Mercedes GLK: Gebrauchtwagen-Test
Gebrauchter GLK: Premium-SUV mit Altersmängeln

Als Premium-SUV war der Mercedes GLK einst gefragt und teuer. Inzwischen ist das Modell erschwinglich, allerdings lauern altersbedingt auch ein paar Risiken.
Bild: AUTO BILD/Christoph Börries
Ein Frühstart war es nicht, als Mercedes den GLK brachte und dem längst etablierten SUV-Trend 2008 folgte. Doch dafür bewies der Mittelklasse-Hochsitz viel eigenen Charakter, stand angenehm aufrecht da und wirkte regelrecht trutzig. Manche sahen in ihm sogar eine kleine G-Klasse. Heute ist klar: Der im Werk Bremen gefertigte GLK ist besser als viele seiner Konkurrenten gealtert.
Als Gebrauchtwagen steht das bis 2015 gebaute Modell für eine solide, aber nicht fehlerfreie Konstruktion, punktet mit fühlbarer Materialqualität und einem Nutzwert, der noch immer im harten Alltag zwischen Familie und Freizeit überzeugen kann. Wer bewusst ein etwas älteres, aber haltbares Mittelklasse-SUV sucht, könnte zu Kursen ab rund 10.000 Euro für ein seriöses Exemplar fündig werden.
Der GLK bringt klassische Mercedes-Tugenden mit
Das ist er: Technische Basis des GLK ist die damalige C-Klasse der Baureihe 204. Mit ihr teilt sich der GLK wesentliche Komponenten, setzt jedoch auf eine eigenständig-aufrechte SUV-Form. Mit rund 4,54 Meter Länge ist er für heutige Verhältnisse eher kompakt, wirkt aber dank einer steilen Frontscheibe, hohem Dach und dem nahezu senkrechten Heck sehr erwachsen. Die Übersicht ist hervorragend, die Sitzposition angenehm aufrecht und in der ersten Reihe bis rund 1,90 Meter Körpergröße ergonomisch.

Die ersten GLK nähern sich der Volljährigkeit und zeigen, dass das kantige Mittelklasse-SUV trotz markanter Tornadolinie gut gealtert ist.
Bild: AUTO BILD/Christoph Börries
Der Fond ist brauchbar, wenn auch nicht üppig. Hier gibt es in der Kompakt- und Mittelklasse inzwischen ganz andere Raumwunder-Kaliber. Der Kofferraum ist mit hochwertigem Veloursteppich ausgeschlagen und fasst 450 Liter, bei umgelegter Fondlehne passen bis zu 1550 Liter hinein. Optisch unterscheiden sich Vor-Facelift-Modelle (Bauzeitraum 2008 bis 2012) und Autos mit dezent weichgespülter Modellpflege (Mopf ab 2012). Die frühen GLK zeigen mehr Kante und rustikaleren Charme, die späten Exemplare sind feiner gezeichnet und innen aufgewertet. Attraktiv wirkt der GLK bis heute auf Autofahrer, die Wert auf klassische Mercedes-Tugenden wie Ergonomie und Solidität legen.
Technische Daten
200 | 220 CDI 4Matic 7G-Tronic | 350 CDI 4Matic 7G-Tronic | |
|---|---|---|---|
Motor | Vierzylinder, vorn längs | Vierzylinder, vorn längs | V6, vorn längs |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1991 cm³ | 2143 cm³ | 2987 cm³ |
Leistung | 135 kW (184 PS) bei 6500/min | 125 kW (170 PS) bei 3200/min | 195 kW (265 PS) bei 3800/min |
Drehmoment | 300 Nm bei 1200/min | 400 Nm bei 1400/min | 620 Nm bei 1600/min |
Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h | 205 km/h | 232 km/h |
0–100 km/h | 8,8 s | 8,8 s | 6,4 s |
Tank/Kraftstoff | 66 l/Super | 66 l/Diesel | 66 l/Diesel |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang man./Hinterrad | Siebenstufenautomatik/Allrad | Siebenstufenautomatik/Allrad |
Länge/Breite/Höhe | 4536/1840/1669 mm | 4525/1840/1689 mm | 4536/1840/1669 mm |
Kofferraumvolumen | 450-1550 l | 450-1550 l | 450-1550 l |
Leergewicht/Zuladung | 1735/575 kg | 1880/570 kg | 1925/575 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 2000/750 kg | 2000/750 kg | 2500/750 kg |
Gebaut für eine lange Haltedauer
Das hat er: Innen überzeugt der GLK mit hoher Materialgüte. Die Armaturentafel ist klar strukturiert, alle Schalter wirken langlebig, das Leder altert, wenn es echt und kein bruchgefährdetes Artico ist, noch würdevoll. Frühe Modelle sind oft eher schlicht ausgestattet. Klimaautomatik und eine solide Sicherheitsausstattung waren Serie, Dinge wie Einparksensoren, Xenonlicht und Distronic kosteten jedoch teils empfindliche Aufschläge. Elegance- und Avantgarde-Varianten versprühen mehr Charme durch Chrom, Holz oder Aluminium, AMG- und Sportpakete setzen auf strafferes Fahrwerk, größere Räder und sportlichere Optik.

Cockpit der alten Schule: klare Gliederung, nette Instrumente, gute Ergonomie.
Bild: AUTO BILD/Christoph Börries
Mit der Modellpflege gab es ab 2012 ein überarbeitetes Cockpit mit verbessertem Infotainment, optionale Assistenzsysteme wie Totwinkel- und Spurhalteassistent, teils sogar eine 360-Grad-Kamera. Wichtiger im Alltag dürften im Hier und Heute jedoch eher praktische Details wie die große Heckklappe, die optionale Easy-Pack-Funktion oder das Offroad-Engineering-Paket mit Bergabfahrhilfe und angepasster Traktionsregelung sein. Insgesamt vermittelt der GLK das Gefühl, für lange Haltedauer gebaut worden und kein Wegwerf-SUV zu sein.
Wahlweise geht's stoisch bis stürmisch voran
So fährt er: Stets ausgewogen, aber facettenreich. Seine Motorenvielfalt ist eines der starken Argumente für den GLK. Bei den einst gefragten Dieseln reicht das Angebot vom 200 CDI (143 PS) über 220 CDI BlueTec (170 PS) bis zum 250 CDI (204 PS). Der 220er gilt als goldene Mitte. Er ist kräftig, langstreckentauglich und sparsam. Der V6-Diesel als 320/350 CDI setzt dem Ganzen die Krone auf. Er ist souveräner im Durchzug, bietet recht hohe Anhängelast und müheloses Reisen.

Das auf Komfort optimierte Normalfahrwerk ist für ausgeglichene Fahrernaturen, bietet gutes Schluckvermögen.
Bild: AUTO BILD/Christoph Börries
Als Benzin-Alternativen gibt es den kultivierten 3,0-Liter-V6 (280/300 PS) sowie den kräftigen 350er mit über 300 PS, später ergänzt durch aufgeladene Vierzylinder (200 und 250). Sie laufen leise und geschmeidig, verbrauchen jedoch spürbar mehr. Achtung: Die Mehrheit der GLK erfüllen nur die Euro-5-Norm, es finden sich aber auch Euro-6-BlueTec-Modelle.
Fahrdynamisch gibt sich der GLK komfortbetont und geschmeidig. Er federt angenehm, liegt ruhig auf der Autobahn und vermittelt vor allem Sicherheit statt Sportsgeist. Allradmodelle mit dem elektronischen Traktionssystem 4ETS übertragen auch bei schlechten Straßenverhältnissen viel Antriebskraft auf den Untergrund und sind besonders bei Hängerfahrern begehrt. Optional gab es sogar ein Offroad-Technikpaket mit Offroad-Fahrprogramm, das sogar mit dem ML mithalten konnte.
Stärken
- Hochwertige Verarbeitung
- Robuste Antriebe
- Viele Premiumoptionen
Schwächen
- Im Fond eher schmal geschnitten
- Unterhalt recht kostspielig
- Teils beginnende Rostprobleme
Stärken
- Hochwertige Verarbeitung
- Robuste Antriebe
- Viele Premiumoptionen
Schwächen
- Im Fond eher schmal geschnitten
- Unterhalt recht kostspielig
- Teils beginnende Rostprobleme
Unbedingt auf solide Servicehistorie achten
Das macht Ärger: Mercedes bot zwei Jahre Neuwagengarantie sowie bei penibler Einhaltung des Wartungsplans 30 Jahre Durchrostungsschutzgarantie. Trotz einer sehr guten Grundsubstanz ist der inzwischen betagte GLK nicht zwangsläufig ein problemloser Kauf. Die Vierzylinder-Diesel (OM651) hatten anfangs erheblichen Ärger mit Injektoren, Kettenspannern und auch der Steuerkette. Oft wurde in der Niederlassung nachgebessert. Eine solide Servicehistorie ohne Lücken sollte Pflicht sein. Beim V6-Diesel droht der Ölkühler im Motor-V undicht zu werden, was teuer werden kann.
Ruppigen Automaten langt meist frisches Öl. Verschlissene Fahrwerksbuchsen werden durch das recht hohe Gewicht begünstigt, besonders bei häufigem Anhängerbetrieb. Rost kann ein Thema sein, vor allem, wenn viel im Salz gefahren wurde. Achsschemel sind bei hohen Laufleistungen typische X204-Themen, auch Türen, Kotflügel und Heckklappe blühen teilweise braun. Außerdem sollte man vor dem Kauf gründlich die Bremsleitungen checken. Diese können unbemerkt massiv korrodieren und undicht werden. Elektrisch fallen gelegentlich Heckklappe oder Xenon-Scheinwerfer aus. Beim KBA sind für den Mercedes GLK 18 Rückrufe hinterlegt.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 7,7 l D/100 km |
|---|---|
CO2 (gemäß NEFZ) | 159 g/km |
Inspektion | 350-800 Euro |
Haftpflicht (22)* | 1097 Euro |
Teilkasko (22)* | 1309 Euro |
Vollkasko (21)* | 1691 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 5) | 321 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine | 1782 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 1238 Euro |
Wasserpumpe | 626 Euro |
Zahnriemen | entf., Steuerkette |
Nachschalldämpfer, links | 813 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1374 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 708 Euro |
Infotainmentbildschirm | 748 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 235/60 R 17 V) | 750 Euro |
Service-Links































