Bayern hat sich beim Nichtrauchergesetz knallhart gezeigt – und ist anscheinend bis in die Hallen der M GmbH vorgedrungen. Ein Burnout im Stand ist im BMW M6 jedenfalls tabu. Das DKG verhindert solche Exzesse, schützt so seine Kupplungen vor Überhitzung. Bei Ford Mustang Shelby GT 500 und Chevrolet Camaro ZL1 gehört effekthascherisches Qualmen hingegen zum selbstverständlichen Talentrepertoire. Wäre ja auch noch schöner, wenn man die hinteren Pneus nicht viertelmeilengerecht aufheizen könnte! Hemdsärmeligkeiten, nach denen dem M6 weniger der Sinn steht.
BMW M6 Cabrio
Drift sich richtig gut: Selbst bei spaßiger Quertreiberei behält der BMW M6 seine Balance.
Bild: Sassen
BMW M6 Cabrio Der Bayer pflegt stets den wohlerzogenen Auftritt. Das geht schon beim Cruisen los. DKG-Wahlstummel in Stellung D rücken, und der M6 fügt sich mit beflissenen, spritsparend frühen Schaltvorgängen ins Verkehrsgeschehen ein. Auch anderweitig bemüht sich das noble Power-Cabrio um Behaglichkeit. Lederbezogene Sportsitze betten Fahrer und Beifahrer mit gutem Seitenhalt und langstreckentauglichem Komfort ein, während das M-Fahrwerk mittels elektronisch einstellbarer Dämpfer trotz straffer Abstimmung sauber Bodenwellen schluckt, Kopfsteinpflaster glättet, Kanaldeckel und Frostaufbrüche entschärft.
Cevrolet Camaro ZL1 Convertible
Chevrolet Camaro ZL1: Böser Blick und großer Kühlerschlund – so sieht Überholprestige aus.
Bild: Sassen
Chevrolet Camaro ZL1 Convertible Zündet man das Triebwerk des Camaro ZL1, mutet die facettenreiche Stimme des M6 jedoch vergleichsweise steril und zahm an. Uramerikanisches, barkassenartiges Bollern umhüllt das Cabrio augenblicklich. Auch der Camaro wirft auf Knopfdruck sein Stoffverdeck zurück, zuvor muss man es jedoch wie beim Mustang manuell entriegeln und nach dem Zurückklappen eine Persenning überstülpen. Die Camaro-Sitze sind weicher gepolstert als die des M6, das mit Alcantara eingekleidete Interieur ist sichtlich simpler gestrickt. Angesichts des deftigen Preisunterschieds von etwa 50.000 Euro ist das jedoch annehmbar.
Ford mustang Shelby GT 500 Convertible
Kein Grill stellt sich vor die Kühler des Mustang in den Fahrtwind – ein beängstigender Anblick im Rückspiegel.
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Ford Mustang Shelby GT 500 Convertible Dunkel-böses Donnern untermalt jede Bewegung des Shelby Mustang. Über 40 verschiedene Schalldämpferabstimmungen bemühten die Ingenieure des Special Vehicle Teams von Ford, bis der Sound aus den 89 Millimeter dicken Endrohren ebenso herzerwärmend wie furchteinflößend tönte. Von Leistungsmangel nichts zu spüren. Erbarmungslos dreht der 5,8-Liter-Kompressor-V8 bei herbstlich-kühler Witterung bis 7000 Touren, die knochig-trockene Schaltung mit kurzen Schaltwegen klackt bestimmt durch ihre engen Gassen, auch die stramme Kupplung gefällt. Launch-Control und warmgefahrene Reifen werden der 671 PS und 856 Newtonmeter Herr. Mehr Infos finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt's im Online-Heftarchiv als PDF-Download.

Fazit

von

Frank Wiesmann
Der teure M6 gewinnt, weil er der vernünftigste unter den Unvernünftigen ist. Seine hochtechnische Motor-Getriebe-Kombination sichert ihm hervorragende Fahrleistungen beim niedrigsten Verbrauch, dank ausgeklügeltem Fahrwerk lässt er sich trotz höchsten Gewichts am agilsten bewegen. Dicht dahinter: der hochemotionale, bombastisch beschleunigende, aber auch fahrdynamisch antiquierte Mustang. Ausgewogener, aber nicht ganz so sprintstark und mit kautschiger Automatik geschlagen: das ZL1 Cabrio