Lametta war gestern, jetzt wird's ostalgisch! Im Netz sorgt derzeit eine ungewöhnliche Weihnachtsdeko für Aufsehen: Christbaumkugeln aus echten Simson-Blinkern. Was als kleines Upcycling-Experiment begann, entwickelt sich zum Renner – und ist vielerorts schon ausverkauft.
Der Trend geht auf Jan Hofmann (37) zurück, einen gebürtigen Thüringer, der seit Kurzem Möbel und Accessoires aus alten Mopedteilen baut. Im November kam ihm die Idee, die ikonischen Blinkerkappen der DDR-Kultmopeds zu Weihnachtskugeln umzubauen. Mit 3D-Druck-Gehäuse, Halterung und elektrischem Teelicht entsteht ein warm leuchtender Nostalgie-Look, der gerade das Internet im Sturm erobert.

Simson-Blinker: Warum die Kugeln so rar sind

"Ich hätte nie gedacht, dass das jemanden interessiert", sagt Hofmann. Doch zwei kurze Instagram-Reels genügten – plötzlich explodierten Likes und Anfragen. Seine erste Charge von 100 Stück war nach zwei Tagen komplett vergriffen.
Simson-Blinker als Christbaumkugeln
Upcycling-Experte Jan Hofmann funktioniert Simson-Blinker in Christbaumkugeln um.
Bild: Martin Schutt/dpa
Einfach nachproduzieren geht dabei nicht. Hofmann setzt bewusst auf gebrauchte Originalteile mit Patina – Kratzer, Spuren, echte DDR-Historie inklusive. Doch genau das macht die Suche nach neuem Material schwierig. Und Hofmann baut die Kugeln nur nebenbei.
Auch andere Händler sind inzwischen aufgesprungen. Ein Zweiradshop aus Werdau bietet ebenfalls Blinker-Kugeln aus Original-DDR-Teilen an, allerdings ebenso schnell ausverkauft.

Ostalgie boomt auch am Tannenbaum

Die Simson-Blinkerkugeln knüpfen an einen Trend an: Viele Ost-Klassiker erleben aktuell ein Comeback – ob Schwalbe, MZ oder Trabant. Kaum verwunderlich, dass Fans jetzt auch zu Weihnachten ein Stück DDR-Geschichte an den Baum hängen wollen.
Fest steht: Wer eine dieser Kult-Kugeln ergattern will, braucht Glück und gutes Timing. Denn die Ost-Blinker sind so heiß begehrt wie früher die Mopeds selbst.