Neuer FIA-Präsident
Todt beerbt Mosley

Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt wird Max Mosleys Nachfolger als neuer FIA-Präsident. Der Franzose will keine radikale Neuordnung der FIA. Er wird den Kurs seines Vorgängers fortsetzen.
Es war Ende der 90er Jahre: Ferrari-Teamchef Jean Todt vergisst in der Air-France-Maschine von Buenos Aires nach Paris seinen Nintendo-Gameboy. Fast zwei Wochen nörgelt der Computerspiel-Junkie vor sich hin. Bis es seiner damaligen Freundin zuviel wird. Sie fahndet nach der Uralt-Mini-Spielekonsole, treibt sie tatsächlich auf und gibt sie dem kleinen Franzosen liebevoll verpackt zurück. Der Tag war gerettet. Nun sind es die nächsten vier Jahre, auf die sich Todt freuen darf. Denn wieder hat er ein sdhönes Geschenk bekommen. Jean Todt ist Max Mosleys Nachfolger als FIA-Präsident. Mit 135 zu 49 Stimmen haben sich 221 Delegierte aus 132 Ländern für den 63-jährigen Franzosen und damit gegen den ehemaligen Rallye-Weltmeister Ari Vatanen (57) entschieden.
Mosleys Wunschkandidat hat gewonnen

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Todt will verstärkt Aufgaben an Experten deligieren

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Elf WM-Titel mit Schumi
Der Motorsport wird Todt dennoch besonders am Herzen liegen. In den 80er und 90er-Jahren begann der Franzose seine Karriere als Beifahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft, avancierte dort später zum Peugeot-Teamchef. 1993 wurde er Teamchef der Scuderia Ferrari und holte zusammen mit Michael Schumacher fünf Fahrer- und sechs Konstrukteurs-Titel. Doch die meisten Formel-1-Teams dürften über Todts Wahl nicht gerade glücklich sein. Zu groß ist ihre Angst, der Ex-Ferrari-Teamchef könne nun alte Rechnungen begleichen. McLaren, Toyota und Williams hatten zu Todts aktiver F1-Zeit Streit mit dem Franzosen. Und auch Luca di Montezemolo und Ferrari müssen auf der Hut sein. Denn die Trennung von Ferrari ist bei weitem nicht so harmonisch abgelaufen, wie beide Seiten stets Glauben machen wollen. Vielmehr war es so, dass die Italiener Todt vor die Tür gesetzt hatten, als der ihnen zu populär wurde. Eins wird die FIA also ganz sicher nicht wieder werden. Eine "Ferrari International Assistance"!
Verliert der ADAC international an Bedeutung?

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