Neuer Chevrolet Camaro gegen gebrauchten BMW M3: Test
So gut wie neu?

Für rund 45.000 Euro erhält man einen brandneuen Camaro mit 453-PS-V8 – oder einen top gepflegten M3 aus zweiter Hand. Ein Vergleich.
- Manuel Iglisch
Im Prinzip würden sie ja prima zusammenpassen, der M4 in Competition-Ausführung und der Camaro V8 im rot gestreiften 50th-Anniversary-Look. Wäre da nicht der Preis: Mindestens 84.390 Euro muss man für das Sportcoupé berappen. Angereichert um ein paar sinnstiftende Extras kommen gut und gern 90.000 Euro und mehr zusammen – fast doppelt so teuer wie ein aktueller Camaro der ab 45.900 Euro zu haben ist. Womit wir beim M3 der Vorgänger-Generation wären, der momentan zu ziemlich ähnlichen Tarifen gehandelt wird. Kann der einstige Maßstab seiner Klasse, das Vorzeige-Sportcoupé der M-Dynastie, auch auf seine alten Tage noch gegen einen taufrischen Preis-Dumper bestehen?
V8 und Doppelkuppler bilden im M3 ein perfektes Duo

Von wegen altes Eisen: Der 420 PS starke V8-Sauger im Bug des M3 Coupés ist noch auf der Höhe der Zeit.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Der Camaro setzt auf die Macht des großen Hubraums

Dickes Ding: Unter der Haube des Chevy arbeitet ein 6,2 Liter großer V8 mit satten 617 Nm Drehmoment.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Mit dem adaptiven Fahrwerk kann der Ami zart und hart

Gut abgestimmt: Im Sportmodus strafft der Camaro die Muskeln und zeigt ein gutes Handling.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Stimmt, all das liest sich höchst anständig – und genau so fährt es sich auch. Gleichzeitig sollte man den Camaro ob seiner guten Anlagen aber auch nicht überschätzen. Er ist kein Sportwagen nach Corvette-Vorbild. Dazu fehlt es ihm an Einlenkschärfe, Präzision, an Dämpferhärte und letztlich auch an Kurvengrip. Im Prinzip will und kann er das ob seines Preises aber auch gar nicht sein. Vielmehr holt er jene ab, die unterhalb des Sportwagens einen echten Alltagssportler suchen. Übersetzt in die Münchner Modellpolitik wäre er nichts anderes als ein M Performance-Modell; jene softsportlichere Alternative also, die ausgerechnet der 3er-Reihe bis heute fehlt.
Wie sich der gebrauchte BMW M3 im Vergleich zum neuen Camaro fährt, sehen Sie in der Bildergalerie.
Fazit
Unser Vergleich von Neu- und Gebraucht-Sportler fördert vor allem zwei Erkenntnisse zutage. Erstens: Man kann sich altertümlich motorisieren und trotzdem auf Höhe der Zeit performen. Siehe Camaro, dessen Hubraum-V8 richtig derbe voranprügelt und gemessen an dem, was er bietet, erstaunlich wenig nimmt. Und zweitens: Man sollte einen so ehrwürdigen Dynamiker wie den Vorgänger-M3 nicht vorschnell aufs Altenteil schieben. Auf moderneren Reifen wäre er heute noch ein richtig schnelles Eisen!
Service-Links









