Michael Schumacher (54) gehört als Rekordweltmeister der Formel 1 zu Deutschlands größten Sportlern. Untrennbar verbunden mit dem Rennfahrer ist sein Heimatdorf Kerpen-Manheim. Dort wuchs er mit seinen Eltern Rolf und Elisabeth sowie dem jüngeren Bruder Ralf auf. Dort betrieb sein Vater die Kartbahn "Erftlandring". Dort heiratete Schumi seine Corinna.
Trotzdem können diese Erinnerungen das Dorf nicht retten. Kerpen-Manheim wird abgerissen und fällt dem Tagebau Hambach zum Opfer. Bereits 2024 sollen die Bagger das Dorf erreichen. Schon jetzt ist Schumis Heimat ein Geisterdorf. Wie der Express berichtet, harren nur noch zwölf Menschen dort aus.

Kartbahn und Elternhaus bleiben erhalten

Doch ganz wird Schumachers Vergangenheit nicht ausgelöscht. Die Kirche, sein Elternhaus und die Kartbahn werden vom Abriss verschont. Jedoch das Haus in der Forsthausstraße 92, in dem Schumacher mit seiner Frau Corinna seine erste Mietwohnung bezog, steht nicht mehr.
Kartbahn von Kerpen (Erftlandring) hier drehte Michael Schumacher seine Runden
Die Kartbahn in Kerpen bleibt zum Glück erhalten.
Bild: dpa

Michaels Bruder Ralf ist noch regelmäßig in Kerpen-Manheim vor Ort. "Ich bin ja mit vielen Tieren aufgewachsen", berichtet er gegenüber AUTO BILD. "Das prägt natürlich. Und da dank der Grünen jetzt doch nicht mein ganzer Heimatort dem Braunkohleabbau zum Opfer fiel, habe ich die Gelegenheit genutzt, mein Elternhaus wieder so herzurichten, wie es mal war. Ein Bauernhof mit vielen Tieren. Durch die neuen Pläne gibt es zum Glück auch die Kartbahn noch."

WM-Lauf in Kerpen?

Das ist Schumi II besonders wichtig. "Ich war bis vor Kurzem noch Jugendleiter, jetzt macht das ein anderer, was deshalb sinnvoll ist, weil ich ja nicht immer vor Ort sein kann. Aber ich bin froh, dass es die Kartbahn noch gibt. Sie wurde ja neu asphaltiert. Und Teile von ihr liegen auf dem Grund, der mir gehört. Ich wohne ja direkt nebenan. Wir versuchen den deutschen Nachwuchs zu fördern, was in Deutschland im Moment ja schwer genug ist."
Geplant ist sogar, dass es in Kerpen wieder einen WM-Lauf gibt. Kerpen-Manheim liegt rund 40 Kilometer südwestlich von Köln. Nur drei Kilometer entfernt ist der berühmte Hambacher Forst, der seit 2012 immer wieder besetzt und geräumt wird.