Mercedes W 124: Gebrauchtwagenmarkt
Unfassbar: Dieser W 124 ist keine 20.000 Kilometer gelaufen!

Bild: Gassmann GmbH/AutoScout24
Wer auf der Suche nach einem alltagstauglichen Oldtimer ist, der kommt am Mercedes W 124 nicht vorbei. Einmal davon abgesehen, dass das T-Modell der 124er-Baureihe mit einem Kofferraumvolumen von 530 Liter mehr als genug Stauraum bietet, punkten auch andere Bereiche in Sachen Souveränität: Die Motoren gelten als echte Kilometerfresser, die Ersatzteillage ist meistens gut. Nur an der Karosserie bröckelt es – im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Thema Rost ist beim Kauf eines älteren Mercedes ein wahrer Knackpunkt. Darum wirkt das große Angebot an gebrauchten W 124 – schließlich wurden ursprünglich mal 2,5 Millionen Exemplare produziert – zunächst verlockend. Doch auf den zweiten Blick fallen viele Inserate direkt raus, weil die Karosserie des Benz zu marode scheint.
Einen Garanten für eine solide Karosse gibt es natürlich nicht, zumal der Unterboden bei den meisten Angeboten nicht gezeigt wird. Was jedoch vielversprechend sein kann: wenig Kilometer und ein optischer Zustand, der vermuten lässt, dass diese vermehrt im Sommer gesammelt wurden und der Wagen ansonsten trocken stand.
Wenig Kilometer – ein weiterer Knackpunkt. Denn die Souveränität des W 124 führt natürlich auch dazu, dass der Oldie gut und gerne im Alltag genutzt wird und wurde. Kilometerstände jenseits der 300.000 sind also keine Seltenheit. Dagegen ist dieser 300 D eine echte Rarität: Nur 19.589 originale Kilometer stehen auf dem Tacho – und das bei einem Diesel! Dass Autos sich kaputtstehen können, ist natürlich kein Mythos, doch mit dieser geringen Laufleistung nach 35 Jahren hat der Benz auf jeden Fall Seltenheitswert!
Daher ist der Mercedes im Farbton "Bornit" auch teurer als die meisten anderen 124er-Limousinen. Viele Angebote bewegen sich irgendwo zwischen 3000 und 10.000 Euro, doch auch die Baureihe W 124 wird zusehends teurer. Sich jetzt noch einen 35 Jahre alten Mercedes im nahezu Neuwagenzustand zuzulegen, könnte also ein kluger Schachzug sein. Bleibt zu hoffen, dass unter den Chromzierleisten an den Radläufen keine bösen Überraschungen schlummern.
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