Mitsubishi Pajero

Mitsubishi Pajero sagt 2021 ade

Thank you very Matsch, Mitsubishi Pajero – eine 4x4-Legende tritt ab!

Fast 40 Jahre lang wurde der Mitsubishi Pajero gebaut. 2021 stellen die Japaner den Dünen-Dino ein. Zeit, mal Danke zu sagen.
Eigentlich ist Wilfried Meyer mit seinen 69 Jahren längst im Ruhestand. Aber wenn er sich in sein 1991er Pajero Cabrio setzt, aufs Gas tritt, die 99 PS aufheulen, die Excentric-Felgen rotieren und der Sand spritzt – dann schaut Wilfried auf einmal wieder so spitzbübisch wie ein kleiner Junge. So etwas schafft kein Botox. Für so etwas braucht es einen Pajero. Seit 1984 handelt Wilfried Meyer in der Lüneburger Heide mit Mitsubishi. So 70, 80 Neuwagen im Jahr. Inzwischen hat das kleine Autohaus sein Sohn Markus übernommen. Die Meyers und Mitsubishi – das ist eine echte Symbiose. Die so weit geht, dass Markus schon in der Schule "Mitsubishi-Meyer" gerufen wurde.

Gebrauchtwagen mit Garantie

25.450 €

Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D Diamant Edition, Diesel

91.800 km
140 kW (190 PS)
10/2015
Zum Inserat
Diesel, CO2 0 g/km*
32.990 €

Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D Plus, Diesel

42.876 km
140 kW (190 PS)
05/2017
Zum Inserat
Diesel, 9 l/100km (komb.) CO2 238 g/km*
33.990 €

Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D Top, Diesel

46.987 km
140 kW (190 PS)
05/2016
Zum Inserat
Diesel, 9.3 l/100km (komb.) CO2 245 g/km*
Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D Diamant Edition, Diesel +

49377 Vechta, Autohaus Anders GmbH Autorisierter Mercedes-Benz Verkauf und Service

Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D Plus, Diesel +

41061 Mönchengladbach, Autohaus Mommerskamp GmbH

Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D Top, Diesel +

41061 Mönchengladbach, Autohaus Mommerskamp GmbH

Die Meyers sind der David unter den ganzen Goliaths. Meyers haben keinen Glaspalast, sondern einen Zweckbau im Gewerbegebiet neben Kaufland, so wie viele Händler der Marke. Das passt ganz gut, denn auch der Pajero war nie ein Bling-Bling-Auto, sondern ein pragmatischer Macher. Jetzt hat Mitsubishi angekündigt, seinen Geländewagen 2021 einzustellen. Dem Hersteller geht es gerade nicht so gut, und in vielen Ländern ist der Dünen-Dino ohnehin schon aus dem Programm geflogen. In Deutschland verkauften die Japaner bereits 2018 die Final Edition. 1000 Stück, den letzten bietet ein Händler für sage und schreibe 89.990 Euro an! Ursprünglich kostete das Auto mal rund 52.000 Euro. Aktuell gibt es ihn fabrikneu noch in Ländern wie Südafrika, Indien oder Brasilien. Im kommenden Jahr nun wird das 1200-Mitarbeiter-Werk im japanischen Sakahogi ganz dichtgemacht. Ein Jahr vor seinem 40. Geburtstag ist Schluss. 

Der Pajero war seit jeher als Arbeitstier gedacht

Mehr Sein als Schein: Der Pajero war eindeutig als Arbeitstier und nicht als SUV konzipiert.

©Mitsubishi

Dabei ging alles so gut los. Als 1982 der erste Pajero auf den Markt kommt, schreibt BILD am SONNTAG kurze Zeit später: "Der Pajero ist ein reinrassiger Geländewagen von der Art des Range Rovers oder des Mercedes G." Auf der einen Seite haben die Kollegen recht. Auf der anderen auch nicht. Denn die Allüren eines Range oder eines G hat der Pajero nie. Wer ihn kauft, gehört nicht zur Angeber-, sondern zur Arbeiterklasse. "Wir haben Kunden, die ziehen damit den Pflug übers Feld", sagt Wilfried Meyer. Und so hat auch sein eigener 88er schlicht-weißer Pajero gleich zwei Anhängekupplungen. Eine normale und eine für die landwirtschaftlichen Geräte. Dazu Gitter vor den Rücklichtern und den obligatorischen Kuhfänger, mit dem wirklich mal ein Kunde seine Herde vor sich hergetrieben hat, wie Meyer beteuert. Mit spektakulären Reklame-Maßnahmen versucht Mitsubishi damals, sein neues Zugpferd in Szene zu setzen. 1984 bringt ein Pajero das Olympische Feuer nach Sarajevo – 5000 Kilometer von Dubrovnik in die Berge Bosniens.
Und Prinz Albert von Monaco (damals 26) fährt mit ihm Paris–Dakar. Bekannter ist allerdings, dass Jutta Kleinschmidt auf Pajero 2001 als erste Frau das (Wüsten-)Rennen macht. Mitte der 1980er-Jahre ist der Pajero das meistverkaufte Mitsubishi-Modell in Deutschland. Dreieinhalb Tonnen Anhängelast, ein ausgeklügeltes Allradsystem, das weitgehend unverändert seit 1991 an Bord ist, machen ihn begehrt. Und heute? Ist die Marke bekannt für den Space Star, ein Bonsai, der fast unterm Pajero durchfahren könnte. Neupreis: 7490 Euro.

In den 1980- und 90er-Jahren gab es ein aktive Tuner-Szene

Extremumbau: Aus einem verunfallten 1990er-L040 wurde dieses knallgelbe Pajero-Cabrio – ein Unikat.

©Mitsubishi

Wilfried Meyer sammelt da lieber Pajero. Fünf Exemplare gehören der Familie (eines ist noch "ein Projekt"). Von Baujahr 1988 bis 2018. Von 84 bis 208 PS. Die meisten sind Alltagsautos, aber ein "Frontschutzbügel" fehlt an kaum einem. "In den 80er- und 90er-Jahren gab es eine aktive Tuner-Szene", sagt Wilfried Meyer. An praktisch jedes Auto hätten sie einen Kuhfänger angebaut und gutes Geld mit verchromten Felgen & Co. verdient. Ganz so krass wie Lars Hoffmeister aus Peine trieben es dann allerdings auch nicht alle. Ihm gehört ein gelbes Cabrio mit Sportsitzen. "Ein 1990er-L040, der einen Unfall hatte. Ich habe ihn wiederaufgebaut und das Dach geöffnet", sagt Hoffmeister. Auch er ist Mitsubishianer, seine Familie gehörte 1979 zu den ersten Händlern in Deutschland. "Ein Japaner war damals grundsätzlich noch verpönt, aber ein Pajero – der ging, der war klassenlos."

Die Anzahl der Baureihen ist äußerst überschaubar

Lange Modellzyklen: In seinen fast 40 Jahren Bauzeit bringt es der Pajero nur auf vier Generationen.

©Mitsubishi

Hoffmeister sagt: "Wer sich einen Pajero kauft, der braucht in der Regel ein Arbeitsgerät. Der zieht damit seine Bratwurstbude, Bauschutt oder einen Kirmeswagen." Wobei: Eine Final Edition habe er an eine Physiotherapeutin verkauft (und die Meyers hatten mal einen Bordellbetreiber als Kunden). Nur vier Modelle gab es in all den Jahren vom Pajero: Den L040 ab 1982, den V20 ab 1990, den V60 ab der Jahrtausendwende – und zuletzt den V80, der ab 2006 vom Band lief. Der Pajero, dieses Eisenschwein, war immer ein Underdog. Er war immer mehr Sein als Schein. Selbst die Final Edition, ausgestattet mit allem Pipapo, blieb sich treu: Hinter einer soliden Klappe versteckt sich der Zigarettenanzünder. Die rote digitale Kilometeranzeige sieht aus wie ein Taschenrechner aus den 1980er-Jahren. Schalter sind noch Schalter. Vom Touchscreen lässt man besser die dreckigen Finger. Und wenn der 3,2-Liter-Vierzylinder aufheult, stellt sich beim Fahrer eine gewisse Zufriedenheit ein. Und die Gewissheit, dass diesem Auto nichts und niemand etwas anhaben kann. Abgesehen von der Produktionseinstellung.
Ans Aufgeben denken weder die Mitsubishi-Meyers noch Händler Hoffmeister. Sie halten der Marke die Treue – aus Überzeugung. "Manchmal fragen mich Kunden, was ich eigentlich privat fahre", sagt Markus Meyer. "Natürlich Mitsubishi, sage ich dann. Ich kann die Frage überhaupt nicht verstehen."

Mitsubishi Pajero


*Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist (www.dat.de).
Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.