NASCAR 2008
Das organisierte Chaos

Volle Tribünen, Action auf der Rennstrecke - die erste US-Tourenwagen-Liga sorgt für Stimmung bei den Fans. Bei den häufigen "Feind-Berührungen" wird viel Schrott produziert – wenn es nicht gerade regnet.
- Katrin Wolff
Jeder kennt dieses Lied: "It never rains in Southern California" – Es regnet nie in Südkalifornien. Es war die meistgesummte Melodie des Wochenendes beim zweiten Saisonlauf der NASCAR-Serie in Fontana. Denn irgendwie konnte es keiner glauben. Es regnet doch in Kalifornien. Und zwar nicht zu knapp. Das Problem: Regen und NASCAR passen nicht zusammen. Sobald der erste Tropfen fällt, wird gestoppt. Es ist zu gefährlich mit 300 km/h im Oval durch die Gischt zu fahren. So wurde das Event auf dem California Speedway zur Geduldsprobe für Fans, Fahrer und Verantwortliche. Rennsonntag, 10.30 Uhr. Lori Jauch filmt mit ihrer Kamera das Fahrerlager. Grauer Himmel, frische 15 Grad. Es gießt wie aus Kübeln. Unter ihrem roten Regenumhang schimmert die Fanjacke mit dem prägnanten DuPont-Logo, auf dem Kopf sitzt die passende Kappe mit der Nr. 24 von Jeff Gordon. "Regen, das stört mich nicht. Es ist besser hier zu sein, als zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen. Es könnte ja doch noch jemand vorbeikommen", die grünen Augen funkeln.
NASCAR in Amerika ist wie Bundesliga in Deutschland


Die Fans werden belohnt. Mit 35 Minuten Training im Trockenen am Samstag. Und dem Rennstart am Sonntag um 15.00 Uhr. Doch es soll noch ein langer Tag werden. Donnergrollen. Diesmal ist es nicht das Wetter, sondern 43 NASCAR-Autos, die gleichzeitig den 5,8-Liter-V8-Motor anlassen. Unglaublich diese dröhnende Lautstärke und das Vibrieren unter den Füßen. Das Johlen der Fans ist nur noch ganz dünn zu hören. Auf geht's zu Amerikas großem Speed-Spektakel. Doch es läuft nicht flott: erst sechs Gelbphasen. Dann 67 Minuten Rennunterbrechung, weil an der Streckendrainage gearbeitet werden muss. Um 18.12 Uhr der nächste Regenschauer – Pause. Abends um 22.00 Uhr die Entscheidung: Abbruch nach 87 von 250 Runden. Neustart Montag. Für solche Fälle habe ich den Montag nach einem Rennen, das ich besuche, immer frei, hat Lori Jauch weitsichtig geplant.
"NASCAR ist eben ein organisiertes Chaos und schwer mit Europa zu vergleichen", analysiert Günter Steiner, Technikchef des Red Bull-Toyota-Teams und früher für Jaguar-F1 und {
"alias": "lex",
"anchor": "",
"bid": "221055",
"element": "ir_link",
"params": "",
"target": "",
"text": "Opel",
"type": "b",
"url": ""
} in der DTM tätig. "Hier werden 38 Rennen gefahren. Wenn man die auf einem Niveau wie in Europa machen würde, wären die Kosten unbezahlbar", so Steiner.
Auch Autos ohne viel Schnickschnack sind sehr teuer
Das Budget für ein Auto liegt jetzt schon zwischen 15 und 30 Millionen US-Dollar pro Saison. Dabei sind die Fahrzeuge technologisch gar nicht der neueste Stand. "Das Auto hat hinten eine Starrachse und einen Motor mit unten liegender Nockenwelle. So was gibt es eigentlich gar nicht mehr. Trotzdem hat man noch viele Entwicklungsmöglichkeiten.

Service-Links