Mercedes GLE: TÜV-Report 2026
Gebrauchter GLE: Das sind die hartnäckigen Schwachstellen!

–
Der Mercedes GLE wuchs mit den Jahren zum vollgepackten Statussymbol, das markentypisch verwöhnen will. Mit dem Speck kamen auch einige Macken an Bord. Der Überblick aus dem TÜV-Report 2026!
Bild: Daimler AG
Daimler steigerte die anfangs sehr mäßige Qualität des großen SUV von Baureihe zu Baureihe. Aber auch die dritte Generation (W 167) des vormals als M-Klasse verkauften GLE hat noch Luft nach oben. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!
Mercedes GLE (W 167, C 167)
- Bauzeit: seit 2018
- Motoren: 245 PS (300 d) bis 634 PS (AMG 63 S)
- Preis: ab 24.000 Euro
Das ist er: Endgültig zum Luxusschiff gewachsen. Mit gewaltigen 1,95 Meter Breite braucht der GLE in der Waschanlage ein spezielles Programm, bei dem das serienmäßige Luftfederfahrwerk die Spurweite reduziert. Mit dem vierzylindrigen Basisbenziner (258 PS), den es auch mit Hinterradantrieb gibt, werden die wenigsten Käufer warm. Gleiches gilt für die kleinen Diesel, beliebter sind die Reihensechser (350 d, 400 d, 450 d mit 272, 330, 367 PS).
Beeindrucken kann die Performance der V8-Benziner (wie die R6-Benziner stets mit Mildhybridtechnik), die gern fett ausgestattet sind. Dezenter als die AMG-Versionen rollt der feine GLE 580 mit bis zu 517 PS. Die Plug-in-Hybride als Diesel wie Benziner sind selten und wiegen mit schweren Akkus bis zu 2,7 Tonnen.

Mercedes GLE (W 167): erstmals über 4,90 Meter lang und gewaltige 1,95 Meter breit.
Bild: Daimler AG
Das kann er: Mit Luxus verwöhnen und die schiere Masse vergessen lassen. Mit dem optionalen elektrohydraulischen Fahrwerk (E-Active Body Control, 7700 Euro) geht der Riese geschmeidig durch die Kurven. Je mehr Extras, desto mehr Macken ziehen in den GLE ein.
Das macht Ärger: Verarbeitungsmängel und zickende Assistenten. Viele Rückrufe, darunter eindringendes Wasser durch falsch verlegte Abläufe, Brandgefahr durch fehlerhaftes AGR-Ventil (2019-2023) oder schlechte Masseverbindung.
Mercedes GLE/ML (W 166, C 292)
- Bauzeit: 2011 bis 2019
- Motoren: 204 PS (250 BlueTec) bis 585 PS (63 S AMG)
- Preis: ab 8000 Euro
Das ist er: Ein Oberklasse-Hochsitz nach Mercedes-Art – komfortabel, vielseitig und geräumig mit bis zu 2010 Liter Kofferraum. Zunächst hieß er ML, seit dem Facelift 2015 GLE. Seitdem hat die geschmeidige Wandlerautomatik neun statt sieben Stufen, zudem rückte das GLE Coupé ins Angebot. Bis auf den GLE 350 mit Hinterradantrieb haben alle Versionen Allrad.

GLE W 166: Kombination aus Luxus und Vielseitigkeit und Komfort.
Bild: Toni Bader
Das kann er: Je nach Motorisierung und Ausstattung spielt der GLE entweder den Offroadkraxler, die gelassene Familienkutsche (oft mit V6-Diesel und 258 PS) oder das Power-SUV als AMG 63 S mit V8-Benziner und maximal 585 PS. Als Zugpferd nimmt das SUV bis zu 3,5 Tonnen an den Haken.
Das macht Ärger: Beim V6-Diesel melden die AdBlue-Sensoren Fehler, wo keine sind. Die Siebenstufenautomatik vor 2015 macht selten Probleme, sollte aber regelmäßig einen Ölwechsel bekommen. Die Kompressoren der Luftfederung zicken. Rückrufe: 2017 Lenkungsfehler, 2018 Brandgefahr durch hydraulische Wankstabilisierung und fehlerhafte Getriebeölkühlerschläuche, 2023 wegen korrodierender Aluminiumschrauben am Lenkgetriebe.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Grundsätzlich zeigt sich der GLE langlebig. Allerdings liegt die Mängelquote der Achsaufhängungen und der Lenkgelenke des jungen V 167 über dem Schnitt. Beim älteren W 166 sind es die Antriebswellen, die rote Zahlen liefern. Rost kommt an beiden Generationen nicht vor.
Licht
Alles im grünen Bereich: An älteren Jahrgängen müssen die Prüfer gelegentlich das Abblendlicht sowie die hintere Beleuchtung monieren, aber das ist eher Kleinkram.
Mercedes GLE: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 90,5 (Ø 89,4) | 3,5 (Ø 4,0) | 6,1 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 88,7 (Ø 84,7) | 3,8 (Ø 5,3) | 7,5 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 78,6 (Ø 78,8) | 11,1 (Ø 7,6) | 10,4 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 73,4 (Ø 71,7) | 14,3 (Ø 10,0) | 12,3 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 67,7 (Ø 64,7) | 17,2 (Ø 12,4) | 15,2 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 58,6 (Ø 56,0) | 22,1 (Ø 15,5) | 19,3 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Bremsen
Beruhigend, dass die Bremsen des GLE standfest und langlebig arbeiten. Auch die sonst oft geschundenen Bremsscheiben werden nur selten bemängelt. Schläuche und Leitungen sind immer tipptopp.
Umwelt
Die Themen Ölverlust und Abgasuntersuchung hat der Jüngere ganz klar im Griff, die Werte liegen unter dem Durchschnitt. Der ältere W 166 leckt dagegen auffällig öfter, ab dem zehnten Jahr liegen auch die Mängelquoten bei der AU über dem Mittel. Deutlich solider präsentieren sich die Abgasanlagen beider Generationen.
Fazit
Niedrige Mängelquoten und Top-Platzierungen in den höchsten Altersklassen: Das Groß-SUV mit dem Stern hat eine ausgezeichnete Langlebigkeit – aber auch ein paar hartnäckige und mitunter teure Schwachstellen. Der Ölverlust lässt den älteren W 166 nicht gut aussehen. Und die Lenkungsprobleme des jungen V 167 sollte eine Premiummarke wie Mercedes unbedingt in den Griff bekommen!
Service-Links





















