Mercedes S 600 V 220: Gebrauchtwagenangebot
Mercedes S 600 mit besonderer Innenausstattung zu verkaufen

V12-Biturbo, Luxus und Prestige: Ein Mercedes S 600 war seinerzeit die Spitze des Automobilbaus und weit über 100.000 Euro teuer. 23 Jahre später gibt es die Luxuslimousine zum Polo-Preis!
Bild: Ott Automobile 5 Seen
Mehr ging nicht! Wer in den frühen 2000er-Jahren einen Mercedes S 600 besaß, der hatte es geschafft. Ein sämiger V12-Biturbo mit 500 PS, eine opulente Serienausstattung und Features, die es bei keinem anderen Hersteller gab, machten das Topmodell der S-Klasse zur Spitze des Automobilbaus. Der Preis? Nebensache!
20 Jahre später ist der Preis für einen gebrauchten Mercedes S 600 der Baureihe 220 keine Nebensache mehr, denn der Wertverlust hat schonungslos zugeschlagen. Die Preise für den eleganten V12-Luxusliner sind im Keller. Dennoch sollten Interessenten nicht kopflos zuschlagen. Auch wenn so ein S-600-Schnäppchen verlockend ist, die Folgekosten können exorbitant sein. Allein mögliche Reparaturen des ABC-Fahrwerks und des famosen V12 können richtig ins Geld gehen. Und selbst wenn keine Defekte auftreten, kostet so ein S 600 viel Geld im Unterhalt.

Auf den Inseratsfotos wirkt die unverbastelte S-Klasse sehr gepflegt.
Bild: Ott Automobile 5 Seen
Genug der mahnenden Worte, lassen Sie uns doch einmal schauen, wie viel Auto es für gerade mal 15.999 Euro gibt. Der Händler Ott Automobile 5 Seen hat einen Mercedes S 600 im Angebot, der auf den Bildern einen hervorragenden ersten Eindruck hinterlässt. Peinliche Tuning-Umbauten wie eine Vierrohr-Abgasanlage oder ein Tieferlegungsmodul wurden der S-Klasse in "Smaragdschwarz Metallic" (Farbcode 189) erspart. Sogar die originalen und beliebten Segin-Räder sind noch vorhanden und wurden erst kürzlich neu hochglanzverdichtet.
V12-Biturbo mit 500 PS
Eine kurze Geschichtsstunde: Im Vergleich zum legendären Vorgänger, dem W 140, war der W 220 optisch und technisch eine deutliche Weiterentwicklung. In den acht Jahren Bauzeit wurden knapp 500.000 W 220 verkauft. Zum Modelljahr 2002 erhielt der W 220 ein umfangreiches Facelift, das unter anderem an einer neuen Frontschürze inklusive größerem Kühlergrill und Klarglas-Scheinwerfern sowie Blinkern in den Außenspiegeln zu erkennen ist. Am Heck spendierte Mercedes der S-Klasse neue Leuchten mit weißen Streifen.
Zusätzlich wurde die Serienausstattung verbessert und das Motorenangebot überarbeitet. So wurde der zwischen Ende 1999 und Mitte 2002 ausgelieferte Zwölfzylinder-Sauger (M 137 E 58) mit 367 PS und 530 Nm aus dem S 600 gegen den neuen 5,5-Liter-V12-Biturbo (M 275 E 55) mit nunmehr 500 PS und 800 Nm ersetzt. Das Topmodell wurde ausschließlich als Langversion V 220 angeboten.

Der 5,5-Liter-V12-Biturbo leistet 500 PS und 800 Nm. Das reicht für einen Topspeed von 250 km/h. Ohne Elektronikfessel wäre deutlich mehr drin.
Bild: Ott Automobile 5 Seen
Und um genau solch einen modellgepflegten S 600 handelt es sich bei diesem Angebot. Würde man es nicht besser wissen, so könnte die Luxuslimousine anhand der Fotos auch erst zehn Jahre alte sein. Tatsächlich hat der S 600 aber schon knapp 23 Jahre auf dem Buckel. Erstmals zugelassen wurde die laut Anbieter unfallfreie S-Klasse im Juli 2003 und – auch wenn es nicht so aussehen mag – viel gefahren. Mittlerweile stehen amtliche 260.000 Kilometer auf dem Tacho. Laut des Händlers ist der 600er scheckheftgepflegt. Die Anzahl der Halter wird im Inserat nicht erwähnt.
Besondere Innenausstattung
Die vergleichsweise hohe Laufleistung ist der S-Klasse jedenfalls nicht direkt anzusehen. Das gilt vor allem für den besonderen Innenraum. Wie es sich für ein V12-Topmodell gehört, war die Lederausstattung "Exklusiv Nappa" im S 600 serienmäßig verbaut. Der Erstbesitzer dieser S-Klasse war jedoch scheinbar kein Leder-Fan und entschied sich für eine Veloursausstattung – eine extrem seltene Option, die damals nicht in der normalen Ausstattungsliste zu finden war. Stattdessen wurde in der Bestellung "designo Leder einfarbig" vermerkt.
Ein kurioser Zufall in diesem Zusammenhang: Mit der Modellpflege der S-Klasse Generation 223 bietet Mercedes übrigens wieder eine Stoffausstattung an. In diesem S 600 hat sich das Velours über die Jahre und Kilometer jedenfalls hervorragend gehalten. Auf den Fotos sind nicht mal kleinere Gebrauchsspuren zu erkennen, was im Übrigen für den gesamten Innenraum gilt. Zwar hat der S 600 keine oftmals vollmundig versprochene Vollausstattung, aber einige Extras hat der Erstbesitzer dennoch geordert. Erwähnenswert sind hier die fahrdynamischen Multikontursitze, ein TV-Monitor im Fond, ein Klapptisch am Beifahrersitz, Sonnenschutz-Rollos und ein sechsfach CD-Wechsler.
Neupreis von über 135.000 Euro
So stieg der Basispreis von 127.658 Euro (2003) auf über 135.000 Euro an. Aktuell kostet der S 600 mit der Veloursausstattung noch 15.999 Euro – und somit weniger als ein neuer VW Polo. Ein frischer Service und TÜV sind inklusive. Verkauft wird die S-Klasse im Übrigen im Kundenauftrag, was bei Autos in dieser Preisklasse nicht unüblich ist.

Ein Mercedes S 600 mit Veloursausstattung ist eine Rarität.
Bild: Ott Automobile 5 Seen
Der S 600 scheint fair eingepreist zu sein. Die günstigsten Exemplare mit fragwürdiger Historie gibt es für knapp 10.000 Euro, top gepflegte S 600 mit deutlich unter 100.000 Kilometern und teilweise sogar noch aus erster Hand kosten 30.000 Euro, gepanzerte S 600 Guard noch mehr. Doch bei aller Euphorie noch mal der Hinweis: Auch wenn ein S 600 mit 120.000 Euro Wertverlust verlockend ist, die Folgekosten nicht außer Acht lassen.
Fazit
Ein Mercedes S 600 ohne Leder? Was seinerzeit als Fehlbestellung abgestempelt wurde, hat über 20 Jahre später enormen Charme. Die S-Klasse wirkt extrem gepflegt, dennoch sollten Interessenten sich den Kauf zweimal überlegen. Auch bei einem top gepflegten S 600 können die Folgekosten unkalkulierbar sein.
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