Mittelspurschleicher: Post der Polizei geht durch die Decke
"Liebe Mittelspurschleicher, wir müssen reden"

Bild: Frank Stange / AUTO BILD
Man kann es getrost so formulieren: Mittelspurschleicher spalten die Autofahrer. Die einen halten es für völlig in Ordnung, auf der Autobahn die mittlere von drei Spuren zu nutzen und dabei konstant 100 km/h zu fahren – höchstens. Und das, obwohl die rechte Spur komplett frei ist. Die anderen Autofahrer treibt dieses Verhalten oft auf eine sehr intensive Art und Weise zur Weißglut.
Unwissenheit oder Bequemlichkeit?
Wobei es bei einigen Mittelspurschleichern durchaus die Unwissenheit sein könnte, dass in Deutschland das Rechtsfahrgebot gilt. Oder aber das Ganze ist reine Bequemlichkeit. Beides schützt vor Strafe nicht: Neben dem Ärger anderer Autofahrer drohen auch ein Bußgeld von 80 Euro und ein Punkt in Flensburg, sollte das Verhalten andere Autofahrer behindern.
Dass das unnötige Mittelspurfahren das Unfallrisiko erhöht, weil damit häufigere und riskantere Spurwechsel einhergehen, kommt noch hinzu. Doch wie spricht man das Thema am besten an?
Polizei Pforzheim trifft den Nerv
Die Polizei in Pforzheim hat sich für die humorvolle Variante entschieden. Auf Facebook veröffentlichte sie einen Post, der viral ging. "Liebe Mittelspurschleicher, wir müssen reden …", schrieb die Polizei. "Ihr seid so etwas wie das schlechte WLAN auf der Autobahn: Jeder wünscht sich, ihr wärt schneller, aber stattdessen hängt wegen euch der ganze Verkehr", schrieben die Beamten. Man möge doch bitte rechts fahren, wenn dort frei ist, die rechte Spur sei kein Bermuda-Dreieck, sondern tatsächlich befahrbar, hieß es weiter.
Jede Menge Likes
Bis jetzt (17. März) hat dieser Beitrag rund 140.000 Likes gesammelt. Ein deutlicher Beweis, wie sehr die Autofahrer das Thema nicht nur spaltet, sondern auch bewegt. Fast 10.000 Kommentare finden sich unter dem Post.
"Wir haben E-Mails bekommen, noch und nöcher. Die Leute haben angerufen, um sich zu bedanken und uns zu sagen, dass sie sich gefreut haben", sagte Christian Schulze aus dem Social-Media-Team der Polizei Pforzheim der "Süddeutschen Zeitung".
Auch Schleicher hätten sich gemeldet, sagte Schulze. "Uns haben Leute geschrieben, dass sie mittlerweile an uns denken, wenn sie auf der Autobahn sind, und dann doch mit einem Lächeln rechts rüberfahren", sagte er.
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