Der erste Tag: Kulinarische Reise durch Chongqing

Mit dem Focus in Chongqing

Tag 1: Hier kommt Klaus

Am ersten Tag unserer Leserreise nach Chongqing entdeckt unser Gewinner vor allem die kulinarische Seite der chinesischen Mega-Metropole.
Klaus Borcherding, 66 Jahre jung, bewarb sich mit den Worten "Ich esse gern chinesisch" um den Leserplatz bei der letzten Etappe der Reise um die Welt mit dem Ford Focus. Fortuna war ihm hold: gewonnen. Kommen Sie mit auf eine nicht nur kulinarische Reise nach Chongqing, die 33 Millionen Metropole im Westen Chinas.

Chongqing hat eine tolle Skyline. Mit 428 Metern kitzelt das höchste Haus tatsĂ€chlich schon die Wolken. 

Es ist sicher kein Zufall, dass der Ford Focus, meistverkaufter Pkw weltweit, ausgerechnet hier in Chongqing gebaut wird. Die Riesenstadt am Jangtse erstreckt sich ĂŒber 82.000 Quadratkilometer – so groß wie Österreich. Die 33 Millionen Menschen leben hier meist in HochhĂ€usern. Chongqing hat eine Skyline wie Manhattan, nachts nur viel bunter beleuchtet. Mit 428 Metern Höhe kitzelt das höchste Haus tatsĂ€chlich schon die Wolken. Keine Frage: Focus und Chongqing passen zusammen wie Pfeffer und Salz, beide sind Weltmeister.
Heute, am ersten Tag der Reise, sind jedoch nicht die hohen HĂ€user unser Ziel, sondern das letzte StĂŒck Altstadt, das die bauwĂŒtigen Chinesen noch stehen ließen: Ciqikou. Auf gut deutsch heißt das Porzellanhafen. FrĂŒher wurde hier tatsĂ€chlich einmal das berĂŒhmte chinesische Porzellan hergestellt, weil der Fluss die richtige Erde anschwemmte.

Eine kulinarische Reise

Heute wird hier in erster Linie gekocht. Schon auf dem Weg vom Hotel lĂ€uft Klaus aus Lotte bei OsnabrĂŒck das Wasser im Munde zusammen. Das Fenster nur einen Spalt geöffnet, strömen EssendĂŒfte in den Focus. Ganz Chongqing riecht nach Essen. Hier in der chinesischen Provinz Sichuan essen die Menschen tatsĂ€chlich gerne, schon zum FrĂŒhstĂŒck komplette warme MenĂŒs mit scharf gewĂŒrztem Schweine- oder HĂŒhnerfleisch. Und von hier kommt auch das bekannte chinesische Sprichwort: Chinesen essen alles, was vier Beine hat. Außer Tisch und StĂŒhle. Und – das wollen wir nicht verschweigen – Hund verschmĂ€hen die Menschen in Chongqing ebenfalls. Der mache innerlich warm, heißt es. Das braucht man hier nicht. Denn das Wetter ist oft schwĂŒl warm und sehr feucht. Deshalb ist Rheuma hier eine Volkskrankheit. Als Medizin gibt es ein Elixir aus Schlangen dagegen. Guten Appetit.

Der erste Tag: Kulinarische Reise durch Chongqing

Scharf, schĂ€rfer, Szechuan Pfeffer

Durch Ciqikou windet sich ein schmaler Pfad, teilweise mit Holzbohlen gepflastert, bergauf und bergab. Rechts und links traditionelle HolzhĂ€user, davor StĂ€nde mit gebratenem, gesottenem oder in Fett gebackenem. Entenköpfe, HĂŒhnerfĂŒĂŸe mit Krallen, Wachteleier, Rinderpe..., sowie andere undefinierbare Tierteile. Und immer wieder liegen kleine, fiese Chilischoten dazwischen. Klaus kostet. Der Chili ist klein aber scharf. Sein Gesicht wechselt die Farben wie ein ChamĂ€leon auf Brautschau. Erst rot, dann blau, spĂ€ter bleich. "He..., He..., heiß", stottert er und blickt drein, als hĂ€tte er Verbrennungen dritten Grades in der Mundhöhle. Und was Klaus noch nicht weiß: Es geht noch mehr. Viel mehr. Die KĂŒche Chongqings kennt nĂ€mlich eine weitere scharfe SpezialitĂ€t: den Szechuan Pfeffer. Der wird in der Bergen der Region aus den Beeren der Stachelesche gewonnen. Glauben Sie es ruhig: Dieses Zeug kommt direkt aus der Hölle auf die Zunge. Löschen zwecklos.

Der große Blonde aus Lotte ist ein beliebtes Fotomotiv

WĂ€hrend Klaus durch die Gassen schlendert, wird er zum Star. Chinesische Damen entdecken ihr Herz fĂŒr den großen Blonden aus Lotte.

Weiter im Programm. Ciqikou erinnert irgendwie an Disneyland. Buntes Blinken, zwischen dem EssstĂ€nden gibt es viel Kitsch aus Plastik. Aus Ecken dröhnt chinesische Musik. Die Herstellung von Glasnudeln wird zur Show zelebriert. Klaus verdrĂŒckt mittlerweile eine Art Currywurst aus Tofu, von allen Seiten werden Selfiesticks angeboten. WĂ€hrend Klaus so durch die Gassen schlendert, wird er zum Star. Chinesische Damen entdecken ihr Herz fĂŒr den großen Blonden aus Lotte. Ein Foto zusammen mit ihm, natĂŒrlich mit den Selfiesticks aufgenommen, ist heute der Hit in Chiqikou. Klick, Klick, GlĂŒck. Fotomodell sein ist anstrengend.

Eine Stadt der Superlativen

Mittlerweile freut sich Klaus auf die nĂ€chste Station. Oder genauer auf den Weg dorthin. Willkommen zu Hause, himmlische Ruhe im Ford Focus. Durch den wuseligen chinesischen Verkehr dauert es etwa 20 Minuten zur Volkshalle. In den 50er Jahren gebaut, diente sie einst als Messehalle, dann als Rathaus, heute kann man sie fĂŒr Veranstaltungen mieten. GegenĂŒber liegt das Drei Schluchten Museum, in dem die Geschichte des Drei Schluchten Staudamms in heroischen Bildern erzĂ€hlt wird. 1993 wurde mit dem Bau des weltgrĂ¶ĂŸten Staudamms begonnen. 1,3 Millionen Menschen mussten dem Mammutprojekt weichen, ĂŒber 1000 Ortschaften versanken in den Fluten. Superlative. Chongqing ist voll davon.
 
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