Mercedes S 65 AMG Coupé (2017): Gebrauchtwagen
Mercedes S 65 AMG mit schwindelerregendem Wertverlust

Ein V12-Biturbo mit 630 PS und 1000 Nm, dazu ein Basis-Neupreis von knapp 250.000 Euro: Das Mercedes S 65 AMG Coupé ist die automobile Dekadenz. Gebrauchtwagenangebot!
Bild: Autocenter Sportive GmbH
"Das Beste oder nichts" – ein Auto, das diesen Leitspruch verkörpert wie kaum ein anderes, ist der Mercedes S 65 AMG. Das einstige Topmodell ist so etwas wie die Speerspitze der deutschen Automobilbaukunst. Mittlerweile sind die 65er-Modelle über allen Baureihen hinweg eingestellt, und auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind die Zwölfzylinder-AMG selten und teuer!
Aber nicht nur die 65er-Modelle, sondern auch das S-Klasse Coupé ist mittlerweile Geschichte. Rückblick: 2014 enthüllte Mercedes auf dem Autosalon Genf das intern C 217 genannte Coupé, das Status, Stil und höchstes technisches Niveau miteinander kombiniert. Details wie Luftfahrwerk, Panoramadach, Softclose und das sogenannte Intelligent Light System sind Standard. Neben unterschiedlichen Lederausstattungen gab es diverse Luxusfeatures: Mit Swarovski-Kristallen verzierte LED-Scheinwerfer sind nur ein Beispiel. Magic Body Control und Nachtsichtgerät bieten noch mehr Sicherheit.
Auf über fünf Metern Außenlänge verkörpert das S-Klasse Coupé pure Dekadenz. Die Silhouette mit mächtigem Kühlergrill, langer Haube, fließendem Dach und muskulösem Heck ist unverwechselbar und wurde beim 2017 eingeführten Facelift nur behutsam verändert. Bis ins Detail fein verarbeitet, mit Edelholz, Leder und Zierapplikationen im Innenraum erinnert das S-Klasse-Coupé an eine Luxusjacht für die Straße. 2020 jedoch die Hiobsbotschaft für die Fans: S-Klasse Coupé und Cabrio werden eingestellt, einen Nachfolger gibt es bis heute nicht.

Auch über zehn Jahre nach der Vorstellung besitzt das S-Klasse Coupé eine zeitlos schöne Form. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht!
Bild: Autocenter Sportive GmbH
Wer dennoch eine S-Klasse mit zwei Türen fahren möchte, der muss sich notgedrungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen, wo die Auswahl groß ist, die Fahrzeughistorien jedoch oft zweifelhaft sind. In zweiter, dritter oder vierter Hand ist der C 217 oft mit fragwürdigen Chromfelgen, Tieferlegungsmodulen und AMG-Umbauten verschandelt worden.
V12-Biturbo mit 630 PS und 1000 Nm
Ein Auto, dem dieses Schicksal erspart blieb, steht beim "Autocenter Sportive GmbH" in Bad Schussenried (Baden-Württemberg). Die Rede ist von einem Mercedes S 65 AMG Coupé oder dem Besten, was Mercedes Mitte der 2010er-Jahre zu bieten hatte. Kurz nach Marktstart präsentierte Mercedes das S 65 AMG Coupé als Topmodell der Baureihe. Der famose 6,0-Liter-V12-Biturbo (M 279) leistet brachiale 630 PS und unglaubliche 1000 Nm, die nur über die Hinterräder herfallen. Den Sprint auf 100 km/h erledigt das gut 2,2 Tonnen schwere Coupé in 4,1 Sekunden, doch die reinen Zahlen sind beim S 65 zweitrangig.

Während der "V12 Biturbo"-Schriftzug gerne mal nachträglich aufgeklebt wird, ist er an diesem Exemplar richtig platziert. Die hochglanzpolierten Vielspeichenfelgen gab es exklusiv für den S 65.
Bild: Autocenter Sportive GmbH
Wer ein richtig sportliches S-Klasse Coupé wollte, der griff zum S 63 AMG mit anfänglich 585 PS aus einem 5,5-Liter-V8 (M 157) und später 612 PS aus dem Vierliter-V8-Biturbo (M 177), das sogar schneller und gleichzeitig rund 75.000 Euro günstiger als ein S 65 war. Wer sich jedoch für das V12-Flaggschiff entschied, wollte vor allem eins: ein Statement setzen. Ein S 65 ist die automobile Dekadenz.
Basis-Neupreis lag bei knapp 250.000 Euro
Kein Wunder, dass das in der Basis knapp 250.000 Euro teure Coupé bis heute ein absoluter Exot ist. Vereinzelt werden aber Exemplare angeboten. So wie der hier gezeigte S 65 in der seltenen und pflegeintensiven Mattlackierung "Designo Allanitgrau magno", der aus dem Baujahr 2017 stammt, und ein Vorfaceliftmodell noch ohne den mittlerweile flächendeckend eingeführten Panamericana-Kühlergrill, dafür mit einer Extraportion Chrom.
Der unfallfreie S 65 wurde in den letzten acht Jahren nur knapp 63.000 Kilometer gefahren und soll laut Händler scheckheftgepflegt sein. Ob es sich um ein deutsches Auto handelt, wird nicht erwähnt, hier sollten Interessenten auf jeden Fall noch mal nachhaken.

Die Farbkombination aus "Designo Allanitgrau magno" außen und "Design Leder Exklusiv Nappa" in Schwarz/"Cassis" muss man mögen, sie passt aber zu dekadenten Auftritt des S 65.
Bild: Autocenter Sportive GmbH
In puncto Ausstattung lässt ein S 65 praktisch keine Wünsche offen. Im einstigen Basis-Neupreis von 248.085 Euro waren die allermeisten Komfortfeatures sowie optische Highlights wie die hochglanzpolierten 20-Zoll-Schmiederäder bereits enthalten. Doch getreu dem Motto "mehr geht immer" hat der Erstbesitzer dieses S 65 noch weitere Kreuze gesetzt, sodass am Ende über 270.000 Euro auf der Rechnung standen. Speziell in dieser Fahrzeugklasse wird der Begriff "Vollausstattung" gerne inflationär verwendet, doch bei diesem S 65 AMG Coupé trifft er (fast) zu – einzige Ausnahme ist die einst über 8000 Euro teure Carbonkeramikbremse, die nicht verbaut ist.
So viel soll der S 65 AMG kosten
Und was kostet die einstige Speerspitze der deutschen Automobilbaukunst acht Jahre und gut 63.000 Kilometer später? Ein Schnäppchen war und ist ein S 65 AMG Coupé nie, doch der Wertverlust hat auch bei diesem V12-Luxuscoupé gnadenlos zugeschlagen. Der ehemalige Neupreis hat sich mehr als halbiert, denn aktuell soll die S-Klasse noch 129.990 Euro kosten. Damit scheint der S 65 fair eingepreist. Das günstigste in Deutschland angebotene Exemplar kostet aktuell 110.000 Euro, hat aber mehr Kilometer auf dem Tacho. Faceliftmodelle sind noch mal deutlich teurer.
Wer nicht unbedingt ein Coupé möchte, der bekommt gebrauchte S-65-Limousinen der Baureihe W 222 übrigens für deutlich unter 100.000 Euro.
Fazit
Mehr geht nicht: Ein 6,0-Liter-V12-Biturbo mit 630 PS, allerfeinste Materialien und eine Verarbeitungsqualität, die über jeden Zweifel erhaben ist. Das Mercedes S 65 AMG Coupé ist eines DER Prestigeobjekte im Automobilsektor und mag in der heutigen Zeit auf einige wie ein Mittelfinger wirken. Doch genau das macht vermutlich den Reiz aus.
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