Die DTM startet an diesem Wochenende in Spielberg (Österreich) in die Saison – und das erstmals seit der Übernahme durch den ADAC vor drei Jahren mit einem eigenen Rennreifen von Pirelli.
Das schwarze Gold soll künftig den entscheidenden Unterschied zwischen Sieg und Niederlage machen. „Die Verbindung zwischen Auto und Straße ist und bleibt der Reifen“, betont ADAC-Sportchef Thomas Voss die Wichtigkeit des schwarzen Goldes.

Pirellis Eigenentwicklung für die DTM

Der Clou: Der neue Reifen ist kein Standardprodukt, sondern wurde in der Winterpause gezielt für die DTM entwickelt. Auch optisch hebt sich der Reifen mit eigenen Seitenwänden und dem DTM-Logo auf den Flanken vom Standard-GT3-Pneu ab. Der Vorteil: Alle Teams haben die gleichen Bedingungen. Bislang hatten Mannschaften, die auch in anderen GT3-Rennserien fuhren, einen entscheidenden Erfahrungsvorteil. Der ist jetzt weg.
Auch technisch geht die DTM einen Schritt weiter. Der Reifen ist mit RFID-Technologie ausgestattet, wodurch jeder Einsatz exakt nachverfolgt werden kann. Das erleichtert das Reifenmanagement während eines Rennwochenendes und sorgt gleichzeitig für mehr Transparenz im Wettbewerb.

Produktion in Deutschland

Gefertigt wird der Reifen im Pirelli-Technologiezentrum in Breuberg in Hessen. Für Deutschland-Chef Wolfgang Meier ist das ein zentrales Thema. „Dieser Reifen kommt aus einem Standort in Deutschland und das erfüllt mich ganz persönlich mit ganz viel Stolz“, sagt er.
Die DTM bekommt 2026 einen exklusiven Reifen. Das schwarze Gold der Rennserie wurde erstmals in Deutschland produziert.
Bild: Bianca Garloff
Für Meier steht das Projekt exemplarisch für die Stärke des Standorts. „Der Standort Deutschland verbindet Entwicklung, Produktion, Technologie“, betont er. Tatsächlich laufen in Breuberg sowohl Entwicklung als auch Fertigung zusammen, was kurze Wege und schnelle Anpassungen ermöglicht.
Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine Rolle. Der neue Reifen trägt das FSC-Siegel, was bedeutet, dass der verwendete Naturkautschuk aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Plantagen stammt. Damit verbindet Pirelli die Anforderungen des Motorsports mit einem stärkeren Fokus auf Umweltaspekte.

Signal über den Motorsport hinaus

Für Voss geht die Bedeutung des Projekts über die DTM hinaus. „Viele sagen: Produzieren in Deutschland geht nicht mehr – wir müssen ins Ausland“, räumt er ein. Der neue Reifen zeigt aus seiner Sicht ein anderes Bild. „Hier wird gezeigt, dass nicht nur Engineering in Deutschland funktioniert, sondern auch Produktion – in super Qualität und zu vernünftigen Konditionen.“
Seine Schlussfolgerung ist eindeutig. „Wir sollten uns nicht verstecken als Wirtschaftsstandort Deutschland.“