Damit werden wir in Zukunft alle noch viel "Freude" haben. Zugegeben: Die von künstlicher Intelligenz (KI) erstellten Fake-Fotos, etwa von Papst Franziskus im schmucken Gucci-Mantel oder Donald Trumps Rangelei mit der Polizei bei seiner vermeintlichen Verhaftung, die in den vergangenen Wochen für medialen Wirbel sorgten, waren ob ihrer schnellen Identifizierbarkeit als Fake noch ganz amüsant.
Nun aber schockiert ein Fall um Deutschlands Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher: Die Boulevardzeitung "Die Aktuelle" wirbt auf ihrer neusten Ausgabe mit einer "Welt-Sensation" und dem ersten Interview mit Schumi nach seinem schlimmen Ski-Unfall im Dezember 2013, seitdem der F1-Superstar konsequent von der Öffentlichkeit abgeschirmt wird.
Hinter dem reißerischen Cover verbirgt sich jedoch Folgendes: Ein von der KI erstelltes Fake-Interview mit Schumacher. Unglaublich dreist auch die Überschrift: "Mein Leben hat sich total verändert", titelt "Die Aktuelle" neben einem Bild von Schumacher und in dessen Namen.
Michael Schumacher
Unfassbar: Mit diesem Cover macht "Die Aktuelle" momentan auf
Bild: Die Aktuelle / United Kiosk

Im Internet hagelt es umgehend einen Shitstorm für das Klatschblatt und verheerende Kritik, vor allem die Fans des Rekordweltmeisters sind außer sich: Der Tenor geht von "geschmacklos" bis zu "eine Schande, einfach schrecklich". Auch das Medienmagazin "Übermedien" verurteilt die irreführende Meldung als "eine bemerkenswerte Frechheit".
"Die Aktuelle" argumentiert indes, dass das Gespräch einer Website entstammt, auf der man dank der KI Gespräche mit Prominenten führen kann. Unfassbar: Als Quellenangabe gibt das Magazin schlicht an: "Das Interview war im Internet. Auf einer Seite, die mit Künstlicher Intelligenz, kurz KI genannt, zu tun hat."
Ein Einschalten des Presserats dürfte in diesem Fall wohl nur eine Frage der Zeit sein. Auch die Schumacher-Familie selbst ist nach dem Fake-Skandal bereits aktiv geworden: Wie Schumachers langjährige Sprecherin Sabine Kehm dem "Spiegel" bestätigte, plant die Familie des 54-Jährigen rechtliche Schritte gegen "Die Aktuelle" einzuleiten. Diese dürften dann, anders als das Interview, sehr real sein.