Mercedes Sprinter

Mercedes Sprinter: Assistenzsysteme im Überblick

Helfer-Armada macht den Sprinter sicher

Sie arbeiten im Verborgenen und sorgen für Sicherheit: elektronische Assistenzsysteme. Der Mercedes Sprinter hat mehr davon an Bord als mancher Pkw.
Bremsassistent, Antiblockiersystem, Spurhalteassistent, Antriebsschlupfregelung – elektronische Assistenzsysteme, die wir aus dem Pkw kennen, machen zunehmend auch Transporter sicherer. Ein halbes Wörterbuch an Abkürzungen findet sich in der Betriebsanleitung des Mercedes Sprinter. Er ist Begründer und Bestseller in der Transporterklasse – die deshalb auch Sprinterklasse genannt wird. Und er offeriert sogar mehr sogenannte elektronische Helferlein als mancher Pkw.

Häufige Schäden entstehen bei Auffahrunfällen

Sicherer als man denkt: Trotz höherer Fahrleistung verursachen Transporter nicht mehr Unfälle als Pkw.

Transporter verursachen laut Statistik nicht mehr Unfälle als Pkw, obwohl sie im Schnitt mit 21.000 Kilometern pro Jahr 80 Prozent mehr Kilometer zurücklegen. Allerdings unterscheiden sich die Unfallursachen von denen der Pkw. Die häufigsten Transporter-Schäden entstehen bei Auffahrunfällen, Kreuzungs- oder Abbiegeunfällen, beim Verlust der Fahrzeugkontrolle und bei Unfällen im Rückwärtsgang. Und genau diese Probleme können von elektronischen Helfern entschärft werden. AUTO BILD erklärt die besonders wichtigen Assistenten im Mercedes Sprinter.

Problem Auffahrunfälle

Adaptive Distance Control hält automatisch die Distanz zum Vordermann – durch Bremsen und Beschleunigen.

ADC – Adaptive Distance Control: So heißt der Helfer gegen Auffahrunfälle. Einmal eingestellt, hält es den (in vier Distanzen justierbaren) Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug automatisch konstant. Das funktioniert mit Hilfe eines Radar-Sensors im vorderen Stoßfänger. Bremst der Vordermann, warnt der aktive Bremsassistent zunächst optisch und akustisch, ehe er automatisch bremst. Wenn nötig auch heftig – bis zum Stillstand des Fahrzeugs. Rollt der Verkehr binnen drei Sekunden wieder, beschleunigt ADC den Sprinter selbsttätig. Bei längerem Stopp muss kurz auf die Bremse oder einen Schalter am Lenkrad getippt werden.

Problem Abbiegeunfälle

Toter Winkel? Assistenzsysteme im Sprinter nehmen klassischen Gefahrenquellen ihren Schrecken.

Einen Abbiege-Assistenten wie im großen Mercedes Actros gibt es für den Sprinter (noch) nicht. Im Sprinter helfen der Totwinkel-Assistent, Flankenschutz und 360-Grad-Kamera beim Abbiegen. Das sind Systeme, deren eigentlicher Job es ist, das Parken zu erleichtern, die aber bis 12 km/h funktionieren. Sie blinken und piepsen, wenn der Fahrer beim Abbiegen Radfahrer, Fußgänger oder ein Hindernis übersieht. Hilfe leistet außerdem ein stummer Helfer, der ohne Buchstaben-Code auskommt: der Weitwinkelspiegel unterhalb des rechten Außenspiegels.

Problem Verlust der Fahrzeugkontrolle

Es wird Zeit für eine Pause: Der Aufmerksamkeits-Assistent prüft permanent die Fitness des Fahrers.

Der Verlust der Fahrzeugkontrolle passiert oft aufgrund von Unaufmerksamkeit oder dem Sekundenschlaf. Hier greift der Attention Assist des Sprinters ein. Der prüft bis zu 70 Parameter und erkennt, wenn der Fahrer nicht mehr "normal" lenkt, bremst oder reagiert. Akustische und optische Signale warnen oder wecken den Chauffeur. Der aktive Spurhalte-Assistent geht noch weiter und greift bei Gefahr sogar ein. Er erkennt bei Geschwindigkeiten ab 60 km/h mit Hilfe einer Kamera, wenn Fahrstreifen überfahren werden, ohne dass vorher geblinkt wurde. Folge: Zunächst brummt und rüttelt es im Lenkrad. Reagiert der Fahrer nicht, zieht das System den Sprinter mittels einseitigem Bremseingriff zurück in die Spur oder bremst ihn komplett ab. ABS und ESC sorgen gleichzeitig dafür, dass die Fuhre stabil bleibt.

Problem Unfälle beim Rückwärtsfahren

Die Heck-Kamera unterstützt nicht nur beim Parken, ihr Bild kann auch Abbiege-Unfälle vermeiden helfen.

Das Park-Paket mit Rückfahr- oder 360-Grad-Kamera hilft auch beim Rückwärtsfahren. Die kleine Variante warnt mit Hilfe von Sensoren optisch und akustisch vor Hindernissen, die außerdem auf dem Bildschirm im Cockpit zu sehen sind. Dynamische Hilfslinien helfen beim Rangieren. Das große Paket arbeitet statt mit Sensoren mit vier Kameras und zeigt neben einer Rundumsicht aus der Vogelperspektive auch verschiedene Detailansichten. Eine davon liefert der auch beim Abbiegen hilfreiche Flankenschutz. Seitliche Sensoren erkennen und warnen, wenn es eng wird. Zusätzliche "Augen" am Heck ermöglichen es, selbst mit dem längsten Sprinter (knapp sieben Meter) rückwärts auszuparken, wenn man quer zur Fahrbahn steht. Der Rear Cross Trafffic Alert sieht den Querverkehr und leitet in Verbindung mit dem Totwinkel-Assistenten wenn nötig sogar eine Vollbremsung ein.
Die Helfer sind aber auch gefordert, wenn es richtig kritisch wird und ein Überschlag droht. Dann greifen beispielsweise der Trailer-Stability-Assist (TSA), die Roll Over Mitigation (ROM), Roll Movement Intervention (RMI) oder die Enhanced Understeering Control (EUC/Kurvenkontrolle) mit gezielten Bremseingriffen ein.

Sicherheit und Bequemlichkeit stehen im Vordergrund

Wie weit die Ingenieure denken, zeigt ein Helfer namens Brake Disk Wipe. Der baut bei Regen und Nässe einen dauernden geringen Bremsdruck auf, was den Wasserfilm von der Bremsscheibe wischt und so auch bei Regen die bestmögliche Bremsleistung gewährleistet. Zusätzlich entwickelt das Electronic Brake Prefill geradezu hellseherische Fähigkeiten: Wird der Fuß abrupt vom Gaspedal genommen, legt das System die Bremsbeläge vorsorglich schon mal an. Das verkürzt die Ansprechzeit, wenn der Fahrer dann tatsächlich aufs Bremspedal tritt.
Dagegen klingen Assistenten wie der Drive Away Assist und der Ausstiegswarner geradezu banal. Aber auch sie schützen vor Schäden. Der eine erkennt kleine Hindernisse wie den flachen Grenzstein vor oder hinter dem Fahrzeug, den man Stunden nachdem man das Fahrzeug abgestellt hat, natürlich vergessen hat. Der Drive Away Assist lässt einen mit maximal 3 km/h losrollen, wenn ein Hindernis erkannt wird. Der Ausstiegswarner erkennt und warnt, wenn das Öffnen der Tür gefährlich ist, weil sich Fahrzeuge nähern. Und das klappt sogar noch drei Minuten nach dem Ausschalten der Zündung. Ohne Abkürzung kommt eine weitere simple aber höchst wirkungsvolle Ausstattung aus: die vielen Verzurrösen an Wänden und Decke im Laderaum, die das Ladegut sichern. 
Die komplette Heinzelmännchen-Liste im Sicherheits-ABC des Sprinters hier abzuarbeiten, würde zu weit führen. Eine pfiffige Lösung wollen wir Ihnen aber doch noch vorstellen: das Wet Wiper System. Statt aus Düsen von der Motorhaube spritzt das Wasser direkt aus den Wischerarmen auf die besonders große Scheibe. Vorteil: Die Blätter wischen keinen Zentimeter trocken, Dreck und Staub werden sofort entfernt und nicht erst in die Scheibe geschmirgelt. SPL – sehr praktische Lösung.

Autor: Joachim R. Walther

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