Mercedes-Ladedienst blockt auf Wunsch Elektroauto-Ladesäulen
Ladesäulen-Reservierung für eilige Mercedes-Fahrer

Bild: Mercedes-Benz AG
Mercedes baut sein Ladenetzwerk rasant aus. Derzeit betreibt der Hersteller in Deutschland vier Ladeparks. Bis 2030 sollen weltweit 2000 Standorte mit 10.000 Ladepunkten in Betrieb sein. Um die Attraktivität für seine exklusiven Stromspender zu erhöhen, hat sich das Traditionshaus ein besonderes Feature ausgedacht: Vorreservierung von Ladesäulen.
Hat ein Mercedes-Fahrer es eilig und will nicht lange darauf warten, dass ein Strom-Tankplatz frei wird, kann diese Reservierungsfunktion nutzen. Bei aktiver Routenführung im Navigationssystem funktioniert die Blockierung eines Ladepunkts sogar automatisch. Wer schon einmal beobachtet hat, wie insbesondere zu Stoßzeiten E-Autos an vielen Schnellladesäulen Schlange stehen, wird den Nutzen des Tools nicht bestreiten.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Lichtsignal an der Ladesäule zeigt Reservierung an
Im Produkt von Mercedes wird die Ladesäule 15 Minuten freigehalten. In dieser Zeit wird sie anderen Mercedes-Fahrern als "besetzt" angezeigt. Der Reservierungszeitraum hat einen standardmäßigen Puffer von fünf Minuten, gleichzeitig ist eine Aktualisierung der Reservierungsperiode im Falle von Routenänderungen u. ä. möglich.
Wer sich "auf gut Glück" zum Laden nähert, kann am Dach oder "Lightpole" des Standorts sowie unterschiedliche Lichtsignale an der Steckerhalterung der Ladesäule erkennen, welche Ladeplätze reserviert und welche frei verfügbar sind. Die Funktion ist ab sofort in allen Ladeparks in Deutschland und den USA nutzbar. Vorläufig bietet Mercedes sie gratis an – behält sich aber vor, sie zu einem späteren Zeitpunkt als kostenpflichtiges Feature anzubieten. Das dürfte auch von der Attraktivität des Features abhängen.

Bis zu 15 Minuten im Voraus kann eine Ladesäule im Netzwerk von Mercedes MB Charge reserviert werden.
Bild: Mercedes-Benz AG
E.ON hat die Reservierungs-Funktion entwickelt
Netzwerk-Partner von Mercedes ist übrigens der Stromversorger E.ON, der die Ladeparks im Auftrag des Autobauers plant und in Betrieb nimmt. Mit Ladepunkt-Reservierung hat das Unternehmen bereits Erfahrung gemacht, so das Unternehmen gegenüber AUTO BILD. Dazu gehört das Produkt ChargeQ für interne Auslastungssteuerung von Ladeparks. Es wurde zunächst mit dem Logistikunternehmen FIEGE erprobt. Dort konnte die Auslastung der vorhandenen Ladepunkte durch die digitale Warteliste verdoppelt werden.
Wollen FIEGE-Mitarbeiter ihr Elektroauto aufladen, können sie sich in einer digitalen Warteliste für einen Ladeplatz am Firmenstandort eintragen. Wird ein Ladeplatz frei, sendet das Tool eine Nachricht auf das Mobiltelefon. Der zugewiesene Ladeplatz bleibt auch hier 15 Minuten reserviert, bevor er neu vergeben wird. "Mit weiteren Partnern sind wir aktuell im Austausch zur Entwicklung gemeinsamer Lösungen", teilt eine E.ON-Sprecherin mit.
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