Mercedes SLS AMG Black Series (2013): Einzelstück
Dieser Mercedes SLS AMG Black Series ist ein Einzelstück

Bild: Courtesy of RM Sotheby's
249.900 Euro – so viel kostete der nur 350 Mal gebaute Mercedes SLS AMG Black Series bei seiner Markteinführung im Jahr 2013. Wohl dem, der damals das nötige Kleingeld übrighatte und einen der wenigen Black Series ergattern konnte. Mittlerweile hat sich der Preis vervielfacht!
Die Bezeichnung "Black Series" steht bei AMG seit Jahren für die extremsten Modelle. Begonnen hat alles im Jahr 2006 mit dem oft vergessenen Mercedes SLK 55 AMG Black Series. Dieser wurde vom nur 35 Mal gebauten SLK 55 AMG Tracksport (ohne Straßenzulassung) abgeleitet und war der Grundstein für die Black-Series-Ahnenreihe, die 2020 im 730 PS starken Mercedes-AMG GT Black Series gipfelte.
Der SLS Black Series übertrumpft alle anderen Derivate
Während jedes der mittlerweile sechs Derivate einen ganz besonderen Stellenwert in der Historie innehat, gibt es einen Black Series, der sie alle übertrumpft: der SLS Black Series.
2013 enthüllte Mercedes das SLS-Topmodell, das nicht nur optisch an den Rennwagen SLS AMG GT3 angelehnt war. Während der normale SLS mit seinen spektakulären Flügeltüren den edlen GT mimte, war der Black Series ein echter Krawallbruder. Besonders auffällig ist die deutlich verbreiterte Karosserie. Vorn wuchern die Kotflügel pro Seite 13 Millimeter weiter nach außen, hinten sogar 26 Millimeter.
Der Breitbau diente allerdings nicht nur der Show – er war geradezu nötig, um die vorn um 20 und hinten um 24 Millimeter verbreiterte Spur zu ermöglichen. Und wenn man in Affalterbach schon mal dabei war, wurden natürlich auch die Carbon-Schürzen angepasst und dem Black Series auf Wunsch ein Aero-Paket mit feststehendem Spoiler spendiert.
V8-Sauger mit 631 PS
Doch das war erst der Anfang. Auch am Motor wurde Hand angelegt: Der legendäre 6,2-Liter-V8-Sauger wurde bereits für den normalen SLS umfangreich optimiert und mit Trockensumpfschmierung ausgerüstet – was auch erklärt, warum er einen eigenen Motorcode bekam (M 159).
Für den Black Series trieben es die Ingenieure jedoch auf die Spitze. Ein Hochdrehzahl-Ventiltrieb mit geänderten Nockenwellen, angepasster Nockengeometrie und spezialbeschichteten Tassenstößeln, die entdrosselte Ansaugluftführung sowie ein drehzahlfesterer Riementrieb ermöglichen nicht nur eine Maximaldrehzahl von 8000 U/min und einen nochmals emotionaleren Sound, sondern auch Mehrleistung.
Anstelle der serienmäßigen 571 PS (591 PS im SLS AMG GT) werden über die nochmals überarbeitete Siebengang-Doppelkupplung des Topmodells 631 PS auf die Hinterräder losgelassen. Der Topspeed fällt mit 315 km/h zwar minimal langsamer aus als beim SLS AMG (317 km/h), dafür beschleunigt der SLS AMG Black Series in nur 3,6 Sekunden auf Tempo 100 (SLS AMG: 3,8 Sekunden).

Der nur 350 Mal gebaute SLS AMG Black Series ist das mit Abstand wertvollste Modell der "Black Series"-Reihe.
Bild: Courtesy of RM Sotheby's
Mit nur 350 gebauten Exemplaren, die allesamt sofort ausverkauft waren, war der SLS AMG Black Series von Beginn an ein Sammlerstück. Ein Fakt, der sich auch in den Preisen widerspiegelt: Mittlerweile gibt es in Deutschland keinen SLS AMG Black Series mehr unter 600.000 Euro, für Modelle mit besonders niedriger Laufleistung werden sogar siebenstellige Preise aufgerufen.
Einzigartige Konfiguration
Wer auf der Suche nach dieser blauen Mauritius unter den SLS AMG ist, der sollte sich das hier gezeigte Exemplar sichern. Anfang Dezember 2024 versteigert das Auktionshaus RM Sotheby's im Rahmen seiner "Dubai Auktion" einen Mercedes SLS AMG Black Series, den es so nur ein Mal auf der Welt gibt. Das liegt an der Außenfarbe "Designo Mystic Blue": Laut Auktionsbeschreibung ist dieser SLS AMG Black Series das einzige Exemplar, das ab Werk in dieser Farbe ausgeliefert wurde. Offenbar diente das Auto jedoch als Inspiration für andere SLS-Besitzer, denn mittlerweile wurden gleich mehrere SLS AMG Black Series mit dieser Farbe umlackiert.

Einmalige Konfiguration: Passend zur Außenlackierung in "Designo Mystic Blue" entschied sich der Erstbesitzer für eine blaue Lederausstattung.
Bild: Courtesy of RM Sotheby's
Das eigentliche Highlight dieses Black Series ist jedoch der Innenraum, der farblich perfekt zum Äußeren passt. Der Erstbesitzer entschied sich dazu, das Auto mit einer blauen Lederausstattung zu bestellen – eine sehr ungewöhnliche, aber besonders edle Konfiguration, die das Auto einmalig macht. Zu den Ausstattungs-Highlights gehören neben dem beliebten Aero-Paket (das ein Großteil aller SLS AMG Black Series trägt), die Recaro-Vollschalensitze, eine Rückfahrkamera, das Carbon-Paket für den Motorraum und das Soundsystem von Bang & Olufsen.
Das Auto stammt aus Deutschland
Bemerkenswert ist, dass dieser SLS AMG Black Series am 17. Dezember 2013 in Deutschland ausgeliefert wurde, es sich somit um ein deutsches Auto handelt. Der Wagen wurde in den vergangenen Jahren so gut wie gar nicht bewegt, sodass er mit nur 362 Kilometer Laufleistung versteigert wird.

Das hier gezeigte Exemplar soll der einzige SLS AMG Black Series sein, der ab Werk in der Farbe "Designo Mystic Blue" lackiert wurde. Mehrere SLS sollen nachträglich umlackiert worden sein.
Bild: Courtesy of RM Sotheby's
Der Schätzpreis erscheint zu niedrig
Der Schätzpreis wird von RM Sothebys mit umgerechnet etwa 650.000 bis 700.000 Euro (700.000 bis 750.000 Dollar) exklusive Gebühren angegeben. Ein Preis, der angesichts der aktuellen Marktlage sehr niedrig erscheint. In Deutschland wird der günstigste SLS AMG Black Series in Weiß mit 6500 Kilometern momentan für 600.000 Euro angeboten. Für Fahrzeuge mit besonders niedrigem Kilometerstand werden auch Preise von über einer Million Euro aufgerufen. Ein vermeintlicher Neuwagen mit 107 Kilometern auf dem Tacho soll sogar freche 1.990.000 Euro kosten.
Ob solche astronomischen Preise am Ende des Tages auch bezahlt werden, ist fragwürdig. Sollte der hier gezeigte SLS AMG Black Series tatsächlich für den Schätzpreis versteigert werden, wäre er ein (teures) Schnäppchen!
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