Sportlich leicht super. Was nach einer hastig zusammengewürfelten Werbebotschaft für einen fettarmen Joghurt vom Discounter klingt, ist nicht weniger als die Bedeutung des Namens SLS. Ein Traumwagen, den die Schwaben 2009 als Neuinterpretation ihres legendären Flügeltürers 300 SL präsentierten. Mit einem Neupreis von 177.000 Euro sollte er für die meisten auch unerreichbar bleiben. Wer darauf gesetzt hat, nach ein paar Jahren ein gebrauchtes Schnäppchen zu machen, wird enttäuscht. Frühe Modelle fielen zwar kurz unter 130.000 Euro, um dann aber sofort wieder anzuziehen. Heute, nach Produktionsende, wechseln gute Exemplare für über 200.000 Euro den Besitzer. Und dass, obwohl Mercedes bis heute keine genauen Stückzahlen nennt. Gerüchteweise sollen 6500 Stück entstanden sein.
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Geldanlage mit Spaß-Garantie: 3,8 Sekunden bis Tempo 100

Gebrauchtwagen Mercedes SLS AMG Coupé (2010)
Das Heck des SLS fällt gegenüber Front und Seitensilhouette ab, wirkt etwas plump.
Wer es sich leisten kann: Geld auf dem Konto macht längst nicht so viel Spaß! Grund: ein 6,2 Liter großer V8­-Sauger, als Frontmittelmotor verbaut. Dazu ein Siebengang­-Doppelkupplungsgetriebe, in Transaxle-Bauweise direkt vor der Hinterachse platziert – in Verbindung mit Fullsize-­Radstand und ­-spur entsteht eine Straßenlage mit Saugnapfeffekt. Beeindruckende 571 PS katapultieren den Piloten in 3,8 Sekunden auf 100, erst bei 317 wird elektronisch eingebremst. Damit ist der Flügeltürer exakt einen Kilometer schneller als Audis 550 PS starker R8. Nur wenige Fahrzeuge mit Stern erreichen diese durchtrainierte Sportlichkeit, dürfen beim Tritt aufs Gas so ungehemmt losbellen und mit Flügeltüren eine derartige Show abliefern. So viel Legendenbildung ruft Spekulanten auf den Plan, die das schnelle Geld mit Edelkarossen suchen. Es entsteht eine Spirale. Die große Nachfrage lässt die Preise anziehen, die Wertsteigerung beschert den Besitzern hohe Gewinne. Und das ruft neue Investoren auf den Plan. Ob sich diese Entwicklung zur Blase entwickelt, lässt sich schwer sagen. Fakt ist: Im Moment steigen die Preise. 

Auch das noch: Wartung und Unterhalt sprengen jede Vorstellung

Klappt also nicht mit Warten, bis der SLS auch für normale Gutverdiener erreichbar ist. Beim BMW Z8 war's übrigens ganz ähnlich. Grund zum Traurigsein? Nicht unbedingt: Denn die AMG-­Ingenieure haben zwar einen sehr soliden Sportwagen konstruiert, der bisher nicht mit üblen Schwachstellen auffällt, aber Wartung und Unterhalt sprengen trotzdem jede irdische Vorstellung. Allein die Vollkasko-­Versicherung kostet knapp 4000 Euro im Jahr, das Portemonnaie muss mit Verbräuchen von 15 bis 20 Liter Super plus pro 100 km zurechtkommen. Und auch die Werkstätten langen kräftig hin. Das ist dann die andere Bedeutung des Kürzels SLS: Sauteurer Luxus-­Schlitten. Was bei unserem Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Mercedes SLS außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie. Außerdem stellen wir Ihnen weitere mögliche Geldanlagen vor. Den vollständigen Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Bildergalerie

Mercedes SLS AMG
Mercedes SLS AMG
Mercedes SLS AMG
Kamera
Mercedes SLS im Gebrauchtwagen-Test




Fazit

Hier geht es nicht um einen netten BMW Z4 für 30.000 Euro und auch nicht um einen langersehnten 911 für 60.000. Der Mercedes SLS AMG spielt in der Top-Liga. Wer das Geld hat, bekommt einen Traumwagen mit besten Renditeprognosen für die Zukunft.