €
Mercedes-Benz G 400 CDI V8 Station LIMITED EDITION
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Seit 23 Jahren ist der kantige Mercedes weltweit unterwegs. Vielen gilt er als "König der Geländewagen".
Es lohnt sich also, nach einem guten G-Modell Ausschau zu halten, das regelmäßig Öl und Fett bekommen hat. Dann ist der kantige Offroader ein Auto, das noch an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Rost an Rahmen und tragenden Teilen sieht der Prüfer selten, der TÜV verteilt hier Bestnoten. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass vor allem der alte G 460 an Türen und Hauben anfällig für die braune Pest ist. Oft gammeln die Blechteile hemmungslos, dann hilft nur ein teurer Teile-Tausch.

Motor und Technik

Alte Dieselmotoren sollten Sie vor dem Kauf auf jeden Fall vom Fachmann prüfen lassen. Da die Selbstzünder nie besonders spritzig waren, wurden sie entsprechend häufig mit Vollgas über die Autobahn getreten. Die Folge: Motorschäden, oft vor 100.000 Kilometer. Besonders empfindlich ist der 3,5-Liter- Turbodiesel mit 136 PS. Die Benziner sämtlicher Baujahre gelten als standfeste Trinker, was nicht nur an den alten Motoren, sondern auch am Luftwiderstand des G liegt, der mit einer Schrankwand konkurriert.

Ölverlust am Antriebsstrang plagt den G bis zu seinem neunten Jahr, danach ist er besser als der Schnitt aller vom TÜV-geprüften Fahrzeuge. Freizeitschrauber können mit einem älteren G ihr Glück finden. Zahlreiche Teile finden sich auch in anderen Fahrzeugen der Mercedes-Flotte, werden als Gebrauchtteil günstig abgegeben. Bremsen wird man aber stets als Neuteil kaufen müssen, und zwar recht häufig. Das hohe Leergewicht beschleunigt den Verschleiß, nahezu alle Bauteile der Bremsanlage sind davon betroffen. Selten halten die vorderen Bremsscheiben länger als 30.000 Kilometer.

Ebenso ein Dauerbrenner ist die Auspuffanlage. Schrauber kommen bei der komplizierten Rohr-Verlegung schnell ins Schwitzen. Trotz der zahlreichen Probleme können wir den G empfehlen, wenn auch nicht ohne Vorbehalt. Ein Auto aus gepflegtem Privat-Vorbesitz mit lückenlosem Service-Nachweis und Gewährleistung ist sein Geld meistens Wert. Die letzten Baujahre mit CDI-Diesel oder V8-Benziner sind dank hervorragender Verarbeitung Autos mit Zukunft. Abraten wollen wir von Fahrzeugen bis Baujahr 90 mit zahlreichen Brief-Eintragungen und Rost zum Billig-Preis. Ein gepflegter G war immer schon ein guter Tipp, aber noch nie ein Schnäppchen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1979 Modelleinführung des Mercedes G (Baureihe 460) mit zuschaltbarem Allradantrieb;Modelle: 230 G, 280 GE, 240 GD, 300 GD 1990 ergänzende Baureihe (463) jetzt mit permanentem Allradantrieb und aufgewertetem Innenraum, lackierter Frontmaske, größeren Rückleuchten. 230 GE, 300 GE, 250 GD und 300 1993 250 GD und 300 GD entfallen, jetzt 350 GD Turbo mit 136 1996 G 300 TD mit 177 PS eingeführt für den 350 GD Turbo 2001 G 400 CDI mit V8-Turbodiesel (250 PS) statt G 300 TD

Schwachstellen • Ölverlust am Antriebsstrang ist ein typisches G-Leiden • Rost ist vor allem bei Fahrzeugen der Baureihe 460 (bis Baujahr 90) ein ernstes Problem • die Lenkung ist bei den TÜV-Hauptuntersuchungen in allen Jahrgängen schlechter als der Durchschnitt aller geprüften Fahrzeuge aus dem betreffenden Baujahr, ebenso die Wirkung der Fußbremse • die Bremsscheiben gelten als verschleißfreudig, ebenso ist die Auspuffanlage nicht langlebig • bei hartem Geländeeinsatz leiden die Stoßdämpfer sehr stark

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mercedes G-Modell 350 GD Turbo, Baujahr 1996, mit 100 kW/136 PS. Der Motor des 350 GD Turbo gilt als nicht besonders standfest, sein Ersatzteilpreis sollte vor dem Kauf berücksichtigt werden.

Fazit und Modellempfehlung

"Für den Mercedes G liegen dem TÜV aufgrund der Seltenheit dieses Offroaders nur wenige Zahlen vor, einen Trend zeigen diese Daten aber auf jeden Fall. Korrosion an Rahmen und tragenden Teilen ist praktisch nie zu sehen, die beiden Achsen gelten als solide. Weniger gut sieht es mit dem Lenkungsspiel aus, hier ist der G in allen Baujahren schlechter als der Schnitt aller vom TÜV geprüften Fahrzeuge. Ebenso gibt die gesamte Bremsanlage Grund zur Kritik." Nikolaus Eickmann, Kfz-Mechanikermeister und autobild.de-Redakteur
Modellempfehlung Mercedes G 300 TD (130 kW/177 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 692 Euro im Jahr Testverbrauch: Werksangabe 12,7 Liter, Test 14,8 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (26/1000 Euro SB): 1657 Euro. Teilkasko (34/300 Euro SB): 345 Euro. Haftpflicht (24): 1553 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 250 bis 350 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 38 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 4000 Euro Verlust