Nach Red-Bull-Problemen: Verstappen überrascht mit Reaktion
Trotz Red Bull-Krise: Mercedes-Tür für Verstappen zu?

Max Verstappen scheitert im Qualifying zum GP Japan in Suzuka früh. Seine ungewöhnlich nüchterne Reaktion lässt tief blicken.
Bild: Getty Images / Red Bull Content Pool
Der Frust bei Max Verstappen geht in die nächste Runde. Im Qualifying zum Großen Preis von Japan in Suzuka verpasst der viermalige Champion den Einzug ins Finale. Ausgerechnet Racing-Bulls-Pilot Arvid Lindblad wirft ihn raus. Und als wäre das nicht genug, landet Verstappen auch noch hinter seinem eigenen Teamkollegen Isack Hadjar.
Danach findet der Niederländer deutliche Worte. Sein Red Bull ist für ihn aktuell kaum fahrbar. „Das Auto lenkt in der Mitte der Kurven nie ein, gleichzeitig übersteuert es stark beim Kurveneingang. Es ist wirklich schwierig, und das Fahrverhalten ist sehr unberechenbar“, erklärt der 71-fache GP-Sieger.
Dass er hinter Hadjar landet, hat offenbar einen klaren Grund: ein neues Aerodynamik-Paket, das nur Verstappen fährt – und das nicht funktioniert. „Ich bin an diesem Wochenende mit einem anderen Aero-Paket unterwegs“, sagt er, „und das scheint nicht wie gewünscht zu funktionieren, was natürlich auch nicht gut ist.“
Verstappen „nicht mal mehr frustriert"
Heißt im Klartext: Red Bulls Technikabteilung will den RB22 schneller machen – und macht ihn offenbar langsamer. Logisch, dass Verstappen das sauer aufstößt. Oder doch nicht?
„Ich bin nicht mal mehr frustriert“, ist seine Reaktion eigentlich noch viel schlimmer. „Ich bin da schon drüber hinaus. Es regt mich nicht mehr auf, ich bin auch nicht mehr enttäuscht oder frustriert über das, was gerade passiert.“
Ein Satz, der aufhorchen lässt. Denn genau das bereitet seinem Vater Sorgen. „Ehrlich gesagt habe ich Angst, dass Max seine Motivation verliert“, warnt Jos Verstappen im niederländischen „De Telegraaf“. „Ich bin sicher, dass Max so keinen Spaß haben wird.“

Max Verstappen scheitert im Qualifying zum GP Japan in Suzuka früh.
Bild: Getty Images / Red Bull Content Pool
Was er meint: Nicht nur der Rote Bulle macht Probleme. Auch die neuen Regeln nehmen dem viermaligen Weltmeister das, was ihn immer ausgezeichnet hat. „Als Fahrer sollte man für Mut und Können belohnt werden“, sagt Jos Verstappen. „Aber wenn du jetzt so schnell wie möglich durch eine Kurve fährst, bist du über eine Runde gesehen am Ende langsamer. Es geht nur noch darum, die Batterie zu managen. Das macht es für einen Fahrer wie Max auch schwieriger, den Unterschied zu machen.“
Und dann ist da noch das Umfeld. Auch das passt nicht mehr. Zuletzt musste Verstappen – so berichtet es die „Bild“ – bei der Teamführung vorsprechen, nachdem er einen Journalisten aus der Hospitality verwiesen hatte. Im Verstappen-Lager wird das Gespräch nach AUTO BILD-Informationen zwar nicht als klassische Aussprache gewertet. Doch dass Sinn und Zweck an die Öffentlichkeit gelangten, dürfte den Verstappens sauer aufstoßen.
Wolff schmeißt Mercedes-Tür zu
Jos Verstappen macht zudem deutlich, wie sehr ihn die öffentliche Kritik stört. „Bei all diesen Kommentaren könnte ich wirklich wütend werden“, betont er. "Ich habe das Gefühl, dass manche Leute einfach irgendetwas sagen, um im Gespräch zu bleiben.“
Bleibt die große Frage: Wie lange macht Verstappen das noch mit?
Die viel diskutierte Fluchttür zu Mercedes scheint zumindest vorerst zu. Teamchef Toto Wolff warnt zwar: „Max ist jemand, der Emotionen hat. Ihm geht es um den Spaß beim Rennfahren, und ich kann mir vorstellen, dass das im Moment nicht der Fall ist. Es wäre wichtig, dass wir Max aus der Formel 1 nicht verlieren.“
Doch gleichzeitig will der Wiener keine Unruhe ins eigene Team bringen. „Bei uns ist alles safe mit den beiden Fahrern, und das werden wir auch nicht ändern“, stellt er klar.
Allerdings: In der Formel 1 wäre es nicht das erste Mal, dass öffentlich nicht die ganze Wahrheit gesagt wird.
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