Pünktlich zum Ferienstart gibt's gute Nachrichten für Italien-Urlauber mit dem Auto: Ab dem 12. Juni 2025 gelten neue und strengere Vorgaben für Blitzer – und die sorgen endlich für mehr Transparenz, Fairness und Sicherheit im Verkehr.
Künftig dürfen neue Autovelox-Anlagen (so heißen Blitzer in Italien) nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der örtlichen Präfektur aufgestellt werden. Und auch nur dann, wenn die Überwachung der Verkehrssicherheit dient. Und: Jeder stationäre oder mobile Blitzer muss mindestens einen Kilometer vorher mit einem Verkehrsschild angekündigt werden – überraschende Blitzaktionen sind damit passé.
Auch zu enge Temporeduzierungen fallen künftig durchs Raster: Blitzer dürfen nur noch dort stehen, wo das Limit maximal 20 km/h unter dem regulären Tempolimit liegt. Heißt: Bei Tempo 50 – beispielsweise an einer Baustelle – auf einer Landstraße mit einer normalen Begrenzung bei 90 km/h darf künftig nicht mehr geblitzt werden.

Ein Fall sorgt für Aufsehen – 28.000 Euro durch eine Hecken-Blitze!

Ein Auslöser der neuen Blitzer-Regeln ist Andrea Ferretto, ein Sicherheitsmann aus Nizza Monferrato. Er wurde zum Gesicht der Blitzer-Frustration: Sechs Monate lang wurde er auf seinem Arbeitsweg immer wieder vom selben, kaum sichtbaren Blitzer erwischt. Versteckt hinter einer Hecke, direkt nach einer Kurve – die Kamera war kaum zu erkennen.
Die Rechnung: über 28.000 Euro Bußgeld! Ferretto bestreitet nicht, zu schnell gefahren zu sein, sagt aber: "Diese Anlage diente nicht der Sicherheit, sondern der Abzocke." Jetzt kämpft er juristisch gegen die Forderung.

Neue Regeln: Auch der Abstand zählt!

Die neue Verordnung schreibt Mindestabstände zwischen Blitzeranlagen vor: Innerorts mindestens ein Kilometer, außerorts sogar vier Kilometer. Versteckte Geräte, getarnte Starenkästen oder Überraschungsaktionen mit mobilen Kameras sind künftig verboten. Auch die Genehmigungspflicht und technische Prüfung für mobile Anlagen wird zum Muss.
Mit über 11.000 fest installierten Blitzern gilt Italien als Europas Radarfallen-Spitzenreiter. Zum Vergleich: In Deutschland stehen rund 4700 stationäre Anlagen.
2024 kassierten italienische Kommunen rund 1,7 Milliarden Euro an Bußgeldern – Rekord! Mailand allein nahm über 200 Millionen Euro ein, selbst Mini-Orte wie Carrodano (465 Einwohner) kamen durch eine einzige Blitzerstelle auf über 800.000 Euro.
Die Reform der Blitzer-Regelungen kommt spät, aber sie kommt. Die neuen Vorgaben sollen Klarheit schaffen – und helfen besonders Urlaubern, sich vor ungewolltem Post-Urlaubsschock zu schützen. Wer ab dem 12. Juni durch Italien fährt, darf sich auf mehr Transparenz und weniger Blitzfallen freuen.