Mercedes SLK (R 172): Gebrauchtwagen-Test
Mercedes SLK 200: Dieser gebrauchte Roadster rockt!
Gebrauchter Mercedes SLK im Test
Der dritte Mercedes SLK surfte auf der Roadsterwelle. Wir erklären, warum er ein heißer Gebrauchtwagen-Tipp ist!
In aller Offenheit Mercedes zu fahren, galt noch nie als billiges Vergnügen. Aber ist eventuell gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, um über den vielleicht letzten kompakten Roadster der Marke nachzudenken? Die dritte Generation des Mercedes SLK (ab Facelift im März 2016: SLC) blieb bis zu ihrem Baustopp im Juni 2020 dem Konzept des Urmodells treu. Sie ist sportlich, relativ leicht und mit nur 4,13 Meter Außenlänge erfreulich kurz.
Unter der flachen Roadsterkarosserie mit der langen Fronthaube steckt reichlich bewährte Großserientechnik aus der C-Klasse. Allerdings ist diese so gekonnt komponiert, dass sich Fahrspaß und Haltbarkeit in nahezu idealer Balance befinden.
Unser obsidianschwarzes Testfahrzeug von der Autowelt Michael in Beckdorf (Landkreis Stade) kostete neu laut Schwacke-Datenbank 49.226 Euro. Nach acht Jahren und 106.402 Kilometern sind 22.480 Euro fällig.
Mercedes SLK gebraucht: Karosseriebauqualität und Material vorbildlich
Die Laufleistung ist in keinster Weise problematisch. Selbst bei offenem Dach gelingen Kopfsteinpflasterpassagen klapperfrei. Und das gilt sowohl für das Fahrwerk als auch für den Aufbau. Karosseriebauqualität und Materialauswahl des im Werk Bremen vom Band gelaufenen Roadsters dürfen rückblickend als vorbildlich gelten.
Doch ist der Basismotor die richtige Wahl? Ja, denn er genügt noch immer gehobenen Ansprüchen! Die Siebenstufenautomatik harmoniert gut mit dem 1,8 Liter großen M-271-Evo-Turbo-Direkteinspritzer: Nur sieben Sekunden von null auf 100 km/h sind flott, früh anliegende 270 Nm Drehmoment garantieren ordentliche Elastizität.

Nach elf Jahren wirkt das Design des SLK nach wie vor elegant. Die dritte SLK-Generation ist außerdem qualitativ die beste.
Bild: Tom Salt
Die mit 237 km/h angegebene Höchstgeschwindigkeit will dagegen nur selten ausgereizt werden, obwohl das Hardtop-Verdeck selbst bei hohem Tempo akustisch zurückhaltend bleibt. Die noch immer spielfrei arbeitende direkte Lenkung und das sauber abgestimmte Fahrwerk sorgen für reichlich Fahrspaß und dynamische Reserven.
Entspannender ist es jedoch, im intim geschnittenen Innenraum bei offenem Verdeck über Land zu cruisen und Gimmicks wie den (damals optionalen) Nackenföhn "Airscarf" zu genießen, der zuverlässig Verkühlungen entgegenwirkt.
Technische Daten
Mercedes SLK 200 | |
|---|---|
Motor | Vierzylinder/vorn längs |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1796 cm³ |
Leistung | 135 kW (184 PS) bei 5250/min |
Drehmoment | 270 Nm bei 1800/min |
Höchstgeschw. | 237 km/h |
0-100 km/h | 7,0 s |
Tank/Kraftstoff | 60 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Siebenstufenaut./Hinterrad |
L/B/H | 4134/1810/1301 mm |
Kofferraumvolumen | Kofferraumvolumen 225-335 l |
Leergewicht/Zuladung | 1435/315 kg |
Wurden Assistenzsysteme wie der gut funktionierende Abstandstempomat "Distronic Plus" oder das zu seiner Zeit wegweisende ILS-Scheinwerfersystem mit adaptiver Fahrlichtverteilung geordert, profitiert die Fahrsicherheit zusätzlich. Mit dem 2014 aufpreispflichtigen Becker-Map-Pilot-Navi lässt sich inzwischen allerdings kein Blumentopf mehr gewinnen: Touchscreen und Mirrorfunktion fehlen. Und die Reaktionszeiten des Systems sind eher schläfrig.
Erstaunlich moderate Durchschnittsverbräuche
Absolut positiv fallen dagegen die erstaunlich moderaten Durchschnittsverbräuche auf, die selbst mit Spaßeinlagen eine Sieben vor dem Komma haben. Zwar wären die damals alternativ lieferbaren Commonrail-Diesel noch ein bis zwei Liter sparsamer, doch sie vernageln den spaßigen Charakter und können im Alter mit kostspieligen Injektorproblemen nerven.
Wo hakt es möglicherweise sonst noch? Die langen SLK-Türen provozieren schnell Lackmacken und Dellen. Und der in dieser Form bis Ende 2015 verbaute Motor erfüllt leider nur die Abgasnorm Euro 5.
Das elektrohydraulische Variodach begeistert dafür auch nach acht Jahren noch: Es hat keine Scheu vor Waschanlagen und nur in Ausnahmefällen teure Gelenk- oder Hydraulikprobleme. Selten war ein alter Schwabe so cool und solide zugleich.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 7,1 l S/100 km |
|---|---|
CO2 | 142 g/km |
Inspektion | 300-550 Euro |
Haftpflicht (14)* | 391 Euro |
Teilkasko (19)* | 465 Euro |
Vollkasko (19)* | 726 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 5) | 130 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine | 1058 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 774 Euro |
Wasserpumpe (AT) | 333 Euro |
Zahnriemen | entfällt, Kette |
Nachschalldämpfer | 1320 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 996 Euro |
Bremsscheiben und -klötze | 458 Euro |
Infotainmentbildschirm | 605 Euro |
4 Sommerreifen (225/45 R17 Y; 245/40 R17 Y) | 550 Euro |
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