Michael Schumacher vor dem letzten Rennen
"Wehmut? Eher nicht"

–
Am 25. November 2012 steigt Michael Schumacher für immer aus dem Formel 1-Cockpit. Nach dem Großen Preis von Brasilien ist Schluss. Vor dem Rennen gibt sich Schumi relaxt.
(dpa) Noch ein Grand Prix, noch eine Qualifikation, noch ein paar Trainingsrunden und Pressekonferenzen – das war's dann. Keine Trauer, kein Wehmut? "Eher nicht, nein", sagte Michael Schumacher in Sao Paulo, ohne zu zögern. "Ich habe neben der Formel 1 ein Leben, darauf freue ich mich", betonte er vor seinem letzten Rennen. Nach fast zwei Jahrzehnten steigt der lange unumstrittene Grand-Prix-König aus der Königsklasse aus. "Ich bin relativ relaxt und ausgeglichen", beschrieb Schumacher seine Gefühle vor seinem Abschieds-Grand-Prix am Sonntag, 25. November 2012 (Start: 17.00 Uhr/RTL und Sky). "Das ist nicht besonders emotional, zumindest im Moment. Vielleicht wird sich das noch ändern."

2006 kündigte Schumi (damals noch im Ferrari) seinen ersten Formel-1-Rückzug an.
Das Comeback: schlichtweg gescheitert

Im Silberpfeil feierte Schumi sein erfolgloses Comeback. Die fehlende Leistung lag weniger an ihm selbst als an seinem Auto.
Wenig WM-, aber viele Sympathiepunkte
Längst geht Schumacher mit Niederlagen gelassener um. Die Verbissenheit seiner Erfolgsjahre von 1991 bis 2006 ist einer gewissen Gelassenheit gewichen. Auch wenn der Ehrgeiz bis zum Ende seiner Karriere ungebremst geblieben ist. Schumacher ist mit sich im Reinen und hat mit dem zweiten Teil seiner Karriere wenig WM-, aber viele Sympathiepunkte gesammelt. Beim Deutschen Sportpresseball wurde er jüngst als "Legende des Sports" geehrt. Für seinen Teamchef und langjährigen Begleiter, Ross Brawn, ist er ein "Jahrhundertsportler".
Rückblick: Klein-"Mischaäl" und sein umgebautes Kettcar
Die kometenhafte Karriere ließ sich nicht einmal erahnen, als der am 3. Januar 1969 in Hürth-Hermülheim geborene "Mischaäl" als Vierjähriger seine ersten Fahrversuche in einem umgebauten Kettcar mit einem fünf PS starken Mofamotor startete. Sein Vater Rolf war Kaminmaurer und dann Pächter der Kartbahn in Kerpen, seine Mutter Elisabeth betrieb dort später die Gastronomie. Die Familie verfügte nicht über die finanziellen Mittel für ein Engagement im Motorsport. Dank seines Talents und unglaublichen Siegeswillens fand der gelernte KfZ-Mechaniker private Förderer, die ihm den systematischen Aufstieg über diverse Formel-Klassen finanzierten. 1989 übernahm Willi Weber das Management des vielversprechenden Nachwuchspiloten. Ein Jahr später holte Mercedes Schumacher ins neue Junior-Team. Über Starts in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM) und der Sportwagen-WM folgte im August 1991 die Formel-1-Premiere in Spa-Francorchamps. Von da an ging es unaufhörlich nach oben. Nach 19 Jahren und 308 Grand-Prix-Teilnahmen ist am Sonntagabend Schluss.
In der Bildergalerie: Die Schumi-Chronik von 1991 bis 2012

Langeweile? Nix da: Michael Schumacher setzt auch künftig auf Pferdestärken.
Service-Links