Concept 2020 von ZF

Neue Technologien von ZF

So smart können Pakete ans Ziel kommen

Paketboten befördern jĂ€hrlich mehr als 3,3 Milliarden PĂ€ckchen durch Deutschland, Tendenz steigend. Zeit fĂŒr intelligente UnterstĂŒtzung: Der vernetzte ZF Innovation Van kalkuliert selbststĂ€ndig die beste Liefertour, fĂ€hrt rein elektrisch, parkt allein ein – und verrĂ€t seinem Fahrer via Datenbrille, wo er auf ihn wartet.
80 Prozent der Staus in Stoßzeiten gehen auf den Lieferverkehr zurĂŒck, besagt eine Studie der WirtschaftsprĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Quelle des Übels

Video: Der Innovation Van von ZF

Intelligente UnterstĂŒtzung

steht meistens in zweiter Reihe: Weit ĂŒber 3,3 Milliarden PĂ€ckchen und Pakete wurden nach SchĂ€tzung des Bundesverbandes Paket und Logistik 2017 allein in Deutschland zugestellt. 2021 sollen es bereits mehr als vier Milliarden sein. Eine Mammutaufgabe fĂŒr die Zustelldienstleister: 200 PĂ€ckchen pro Tag und Paketbote sind schon heute eher die Regel als die Ausnahme. Der Zeitdruck in der Branche ist enorm: Im Schnitt bleiben den Boten pro Zustellung nur zweieinhalb bis drei Minuten – fĂŒr das Abstellen des Fahrzeugs, den Weg zur HaustĂŒr, das Warten an der Klingel, die Übergabe der Sendung und die RĂŒckkehr zum Paketwagen. So viel zur Theorie. In der Praxis heißt das: Jeder Handgriff muss sitzen. Abweichungen sind nicht vorgesehen, weil schlicht keine Zeit dafĂŒr ist. In diesem Punkt ist die "Last Mile Logistik" gnadenlos. Eine Riesenherausforderung fĂŒr alle Beteiligten, EmpfĂ€nger inklusive: Der Frust ĂŒber nicht gelieferte oder falsch zugestellte Pakete ist groß.

Zufriedenheit frei Haus

Wie ein zweiter Mann: Gibt es keinen Parkplatz vor der TĂŒr, liefert der Bote aus und der Innovation Van sucht sich derweil selbststĂ€ndig die nĂ€chste freie ParklĂŒcke.

©ZF

Der Technologiekonzern ZF hat die Problematik bereits in seiner Zukunftsstudie aus dem Jahr 2016 aufgegriffen. Nun prĂ€sentiert ZF erstmals ein Konzeptfahrzeug fĂŒr Logistikdienstleister: den selbstfahrenden, vernetzten Lieferwagen. "Mit unserem Innovation Van haben wir ein umfassendes Lösungspaket fĂŒr die Anforderungen der Zustellerbranche entwickelt", sagt Gerhard Gumpoltsberger, Leiter Innovationsprojekte bei ZF. "Um den vielfĂ€ltigen Herausforderungen des stĂ€dtischen Lieferverkehrs gerecht zu werden, bringen wir unser gesamtes Kompetenzspektrum zum Einsatz – vom autonomen Fahren ĂŒber die ElektromobilitĂ€t bis hin zur Vernetzung in einem smarten Support-System."

Virtuelle Leine fĂŒr Zustellfahrzeuge

Der Innovation Van ist mit autonomen Fahrfunktionen nach Level 4 ausgestattet. Das heißt: Er manövriert eigenstĂ€ndig durch das urbane Umfeld, hĂ€lt die Spur auch bei Straßen ohne Fahrbahnmarkierungen, erkennt Ampeln und Verkehrszeichen – und reagiert auf plötzliche Gefahrensituationen. DarĂŒber hinaus kann er Hindernisse erkennen und umfahren, seien es in zweiter Reihe geparkte Fahrzeuge oder andere VerkehrsĂŒbel. Äußerst praktisch fĂŒr Paketboten ist die Fernsteuerung des ZF Innovation Van via Tablet: Liegen zwei Adressen so nah beieinander, dass sich die Strecke besser zu Fuß bewĂ€ltigen lĂ€sst, folgt der ZF Innovation Van dem Zusteller wie an einer virtuellen Leine. Findet sich vor der Zieladresse kein Parkplatz, kann der Paketbote das Fahrzeug zum nĂ€chsten Stopp vorausschicken, wo es selbststĂ€ndig eine Haltemöglichkeit sucht.

Paketzustellung 4.0

Breites Technikportfolio: Kamera, Radar und Lidar – das ZF-Sensorset verleiht dem Innovation Van autonome Fahrfunktionen nach Level 4.

©ZF

Möglich wird das durch ein umfangreiches ZF-Sensorset. Es besteht aus Kamera-, Radar- und Lidarsensoren. Das Hightech-Paket sorgt dafĂŒr, dass der Lieferwagen seine Umgebung jederzeit vollumfĂ€nglich wahrnimmt. Der ZF Innovation Van bildet damit den Konzernanspruch "see. think. act" auf anschauliche Weise ab. Der Zentralcomputer ZF ProAI ĂŒbernimmt die Steuerung, verarbeitet die von den Sensoren generierten Daten und lĂ€sst das Fahrzeug auch auf komplexe Situationen angemessen reagieren. Zuletzt setzen intelligente mechatronische Systeme wie die elektrische Servolenkung und das integrierte Bremssystem IBC die Anweisungen des Zentralcomputers zuverlĂ€ssig um. FĂŒr den rein elektrischen und damit lokal emissionsfreien Antrieb sorgt das elektrische Achsantriebssystem fĂŒr Pkw und leichte Nutzfahrzeuge.

Smarter Algorithmus findet den optimalen Weg

Über ein Cloud-basiertes Support-System hat der ZF Innovation Van permanent Zugriff auf Informationen zu jedem geladenen PĂ€ckchen, beispielsweise Zustellort, gewĂŒnschte Lieferzeit oder Haltbarkeit bei verderblicher Ware. "Unter BerĂŒcksichtigung von Parametern wie Verkehrslage oder Energieverbrauch berechnet der Algorithmus daraus in Echtzeit die optimale Zustellreihenfolge", erklĂ€rt Projektleiter Georg Mihatsch. "Das PĂ€ckchen sucht sich quasi selbst den besten Weg zum EmpfĂ€nger – und das Fahrzeug folgt." Der Paketbote erhĂ€lt diese Informationen ĂŒber eine Mixed-Reality-Datenbrille. So hat er alle relevanten Angaben im Blick.

Kunde kann Lieferzeiten kurzfristig Àndern

Smarte Brille: Über die Datenbrille wird der Paketbote vom ZF Innovation Van mit Infos zur nĂ€chsten Lieferung versorgt oder zum Parkplatz des Fahrzeugs gelotst.

©ZF

Auch der EmpfĂ€nger profitiert vom Support-System in der Cloud: Über eine App hat er die Möglichkeit, den Weg seiner Sendung exakt nachzuverfolgen und die Zustelldaten kurzfristig zu Ă€ndern. PĂ€ckchen können so jederzeit bequem zu einem bestimmten Nachbarn umgeleitet oder die Lieferzeit um eine Stunde nach hinten verschoben werden, falls unerwartet etwas dazwischenkommt. Ein Komfort-Gewinn fĂŒr beide Seiten – und möglicherweise das Ende eines der grĂ¶ĂŸten Ärgernisse im Paketwesen: Phantomsendungen, die nur in Form einer schnöden Nachricht beim Kunden landen – "leider verpasst".

Fotos: ZF

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