MS Design kennt man seit vielen Jahren als großen Hersteller von Spoilern, Schwellern und Flügeln. Die Österreicher können aber noch mehr und versuchen sich seit einiger Zeit an Komplettfahrzeugen. Jüngster Wurf ist ein Audi S4, der auf das Kürzel A46 hört. Das steht für die 460 PS des 3,0-Liter-Sechszylinder-Kompressormotors und ein beeindruckendes Bodykit samt großen Rädern und Bremsen.
MS Design S4 A4 Motor
Der getunte Sechszylinder schiebt bereits aus unteren Drehzahlen kräftig an, am deutlichsten macht sich das Power-Plus aber bei höheren Touren bemerkbar.
Das Breitbau-Kit plustert den S4 gekonnt auf, ohne prollig zu wirken. Insgesamt braucht man sich mit dem 18.000 Euro teuren Optikplus vor einem RS 4 nicht zu verstecken. Zum Sondermodell gehören auch fein gesteppte Ledersitze. Optimierte Elektronik, strömungsverbessertes Vorrohr und 200-Zellen-Metallkat erzeugen die Mehrleistung. Mangels echtem Sportauspuff klingt der A46 allerdings trotz dicker Endrohre nur wie die Serie. Der getunte Sechszylinder schiebt bereits aus unteren Drehzahlen kräftig an, am deutlichsten macht sich das Power-Plus aber bei höheren Touren bemerkbar. Mit den 127 Zusatz-PS geht der getunte S4 in nur 4,2 Sekunden auf Tempo 100 – das sind sieben Zehntel schneller als ein Serien-S4. Bis 200 km/h hängt MS Design die Basis um 3,1 Sekunden ab, überholt sogar den aktuellen RS 4 Avant (16,1 s).Die auf 280 km/h angehobene Vmax erreicht der A46 ohne große Anstrengungen. Leider fällt die gut verzögernde, vergrößerte Bremse mit unschönen Geräuschen auf. Zwar verbaut MS Design ein teures Gewindefahrwerk, doch dessen Abstimmung liegt komplett daneben: vorn zu weich mit deutlichem Nachwippen, hinten zu steif. Die 20-Zöller sind zwar der Optik, nicht aber unbedingt dem Fahrspaß zuträglich. Dafür gehen Anbauteile und Bremsen mächtig ins Geld. 5780 Euro für das Leistungsplus sind akzeptabel – den TÜV-Segen gibt es allerdings nur mit teurer Einzelabnahme. Insgesamt kostet der MS Design A46 fast 100.000 Euro. Den RS 4 gibt es bereits ab 78.400 Euro.

Fazit

2,5 Sterne – das klingt nach einer Watschn für den A46. An Kraft mangelt es ihm nicht, er ist klar schneller als die Serie. Doch das Fahrwerk ist nicht ausentwickelt, und die Preise sind deftig. Größtes Minus aber ist die nur für den Export zugelassene Leistungssteigerung, die hierzulande eine teure Einzelabnahme bedingt.