Daimler und BMW: Automatisiertes Fahren

Autonomes Fahren

Mercedes und BMW: automatisiertes Fahren

Daimler und BMW entwickeln gemeinsam

Daimler und BMW bündeln ihre Kräfte beim automatisierten Fahren. Von der neuen Allianz könnten als erstes Mercedes S-Klasse und BMW iNext profitieren!
(dpa/cj) Daimler und BMW ist das Thema automatisiertes Fahren derart wichtig, dass sich die Konkurrenten nun zusammentun. Die beiden Unternehmen unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung, um die zentrale Zukunftstechnologie Seite an Seite weiterzuentwickeln. Motto: "Gemeinsam zum autonomen Fahren". Zunächst soll die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen sowie dem automatisierten Fahren auf Autobahnen und für automatisierte Parkfunktionen vorangetrieben werden. Mit einer langfristigen und strategischen Kooperation wollen die beiden Partner die nächste Technologiestufe schon vor 2025 breit verfügbar machen, wie es in einer gemeinsamen Erklärung vom 27. Februar 2019 heißt.

Automatisiertes Fahren in Stufen

Stufe 0: Driver only

Definition: Fahrer führt dauerhaft Längs- und Querführung aus. Kein eingreifendes Fahrzeugsystem aktiv. Heißt: Der Fahrer macht alles alleine. Er fährt, lenkt, bremst, gibt Gas und achtet auf seine Umgebung. Das Fahrzeug unternimmt keinerlei Eingriffe bzw. hat dafür keine technischen Voraussetzungen.

Stufe 1: Assistent

Definition: Fahrer führt dauerhaft Längs- oder Querführung aus. System übernimmt jeweils andere Funktion. Heißt: System unterstützt den Fahrer mit bestimmten Assistenzsystemen, zum Beispiel mit einem Totwinkel-Warner, einem Spurhalte-Warner oder einer Berganfahrhilfe.

Stufe 2: Teilautomatisiert

Definition: Fahrer muss das System dauerhaft überwachen. System übernimmt Längs- und Querführung in einem spezifischen Anwendungsfall. Heißt: System übernimmt einzelne Aufgaben für den Fahrer. In diesem Stadium befinden sich die meisten Hersteller aktuell. Automatisches Einparken oder eine Spurhaltefunktion gehören zu den gängigsten Systemen. Der Stauassistent kann ohne Eingriff des Fahrers im Stau beschleunigen, bremsen und dem vorausfahrenden Fahrzeug folgen.

Stufe 3: Hochautomatisiert

Definition: Fahrer muss das System nicht mehr dauerhaft überwachen. Muss potenziell in der Lage sein, zu übernehmen. System übernimmt Längs- und Querführung in einem spezifischen Anwendungsfall. Erkennt Systemgrenzen und fordert Fahrer zur Übernahme mit ausreichender Zeitreserve auf. Heißt: Level drei wird als hochautomatisiertes Fahren bezeichnet. Der Wagen setzt beispielsweise eigenständig den Blinker, wechselt die Spur oder passt seine Geschwindigkeit dem fließenden Verkehr an. Der Autopilot kann den Fahrer aber immer noch auffordern, das Steuer wieder zu übernehmen, um den Wagen eigenhändig zu steuern.

Stufe 4: Vollautomatisiert

Definition: Kein Fahrer erforderlich im spezifischen Anwendungsfall. System kann im spezifischen Anwendungsfall alle Situationen automatisch bewältigen. Heißt: Level vier definiert die Vollautomatisierung. Der Wagen übernimmt alle Funktionen und gibt sie nur dann wieder ab, wenn eine Situation für das System nicht zu bewältigen ist.

Stufe 5: Fahrerlos

Definition: System kann während der ganzen Fahrt alle Situationen automatisch bewältigen. Kein Fahrer erforderlich. (Quelle jeweils: VDA/Bundesamt für Straßenwesen) Heißt: Der Mensch wird im Prinzip überflüssig. Der Wagen und das System brauchen lediglich eine Zieleingabe und die Freigabe zum Start.

Källenius: "Sicherheit an erster Stelle"

Mercedes und Bosch entwickeln bereits gemeinsam am automatisierten Fahren.

"Autonomes Fahren ist für uns einer der revolutionärsten Trends, an dem wir im gesamten Konzern intensiv arbeiten", sagte Daimlers Forschungs- und Entwicklungschef Ola Källenius, der Ende Mai 2019 in Stuttgart das Ruder von Dieter Zetsche übernehmen soll. Sicherheit stehe dabei an erster Stelle, betonte der Schwede. Daimler arbeitet bereits seit Längerem unter dem Projektnamen "Intelligent Drive" intensiv an der Entwicklung für Level-3- und Level-4/5-Fahrzeuge (s. Erklärung oben). Haupttechnologieträger ist dabei die Mercedes S-Klasse. So könnte die nächste Generation ab 2020 mit weiteren zusätzlichen Fahrfunktionen die Stufe drei des autonomen Fahrens erklimmen. Dabei führen die Systeme auch auf Autobahnen Manöver wie Überholen und Ausweichen durch – der Fahrer muss aber weiterhin das Geschehen auf der Straße im Blick haben.

Hauptgegner sitzen im Silicon Valley

Video: BMW Vision iNext (2018)

BMWs E-Zukunft

BMW testet das automatisierte Fahren heute weltweit mit 70 Fahrzeugen, unter anderem in München. Diese sammeln Daten, um die Technologie durch maschinelles Lernen mit künstlicher Intelligenz in der virtuellen Simulation weiter zu verbessern. Zudem testen sie neue Funktionen von Level 2 bis Level 5 auf der Straße. Die derzeit entwickelte Technologie-Generation wird 2021 erstmals im BMW Vision iNext mit Level 3 in Serie gehen und für Pilotprojekte mit Level 4 befähigt sein. Hauptgegner der deutschen Premiumhersteller auf dem Gebiet des autonomen Fahrens sind Hightech-Giganten aus China und dem Silicon Valley in den USA, speziell die Google-Tochter Waymo. Daimler und BMW betonten, weitere Partnerschaften mit Technologiefirmen, Zulieferern und Automobilherstellern prüfen zu wollen, die zum Erfolg der Plattform beitragen könnten. Erst eine Woche zuvor hatten beide Unternehmen bekannt gegeben, ihre Mobilitätsdienste wie Carsharing oder Ride-Hailing in fünf Joint Ventures zu bündeln.

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