Oft reicht schon ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon kann aus einer vermeintlichen Alltagssituation ein Gefahrenmoment werden. Im schlimmsten Fall ist dann vielleicht sogar ein Unfall die Folge.
Wirklich kein Gegenverkehr in Sicht? Kommt von hinten tatsächlich kein Radfahrer? Eigentlich müssen Autofahrer ihre Augen überall haben. Und mal ehrlich, den Schulterblick haben wir doch alle schon mal vergessen. Bei der Fahrprüfung wären wir damit durchgefallen. Aus gutem Grund. Schließlich haben wir hinten keine Augen im Kopf.
Beim Abbiegen ist der Schulterblick deshalb Pflicht. Genau genommen sogar zweimal. An unübersichtlichen Kreuzungen empfehlen Experten sogar, sich noch öfter umzudrehen, um keinen Radfahrer oder Fußgänger zu übersehen.

Anschnallgurt
Wer unangeschnallt erwischt wird, dem droht ein Bußgeld in Höhe von 30 €.
Bild: GM/OnStar

Anschnallen erste Bürgerpflicht

Sicherheit beginnt bereits vor dem Drehen des Zündschlüssels oder dem Drücken des Startknopfs. Sicherheitsgurt an ist erste Bürgerpflicht im Auto nach dem Einsteigen. Damit verhindert man zwar keine Unfälle, minimiert aber deren Folgen. Denn das Fahren mit Sicherheitsgurt verringert das Verletzungsrisiko bei einem Unfall um 40 Prozent. In Verbindung mit einem Airbag reduziert sich die Verletzungswahrscheinlichkeit sogar auf 50 Prozent.
Ganz nebenbei fährt man mit Gurt nicht nur sicherer, sondern im Zweifel auch sparsamer. Wer unangeschnallt erwischt wird, dem droht ein Bußgeld in Höhe von 30 Euro. Sind Kinder mit im Auto, die ebenfalls nicht angeschnallt sind, dann sind sogar 60 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Türen richtig öffnen

Plötzlich geht eine Autotür auf: Für den nebenan fließenden Verkehr oder den sich auf dem benachbarten Radweg nähernden Biker kann das eine riskante Situation bedeuten. Auch der Aussteigende selbst ist gefährdet, wenn er vorher nicht aufmerksam nach hinten geschaut hat.
Eine Gefahr, der man mit einem einfachen Mittel entgegenwirken kann. Einfach die Fahrertür mit der rechten Hand öffnen. Denn dabei macht man quasi automatisch einen Schulterblick, da man den Kopf nach links drehen muss. Das gilt für Beifahrer umgekehrt natürlich genauso.

Fahrradfahrer in der Stadt
Wer einen auf der Straße fahrenden Radler überholen will, sollte auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand achten.
Bild: DPA

Sicherheitsabstand beachten

Apropos Radfahrer. Wer einen auf der Straße fahrenden Radler überholen will, sollte auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand achten. Für Autos gilt ein Minimum von 1,50 Metern, ab einer Geschwindigkeit von 90 km/h. Für Lkw müssen es mindestens zwei Meter sein. Geht das gerade etwa wegen Gegenverkehrs nicht, müssen Autofahrer hinter dem Radfahrer auf eine bessere Gelegenheit warten. Andernfalls droht eine Anzeige wegen Nötigung oder Gefährdung des Verkehrs.

Richtig überholen

Unvorsichtiges Überholen ist Ursache vieler Unfälle auf Landstraßen. Ein Grund dafür ist die Unterschätzung der Entfernung und Geschwindigkeit des Gegenverkehrs. Ein anderer die Sichtweite. Nur bei mindestens 700 Metern Sichtweite, das entspricht 14 Leitpfosten am Straßenrand, kann man sicher überholen.
Gerade bei Fahrten übers Land sollte man immer damit rechnen, dass Wildtiere die Fahrbahn überqueren. In diesem Fall nur bremsen, wenn der Verkehr dahinter nicht gefährdet wird. Außerdem das Lenkrad unbedingt gerade halten. Hektische Lenkmanöver bergen die Gefahr, in den Gegenverkehr zu geraten, im Straßengraben zu landen oder gar vor einen Baum zu prallen.

Vorsichtig einfädeln

Wer es (zu) eilig hat, zieht beim Auffahren auf die Autobahn schon mal vom Beschleunigungsstreifen direkt auf die Überholspur. Besser erstmal in den Verkehrsfluss der Normalspur einfädeln. So kann man sich einen Überblick über die Verkehrssituation verschaffen und die anderen Autofahrer sich auf einen selbst einstellen. Das minimiert die Unfallgefahr deutlich. Wer dennoch direkt ganz links rüber zieht und dabei einen Crash verursacht, haftet oft allein. Verkehrsrichter neigen in diesem Fall dazu, dem Verursacher eine Alleinschuld wegen sorgfaltswidrigen Verhaltens zu bescheinigen.

Gefährliche Lückenspringer

Ein Stau auf der Autobahn braucht niemand. Doch ständig die Spur wechseln, weil gerade eine Lücke frei ist, bringt einen meist auch nicht schneller ans Ziel. Dafür erhöht es aber das Unfallrisiko ungemein, weil dadurch Auffahrunfälle provoziert werden. Denn im Stau ist neben dem Verkehr oft auch die Aufmerksamkeit der Menschen hinter dem Steuer dem Stillstand nahe. Da hilft lediglich Ruhe bewahren, geduldig bleiben und immer an die Rettungsgasse denken.
Und dann sind da noch die "Ja, ja, das weiß ich doch"-Unfallursachen. Handy in der Hand und Alkohol am Steuer sind ein absolutes No-Go. Das weiß wahrscheinlich jeder und doch passiert es immer wieder. Das zu beherzigen ist gar nicht so schwer und einfacher kann man eine Unfallgefahr kaum vermeiden.