MPU: Gesamtzahlen leicht rückläufig
"Depperltest": Drogen auf dem Vormarsch

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Erstmals seit Corona geht die Anzahl der angeordneten Medizinisch-Psychologischen Untersuchungen (MPU) zurück. Es gibt aber einen gefährlichen Trend.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Die von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) veröffentlichten Begutachtungszahlen für die Fahreignung im Jahr 2022 sind da – und mit ihnen eine positive Nachricht: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie sinkt die Gesamtzahl der angeordneten Medizinisch-Psychologischen Untersuchungen (MPU), im Volksmund auch "Depperltest" genannt – um gut vier Prozent, von rund 90.000 auf 87.180 Begutachtungsanlässe.
Aber ein besorgniserregender Trend setzt sich dennoch fort: "Drogen am Steuer stellen ein immer größeres Problem dar", erklärt Marc-Philipp Waschke vom TÜV-Verband. Der Experte für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit warnt: "Trotz eines leichten Rückgangs zum Vorjahr stiegen sie im Vergleich zu 2019 um 17 Prozent."
Alkohol weiter Hauptgrund für MPU-Anordnung
Dabei gilt bei Drogenmissbrauch, anders als bei Alkohol, eine Nulltoleranz. Wer erwischt wird, muss seinen Führerschein auf jeden Fall für mindestens einen Monat abgeben, hinzu kommen eine Geldbuße von 500 Euro und zwei Punkte in Flensburg, in der Regel auch die Anordnung einer MPU. Kommen Fahrauffälligkeiten und Ausfallerscheinungen, sowie ein positiver Bluttest hinzu, droht zudem ein Strafverfahren und ein Fahrverbot von mindestens zehn Monaten, das erst nach erfolgreich bestandener MPU aufgehoben werden kann.

Die MPU wird im Volksmund oft auch als "Depperl-" oder "Idiotentest" bezeichnet.
Bild: TÜV Süd
"Trunkenheitsfahrten und andere Alkoholdelikte sind mit knapp 36 Prozent immer noch ein dominierender Grund für die Anordnung einer MPU", erklärt der Experte. Ab 1,1 Promille gilt man als fahruntüchtig und begeht eine Straftat, die MPU wird in der Regel aber erst ab 1,6 Promille oder bei wiederholten Alkoholauffälligkeiten im Straßenverkehr fällig. Für den TÜV-Experten ein Fehler, der sich deshalb für eine Absenkung der Promille-Grenze zur grundsätzlichen Anordnung einer MPU ausspricht.
Mehrheit der Deutschen befürworten MPU
Prinzipiell sei die MPU weiterhin ein wichtiger Baustein der Verkehrssicherheit und werde von der Mehrheit der Deutschen auch als solcher angesehen, so Waschke. Gut vier von fünf Bürgern halten die MPU gemäß repräsentativer Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands grundsätzlich für sinnvoll und der Verkehrssicherheit dienlich.
Interessant ist dabei mit Blick auf die jüngsten Zahlen auch: Obwohl sich die Anordnungszahlen verändert haben, trifft das auf die MPU-Ergebnisse kaum zu. Der TÜV-Experte verrät: "Von 87.180 begutachteten Personen hielten die 13 aktiven, amtlich anerkannten Begutachtungsstellen 57 Prozent für geeignet und rund 38 Prozent für ungeeignet zur Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr."
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